Und plötzlich ist aus einem Quartett ein Quintett geworden, das den Sitz der neuen Wiler Bundesrätin Karin Keller-Sutter (FDP) im Ständerat beerben möchte. Denn am Freitag hat Sarah Bösch laut übereinstimmenden Medienberichten bekannt gegeben, dass auch sie als Kandidatin zur Verfügung steht. Dies kommt überraschend, ist die politische Erfahrung doch gering. Gemacht hat sie diese im Wiler Stadtparlament, als sie 2015 – damals als SVP-Mitglied – Einsatz nahm. Schon nach fünf Monaten trat sie aber wieder zurück. Zudem hat Sarah Bösch im gleichen Jahr mit ihrer eigenen Liste «Sarah Bösch – das Original» bei den Nationalratswahlen und 2016 bei den Kantonsratswahlen im Wahlkreis St. Gallen-Gossau mitgemacht – ohne Erfolg.

Für weitaus grössere Schlagzeilen hatte die heute 36-Jährige mit der so genannten «Bier-Affäre» gesorgt. Mit 0,8 Promille Alkohol im Blut war sie hinter dem Steuer gesessen und von der Polizei angehalten worden. Als Bösch sich danach per Facebook über das Vorgehen der Ordnungshüter beklagte, waren ihr hämische Rückmeldungen gewiss.

Im ersten Wahlgang am 10. März um den freien Sitz im Ständerat hat Bösch – bis jetzt – vier Gegner. Es sind dies Benedikt Würth (CVP), Susanne Vincenz-Stauffacher (FDP), Patrick Ziltener (Grüne) und Mike Egger (SVP).