Wie FWB-Verwaltungsratspräsident Carlo Parolari an der Generalversammlung am Donnerstagabend in der Wängemer «Linde» vor 24 Aktionären mit 4 108 805 Stimmen erklärte, freue man sich darüber, dass die FWB im Jahr 2018 «nochmals moderner geworden» sei. So könne man beispielsweise jetzt an der Haltestelle Rosental hindernisfrei einsteigen. Konkret wurde im Rosental Weichen, Perrons, die Fahrleitungsanlagen sowie die gesamte Möblierung ersetzt. Für Fussgänger konnte ein zusätzlicher Bahnübergang geschaffen werden. Ganz generell, so Parolari, tue man seitens des Verwaltungsrates alles dafür, um die «restlichen Pendenzen vorantreiben, so dass wir bis Ende 2020 die Sanierung der FW-Bahn abschliessen können». So sind aktuell die Dossiers für die Anpassungen der Haltestellen Marktplatz Frauenfeld, Lüdem und Münchwilen Gegenstand laufender Verfahren. Das Gesuch für den Umbau der Haltestelle Jakobstal wird noch 2019 eingereicht.

Generell prägte ein höherer Verkehrsertrag von rund vier Prozent, der auf eine Änderung des Verteilschlüssels aus den Ostwind- und GA-Abonnenten zugunsten der FWB zurückzuführen ist, sowie massive zusätzliche Abschreibungen von über 700 000 Franken auf die älteren Triebwagen, das FWB-Jahresergebnis. Diese führte schliesslich trotz positiven Geschäftsverlaufs zu einem Unternehmensverlust von 159 000 Franken. Für FWB-Direktor Thomas Baumgartner ist dies jedoch kein Beinbruch, denn «die Abschreibungen auf die Fahrzeuge werden unsere Rechnung 2019 noch einmal belasten, aber ab 2020 wird unsere Rechnung massiv entlastet und wir haben viel mehr Spielraum».

Mehrertrag trotz stagnierender Passagierzahlen

Die Passagierzahlen, die in den letzten acht Jahren um rund zehn Prozent anstiegen, stagnierten im Jahr 2018 bei rund 1,3 Millionen Reisenden. Deutlich gestiegen ist hingegen die Zufriedenheit der Kunden. Wie Baumgartner darlegte, ergab die «Ostwind»-Kundenbefragung im Jahr 2018, das die Kundenzufriedenheit seit 2013 um sechs auf 79 Punkte gestiegen ist. Besonders gut bewertet wurden dabei der Fahrkomfort, der bequeme Ein- und Ausstieg, die Sauberkeit der Fahrzeuge sowie die Freundlichkeit des Fahrpersonals.

Wiler Projekte prägen die Zukunft

Auch wagte Baumgartner einen Ausblick auf die kommenden Jahre – wobei vor allem dem Standort Wil(-West) eine grosse Bedeutung zukommen werde. Bei der Neugestaltung des Bahnhofplatzes Wil, bei der auch die FWB-Haltestelle nach Westen verlegt werden soll, erklärte Baumgartner, dass «wir hoffen, dass bis im Herbst ein Vorprojekt vorliegt und man dann bis 2022 und 2023 die ersten Veränderungen sehen wird.» Bezüglich des Entwicklungsschwerpunktes Wil-West, arbeite man eng mit den involvierten Planungsstellen zusammen; die Gesamtprojektleitung liege beim Tiefbauamt des Kantons Thurgau. Für die Verlegung der alten Haltestelle und die Schaffung der neuen Haltestelle gehe man bei der FWB aktuell von Kosten von 24,8 Millionen Franken aus. Das Bewilligungsverfahren dürfte zwischen 2021 und 2025 abgewickelt werden; mit der Realisierung der ersten Bauetappe, samt FWB-Verlegung, sei ab 2025 zu rechnen.