Der Hohrainwald dient nicht nur für die Dörfer der Gemeinde Niederhelfenschwil, sondern auch für eine weitere Region als Naherholungsgebiet. Bekannt sind auch die Waldhütten, die Korporationshütte und die vor sieben Jahren als Sommeraktion durch das Fernsehen erbaute Winkelhütte mit einladender Infrastruktur. Der Gottesdienst fand bei der Korporationshütte statt.

Eindrückliches Gemeinschaftserlebnis
Die Bedingungen für ein Gemeinschaftserlebnis waren ideal: Wunderbares Sommerwetter und eine grosse Lichtung im schattenspendenden Wald. Einzige Einschränkung: auf das traditionelle Grillieren im Anschluss an den Gottesdienst musste verzichtet werden. Die Waldbrandgefahr ist trotz einiger Niederschläge noch nicht gebannt. Grillwürste wurden durch Sandwiches ersetzt. Der Aufmarsch an Gottesdienstbesuchern zeigte, dass der Anlass beliebt ist und Tradition hat. In den Dörfern kann man auch auf die Mitwirkung von Vereinen zählen, was wiederum viele Angehörige von Vereinsmitgliedern mobilisiert.

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Matthias Maywald, evangelischer Pfarrer von Neukirch an der Thur , Urs Vescoli, Religionspädagoge der Seelsorgeeinheit mittleres Fürstenland, und Marc Ditthardt, evangelischer Pfarrer in Uzwil, waren für die Gestaltung des Gottesdienstes verantwortlich und sangen kräftig mit.

Was uns täglich umtreibt
Die drei Seelsorger Marc Ditthardt, evangelischer Pfarrer in Uzwil, Matthias Maywald, evangelischer Pfarrer in Neukirch an der Thur, und Urs Vescoli, katholischer Religionspädagoge in der Seelsorgeeinheit mittleres Fürstenland, gestalteten den Gottesdienst gemeinsam. Eröffnet und umrahmt wurde er durch ein Bläserquartett der Musig Lenggenwil.

In einem Familien-Rollenspiel wurde aufgezeigt, wie rasch und häufig wir bereit sind, über Fehler und Unzulänglichkeiten von Mitmenschen zu urteilen und eigene Vorzüge hervorzustreichen. Pfarrer Marc Ditthardt aber hatte in seiner Begrüssung schon darauf hingewiesen, wie es von den ersten Christen geheissen habe, dass sie einander liebten. Dann las er einen Abschnitt aus dem ersten Paulus-Brief an die Korinther vor, in welchem die Bedeutung der Liebe auf eindrückliche Weise unterstrichen wird: «Ohne die Liebe ist alles nicht.»

Begriffe biblisch definiert
Religionspädagoge Urs Vescoli befasste sich in seiner Predigt mit den Begriffen Glaube, Hoffnung und Liebe, von denen Paulus die Liebe als Grösstes bezeichnet. Der Seelsorger suchte den biblischen Ursprung der Begriffe und übersetzte sie in ihrem Kontext. Glaube bedeute mehr als nicht wissen. Für Paulus sei Glaube eine Überzeugung: «Ich bin mir sicher.»

Unsere Redensart ‘Die Hoffnung stirbt zuletzt’ lasse das Scheitern offen. Die wörtliche Übersetzung des griechischen Begriffes aber laute Erwartung, Vertrauen, Zuversicht.

Für die Liebe schliesslich brauche Paulus das Wort ‘agape’, was tiefe Zuneigung, Wohlwollen, für jemanden das Beste wollen bedeute. Liebe handle nicht, weil sie müsse. Sie handle, weil das Gegenüber existiere und sei ausschliesslich und bedingungslos auf sein Wohl ausgerichtet.

Gemütliches Beisammensein
An den Gottesdienst schloss sich ein Apéro an. Dazu spielte die Greenhorn Brass auf, eine Jugendmusik-Formation aus allen drei Dörfern der Gemeinde Niederhelfenschwil. Zur mitgebrachten Verpflegung wurden Getränke, zum Dessert Kaffee und Kuchen angeboten. Der Erlös ging wie die Kollekte an ein HEKS-Projekt zugunsten der Rohingya. Für Kinder organisierte die Jungwacht Lenggenwil Spiele.