Mehrere Meter über eine Steinmauer hinuntergestürzt. Das Fahrrad ist Schrott, der Helm arg in Mitleidenschaft gezogen und die Verletzungen beim Kind nicht auf den ersten Blick erkenntlich. Was also muss getan werden? Was sind die ersten Eingriffe, Alarmierungen, Sicherungen des Unfallortes und die ersten lebenserhaltenden Massnahmen? Viele Fragen, denen sich am Samstagnachmittag rund 50 Samariter und 20 Kursleiter und Helfer widmeten. Der Hinterthurgauer Samaritertag findet alle drei Jahre statt und ist beliebt bei den Teilnehmern aus den Samaritervereinen von Aadorf, Dussnang, Münchwilen (als Organisator), Wängi, Sirnach und Bichelsee-Balterswil-Eschlikon. Für die Meisten gehören solche Aus- und Weiterbildungstage zur Auffrischung ihres schon grossen Wissens. Aber, so war es dieses mal der Fall, können auch solche daran teilnehmen, die sich ein erstes Bild vom Samariterwesen machen wollen. 

Samariterluft geschnuppert
Mit Damaris Bissegger aus Sirnach war auch eine junge Frau dabei, die noch nirgends in einem Samariterverein aktiv ist. «Ich verfolge schon seit geraumer Zeit die Idee, beim Samariterverein Sirnach mitzumachen. Vorgängig wollte ich jedoch einfach mal etwas Samariterluft schnuppern, damit ich weiss, was mich da erwartet. So traf es sich gut, dass ich an diesem Hinterthurgauertag mitmachen konnte.» Damaris Bissegger sagte, dass die Wichtigkeit der Erste-Hilfe-Leistung ein spannendes Arbeitsfeld ist. «Die Vielfältigkeit und das grosse Wissen der Samariter hat mich positiv überrascht. Und genau darum kann ich mir gut vorstellen, beim Samariterverein Sirnach einzutreten», sagte sie. Der Sirnacher Verein darf gespannt sein, ob bald ein neues Mitglied aufgenommen werden darf. Auch die Samaritervereine kämpfen stets um Nachwuchs. 

Man kann nie zu viel Mitglieder haben
Rita Knöpfli ist Präsidentin vom organisierenden Münchwiler Samariterverein. Zur Thematik „Nachwuchsproblem“ ist sie sich bewusst, dass die Zukunft nicht all zu rosig aussieht. «Wir können nie genug Mitglieder haben. Fakt ist zudem, dass sich unsere Jahresagenda immer mehr füllt, immer mehr Anlässe und auch Grossanlässe decken wir ab. Da braucht es genug Ressourcen.» Der Münchwiler Verein zählt aktuell rund 40 Mitglieder. Knapp 30 davon sind aktiv dabei. «Solche Anlässe wie heute sollen zudem aufzeigen, dass auch bei uns der Spass im Vordergrund stehen kann, trotz der Ernsthaftigkeit der Materie. Dass wir in zusammengewürfelten Teams an diversen Posten wie „Velounfall“, „Verbrennung“, „Badeunfall“, oder „giftige Pflanze“ arbeiten, kommt bei den Teilnehmern stets gut an», sagt die Präsidentin.