Freitag, Samstag und kommender Montag wird die Umfahrungsstrasse von morgens um acht Uhr bis nachmittags um sechzehn Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt sein. Dafür wird es dutzende Fussgänger in das Gebiet unterhalb des Schomattenberg ziehen. Grund dafür sind die komplexen Holzereiarbeiten, im steilen Gelände des Schutzwaldes, über der Umfahrungsstrasse. Rund 220 Baumstämme sind in akribischer Vorarbeit gekennzeichnet worden, diese werden nun gefällt und mit einem Helikopter der Marke Kaman abtransportiert. Dieser rotweisse Helikopter ist von weit her gut sicht- und hörbar. Kaum verwunderlich also, dass sich die Passanten nach ihm umsehen. Spannend wird es, wenn sich dieser mit 1500 pferdestärken angetriebene Heli über dem Waldgebiet niederlässt, um nur wenig später mit einem dicken Stamm am Seil wieder aufzusteigen. Einige hundert Meter nebenan senkt er sich wieder und entkoppelt das stammtragende Seil. Nicht alltäglich, solche Arbeiten mitzuverfolgen.

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Passanten verfolgen das Schauspiel der Holzereiarbeiten am Schomattenberg.


Zu hohes Sicherheitsrisiko

Warum die Bäume gefällt werden erklärt Projektförster Nikolaus Fankhauser damit. «Infolge talwärts geneigtem Wuchs, durch Pilzbefall, oder durch schlechte Verwurzelung, ist die Gefahrenstufe für die unterhalb durchführende Kantonsstrasse zu hoch.» Die ganze Holzschlagsaktion wird von der Waldregion 5 Toggenburg in Zusammenarbeit des Strassenkreisinspektorats Wattwil geplant und durchgeführt. Vom zweitgenannten Gremium ist sich Urs Göldi bewusst, dass infolge der Holzereiarbeiten und die daraus resultierende Strassensperrung für ein hohes Verkehrsaufkommen durch Wattwil führen wird. «Wir müssen es nun aber in diesen drei Tagen durchziehen, zu viele Faktoren spielen dabei mit, als dass wir es noch einmal verschieben könnten.»

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Urs Göldi (links) vom Strassenkreisinspektorat und Nikolaus Fankhauser, Projektförster, begleiten die Abholzungsarbeiten am Schomattenberg.


Buchen, Fichten und viele Eschen

Dank gezielter Planung und minutiöser Vorbereitung steht die Sicherheit Aller im Vordergrund. «Über 20 Personen, viele von der Helikopter Firma, aber auch Waldarbeiter und Förster, sind gefordert. Dass die Arbeiten problemlos angelaufen sind – und es hoffentlich auch so bleibt – verdanken wir dem Forstbetrieb der Ortsgemeinde Wattwil, dem Revierförster, dem Heliteam und allen weiteren Mitinvolvierten», sagt Nikolaus Fankhauser. Weiter erklärt er, dass einige Stämme infolge zu hohen Gewichts in zwei Flügen abtransportiert werden müssen. «Es sind dabei hauptsächlich die Buchen, die sehr schwer sind. Der Grossteil des Holzschlags bezieht sich jedoch auf die Eschen, die von einem aggressiven Pilz befallen sind, der sogenannten Eschenwolke.» Der Spezialhelikopter, in dem lediglich der Pilot Platz hat, kann dabei pro Flug ein Baumstammgewicht von rund 2,8 Tonnen anhängen. Damit ist die Zuladung grösser als sein eigenes Gewicht (2,3 Tonnen). Vor sechs Jahren wurden bereits einige Stämme abgeholzt, in der Zwischenzeit begaben sich die Zuständigen wiederkehrend in das Waldgebiet, um problematische Bäume auszumachen. Da die Temperaturen am gestrigen Freitag auf über zehn Grad Celsius stiegen, hatte der Pilot kein leichtes Spiel. Der Auftrieb sei besser bei kühleren Temperaturen, hiess es aus Fachkreisen. Am Montag um 16:00 Uhr sollten die Arbeiten und die damit verbundenen Strassensperrungen, beendet sein.