Es ist Jahr für Jahr das gleiche: Die meisten Gemeinden budgetieren eine mehr oder weniger ausgeglichene Rechnung und schliessen dann besser ab als erwartet. Häufig sogar deutlich besser. Als Begründung wird jeweils angegeben, dass mehr Steuern eingenommen worden sind als erwartet – und man die Steuereinnahmen nur schwer budgetieren könne. Darum wird oftmals eine eher konservative Annahme der Steuereinnahmen getroffen, um dann dem Bürger nicht einen unerwartet schlechten Jahresabschluss präsentieren zu müssen. Dieses Jahr kam erschwerend dazu, dass erstmals der Finanzteil aufgrund des Rechnungsmodells der St. Galler Gemeinden (RMSG) erstellt wurde, was gewisse Unsicherheiten mit sich brachte. Die Erfolgsrechnung sowie das Budget sind nach dem Modell «RMSG» im gleichen Raster aufgeführt, sodass die Vergleichbarkeit gegeben ist.

Und welche Gemeinde des Wahlkreises hat nun am weitesten daneben budgetiert? Es ist Flawil mit einer Differenz von rund 5,74 Millionen Franken. Die Begründung im Geschäftsbericht lautet wenig überraschend: «Die Besserstellung ist hauptsächlich auf Mehreinnahmen bei den Steuern von fast vier Millionen Franken zurückzuführen. Sowohl Frau und Herr Flawiler als auch Unternehmen haben deutlich mehr Steuern bezahlt. Zudem haben die Neubewertung von Liegenschaften im Finanzvermögen sowie der Gewinn aus dem Verkauf eines Grundstücks zu einem Mehrertrag von knapp einer Million Franken geführt.» Schon im Jahr davor war der Flawiler Abschluss um fast drei Millionen Franken besser gewesen als erwartet.

Nur Niederhelfenschwil im Minus

Mit einer Ausnahme haben alle Gemeinden des Wahlkreises Wil einen kleineren oder grösseren Gewinn geschrieben. Einzig Niederhelfenschwil war rot – mit einem Verlust von rund 200'000 Franken aber deutlich weniger stark als erwartet. Budgetiert gewesen war ein Defizit von knapp 1,2 Millionen Franken.

Fünf der zehn Gemeinden des Wahlkreises Wil haben hinsichtlich des laufenden Jahres eine Steuerfuss-Reduktion beantragt – und vom Souverän auch genehmigt bekommen. Es sind die Zuzwil, Oberbüren, Jonschwil, Oberuzwil und Flawil.

Sehen Sie hier, wie weit ihre Gemeinde über Budget abgeschlossen hat:

Differenz Budget 2019/Rechnung 2019
Flawil: 5,74 Millionen
Uzwil: 4,59 Millionen
Wil: 4,12 Millionen
Oberuzwil: 3,70 Millionen
Jonschwil: 2,34 Millionen
Oberbüren: 2,02 Millionen
Zuzwil: 1,57 Millionen
Niederhelfenschwil: 0,98 Millionen
Degersheim: 0,49 Millionen 
Niederbüren: 0,28 Millionen

Hier sind die Rechnungsabschlüsse 2019 der Region-Wil-Gemeinden zusammengetragen.