Ein heftiges Unwetter ging am frühen Sonntagabend über der Stadt Wil und Teilen der Region nieder. Auch Hagel war dabei. Da sich das Unwetter während rund einer Stunde über der Region hielt, schwollen kleinere Bäche zu grösseren an. Ein solcher ist der Krebsbach, der von Rossrüti über Wil nach Rickenbach fliesst. Er überflutete auf Höhe Kantonsgrenze die Autobahn A1, so dass diese ab 18.45 Uhr vorübergehend in beide Richtungen gesperrt werden musste. Es bildeten sich in beide Richtungen kilometerlange Staus, wobei laut Kantonspolizei jener in Fahrtrichtung Zürich länger war und teilweise bis nach Oberbüren zurückreichte. Vor 20 Uhr konnte die Fahrspur Richtung St. Gallen wieder freigegeben werden. Die Fahrspur Richtung Zürich blieb bis etwa 1 Uhr nachts gesperrt, da die Aufräumarbeiten andauerten. Um 22.30 Uhr vermeldete Polizeisprecher Markus Rutz auf Anfrage von Hallowil.ch, dass der Stau noch immer bis Oberbüren zurückreiche. Der Verkehr wurde am Sonntagabend in Wil von der Autobahn abgeleitet und konnte diese erst in Münchwilen wieder befahren. Meldungen über verletzte Personen gab es am späten Sonntagabend keine.

Am Montagmorgen rollte der Verkehr wieder ohne Einschränkungen in beide Richtungen.

Es werden Erinnerungen wach an den 14. Juni 2015. Auch damals hatte an einem Sonntagabend ein heftiges Unwetter den Krebsbach so anschwellen lassen, dass er die Autobahn überflutete. Seither laufen Planungen betreffend Hochwasserschutz. Unter Federführung des Kantons Thurgau wurde ein Vorprojekt ausgearbeitet. Für über 27 Millionen Franken sollen Massnahmen ergriffen werden. Da mit Einsprachen zu rechnen ist, dürfte das Projekt allerdings nicht vor 2021 umgesetzt werden.

Auch andere Bäche führten viel Wasser. Zum Beispiel der Dorfbach in Zuzwil, der 2015 ebenfalls überlaufen war. Dieses Mal hielt er sich knapp im Flussbett. Auch in Zuzwil wird seit 2015 emotional über das Thema Hochwasserschutz diskutiert. Ein Vorprojekt von Gemeinde und Kanton pfiffen die Stimmbürger im März an der Gemeindeversammlung aber zurück. Sie fordern, dass statt der Bachsanierung ein unterirdischer Entlastungsstollen unter dem Kirchhügel vertieft geprüft wird.

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Der Dorfbach in Zuzwil führte sehr viel Wasser, überlief aber nicht. (Bild: Ruth Grünenfelder)