Budgetiert hatte die Gemeinde betriebliche Ausgaben von 62,67 Millionen Franken. 62,6 Millionen Franken waren es im Ergebnis. Insgesamt eine Punktlandung, auch wenn es interne Verschiebungen gab. Die grossen Bewegungen fanden bei den Einnahmen statt.

Die betrieblichen Erträge lagen 3,6 Millionen Franken über dem Budget, vor allem eine Folge der höheren Steuereinnahmen und höherer Grundstückgewinnsteuern. Auch die Finanzerträge lagen gut 1,2 Millionen Franken höher als budgetiert. Hier schlägt die höhere Gewinnablieferung der Technischen Betriebe zu Buche. Diese Gewinnablieferung ist das Gegenstück zu den Risiken, welche die Gemeinde als Eignerin des Werkes trägt.

Gewinnverwendung

Insgesamt resultierte im operativen Ergebnis ein Ertragsüberschuss von 4,686 Millionen Franken. Davon werden in einem ersten Schritt die gesetzlich vorgesehenen Reserveänderungen vorgenommen. Gut 200'000 Franken legt die Gemeinde dann in die Vorfinanzierung für die Schulraumerweiterung. Sie erreicht damit genau 6 Mio. Franken. 500'000 Franken gehen in die Vorfinanzierung für den Neubau des Werkhofes, sie erreicht damit 2 Millionen Franken.

Diese Vorfinanzierungen helfen, künftig die Abschreibungen dieser Vorhaben zu finanzieren. Das reduziert die kommenden Belastungen für den Haushalt und kommt so direkt den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern zu gute. Die restlichen 3,85 Millionen Franken legt die Gemeinde in die Ausgleichsreserve. Sie steht zur Verfügung, um künftige Aufwandüberschüsse auszugleichen. Sei das wegen kommender Belastungen durch die finanziellen Folgen von Corona oder wegen einer bewussten Steuersenkung im kommenden Budgetprozess fürs 2022. Dieser startet im Mai. Die Grundhaltung des Gemeinderates ist ein offenes Geheimnis. Dazu Gemeindepräsident Lucas Keel: «Sieht der Rat Spielraum, die Hausaufgaben zu erfüllen und gleichzeitig die Steuern nach unten anzupassen, will er ihn nutzen.» Die Einlage des grössten Teils des Ertragsüberschusses in die Ausgleichsreserve versteht Uzwils Gemeindepräsident als sichtbares Zeichen dieser Haltung.

Weniger und günstiger investiert

2020 hat die Gemeinde deutlich weniger investiert als vorgesehen. Für verschiedene Vorhaben gilt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, die Investitionen verschieben sich nach hinten. Namhafte Mittel bleiben reserviert für das kantonale Projekt für die Zentrumsgestaltung in Uzwil oder für die Neugestaltung des öffentlichen Raumes im Dorf Niederstetten. Gleichzeitig hat die Gemeinde im 2020 sieben Investitionsvorhaben definitiv abgerechnet. Bewilligten Krediten von 8,562 Millionen Franken standen Kosten von 7,974 Millionen Franken gegenüber.

Haushalt entschuldet sich

Tiefere Investitionen, hoher Rechnungsüberschuss: Diese Kombination sorgt dafür, dass sich der Gemeindehaushalt stark entschuldet hat beziehungsweise Vermögen aufgebaut hat. Das Gesamtvermögen der Gemeinde per Ende 2020 beträgt gut 18 Millionen Franken. Das hilft, den absehbar hohen Belastungen in den nächsten Jahren durch die Investitionstätigkeit und die Corona-Folgen zuversichtlich entgegenzublicken.

Der Gemeinderat will, dass wenn immer möglich an der Bürgerversammlung über das Rechnungsergebnis entschieden wird. Er hat deshalb die Bürgerversammlung für den 31. Mai angesetzt.  (gk/red)