Während auf dem benachbarten Sportplatz Buben Fussball spielten, fanden sich an diesem sommerlichen Abend des 13. Juni 2017 36 Stimmberechtigte, davon viele Spieler der 1. Mannschaft, und 13 Gäste zur ordentlichen HV des EHC in der Habichtstube ein. Dabei gab Präsident Uzdemir bekannt, dass er in einem Jahr zurückzutreten gedenke. Der neue Sportchef Patrick Ammann konnte die Namen von 22 Spielern bekannt geben, die kommende Saison in der 1. Liga spielen werden. Das wird allgemein als günstige Voraussetzung für eine gute Saison 2017/18 angeschaut.Während die 1. Mannschaft in der vergangenen Saison den zweitletzten Platz belegte, schaffte die 2. Mannschaft den Aufstieg von der 4. in die 3. Liga.


Zuschauerungünstiger Verlauf
Auch bei dieser HV waren die schriftlich vorliegenden Jahresberichte aufschlussreich. Es betraf jene der 1. Mannschaft (Jan Fiala), der 2. Mannschaft, der Moskitos (Raphael Zahner, Ausbildungschef), Piccolo/Bambini/Hockey school (Hasi Neff). Die auf sieben Seiten aufgeführte Jahresrechnung schloss mit einem Verlust von Fr. 64‘612.89 ab.


Der zuschauerungünstige Verlauf der Saison wie auch Spielerprämien für die Vermeidung des letzten Platzes in der Meisterschaft mögen da eine Rolle gespielt haben. Aus der Versammlung heraus wurden keine Fragen zum Jahresabschluss gestellt.


Ugur Uzdemir will 2018 zurücktreten
Mit Freude schaute der Präsident auf das Jubiläumsfest „75 Jahre EHC Uzwil“ zurück. Uzdemir, seit 2013 Präsident, möchte in einem Jahr zurücktreten. Da im Oktober 2017 Sekretär Adam Mechergui zum FC Wil wechselt, findet es Uzdemir für den Klub vorteilhaft, noch ein Jahr zuzulegen. Möglicherweise wird im Herbst eine ausserordentliche HV einberufen, die sich mit dem Präsidentenwechsel befasst. Weiter wird erwogen, die nach St. Gallen verlegte Geschäftsstelle des EHC wieder in Uzwil anzusiedeln.


Zur Saison 2017/18 meinte Uzdemir, dass verschiedene Indizien dafür sprechen, dass die Saison um einiges erfolgreicher werde als die vergangene. Sowohl der Vorstand, dem neu Adam Mechergui angehört, wie auch der Präsident wurden einstimmig bestätigt bzw. gewählt.


Mischa Broder
Bea Heeb, Präsidentin des Habichtclubs, konnte dem Habicht des Jahres, Mischa Broder, als Auszeichnung einen Wimpel überreichen.


Erste Mannschaft fast komplett
Der neue Sportchef und Nachfolger von Jan Fiala, Patrick Ammann, konnte bereits 22 Namen vorn Spielern bekannt geben, welche die 1. Mannschaft bilden werden. Bis auf 1 oder 2 Stürmer dürfte damit das Team beisammen sein. Viele der erwähnten Spieler, die meistens schon einmal beim EHC Uzwil gespielt hatten, waren an der HV anwesend. Der neue Trainer Kevin Schüepp und Nachfolger von Petr Rosol konnte beim EHC St. Gallen Erfahrungen sammeln, mit dem er den Aufstieg in die 2. Liga schaffte.


Die nächste Saison wird Uzwil mit neun anderen Klubs in einer Gruppe spielen und drei Runden austragen, also 27 Qualifikationsspiele bestreiten. Nachher kommt es zu Playoffs-Partien. Nächstes Jahre wird es, anders als in der vergangenen Saison, auch wieder einen Absteiger geben. Die Uzwiler rechnen nicht damit….

Was ich vermisste…
Die 76. HV hinterliess bei mir einen positiven Eindruck. Zum einen, dass der Präsident noch ein Jahr zulegen würde, und damit ein Loch in der Vereinsführung umging. Zum andern, weil die 1. Mannschaft der nächsten Saison schon fast beisammen ist mit Leuten an der Spitze, die wissen, was sie wollen (Ammann/Schüepp). Zudem haben viele Massgebliche im Verein auch in der, ach, so schwierigen Saison 2016/17 dem EHC die Stange gehalten.

In Nachhinein überlegte ich mir, was ich an der HV auch noch gerne gesehen hätte.
Gerne hätte ich gehabt, wenn die Verfasser der Jahresberichte auch noch persönlich kurze Kommentare zur Saison abgegeben hätten.
Gerne hätte ich von der Kassierin auch noch mehr über die Finanzen bzw. das Defizit erfahren; im August 2015 war ja der EHC schon schuldenfrei.
Gerne hätte ich von Hasi Neff gehört, wie es so geht mit der Nachwuchsförderung.

Etwas erstaunt war ich, dass ich an diesem Abend der einzige Medienvertreter war, und dann, dass die Wilerzeitung schon am nächsten Tag einen guten Abriss der HV brachte. Gerne hätte ich auch von Trainer Kevin Schüepp eine Standortbestimmung gehört.

Vielleicht wäre ein Dank an die Verantwortlichen der 2. Mannschaft drin gelegen, die den Aufstieg geschafft haben. Oder ein Dank an die Bemühungen des Jubiläums-OK’s unter Markus Mahler usw.usw.

Aber eben: Heutzutage ist es Brauch, dass die HV möglichst kurz ausfällt, damit man zum Apéro übergehen kann… Mit meinen vermissten Punkten wäre die HV an diesem durstigen Abend wohl doppelt so lange gegangen, wohl länger als die Uzwiler Gemeindeversammlung.
Armin Benz