200 000 Franken kostet die Revision der Orgel in der Christkönigskirche. Die Katholische Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil hat der Firma Späth Orgelbau in Rüti den Auftrag erteilt.Die «alte Dame», wie Peter Falk, Kirchenverwaltungsrat der Katholischen Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil, die Orgel an einem Informationsanlass nannte, braucht eine Revision. Andreas Zwingli, in jungen Jahren Leiter des Jugendchors der Musikschule Uzwil und heute Geschäftsleiter der Firma Späth Orgelbau AG, erklärte, woran die 1934 eingebaute Orgel leidet und welche Massnahmen nötig sind, damit das Spielen und der Klang wieder Freude machen. Im April beginnen die Arbeiten, Ende Juli sollen sie abgeschlossen sein. Für die Einweihung sind ein Gottesdienst am Sonntag, 26. August, 10.30 Uhr mit anschliessender Besichtigung und ein Orgelkonzert am Freitag, 24. August, 19 Uhr, geplant.

Prospekt-Landschaft
«Wenn wir die Orgel für 200 000 Franken revidieren, dann ist dies ein Zeichen, dass wir an die Zukunft der Orgel, der Kirchenmusik und der Kirche glauben», sagte Peter Falk im Beisein aller Organistinnen und Organisten der Seelsorgeeinheit Uzwil, von Esther Wild Bislin, hauptverantwortliche Kirchenmusikerin, einer Delegation des Kirchenchors Niederuzwil, des Mesmers Radislav Piljic und des Kirchenverwaltungsratspräsidenten Paul Gähwiler-Wick. «Wir haben es hier mit einer einmaligen Einheit von Architektur und Orgelprospekt zu tun», machte Andreas Zwingli auf der Empore bewusst. Er sprach von einer «Prospekt-Landschaft» und einem «architektonischen Schmuck». Die Orgel wurde 1934 von der nicht mehr existierenden Orgelbau Willisau AG gebaut; versehen mit einer pneumatischen Traktur, die 1982 durch eine elektrische ersetzt und von zwei auf drei Manuale umgebaut wurde. «Leider ist die Intonation vernachlässigt worden», bedauerte der Fachmann. Die Intonation wird der krönende Abschluss der Revision sein.

Pfeifen könnten einzusinken
Andreas Zwingli weiss, dass der Originalzustand einer Orgel in den wenigsten Fällen erhalten geblieben ist und so waren die Aufnahme der vorhandenen Substanz und das Erfassen der Veränderungen vor dem Kostenvoranschlag nötig. Insgesamt hat die Orgel 2878 Holz- und Metallpfeifen. Die Metallpfeifen bestehen aus 80 Prozent Zinn und 20 Prozent Blei. «Das ist problematisch, weil sich dieses Material verformt», erklärte Zwingli. Er hat festgestellt, dass die Füsse der Pfeifen wegen ihres Gewichts im Pfeifenstock einsinken. Dadurch könnten sie irgendwann herausfallen. Die Sanierung des Prospekts ist deshalb eine wichtige Arbeit. Federn werden das Gewicht der Pfeifen auffangen. Sämtliche Pfeifen werden ausgebaut und als erstes trocken und dann feucht gereinigt und kontrolliert. Teilweise müssen sie ausgeformt werden. Die aufwändige Windversorgung braucht eine minutiöse Revision. Die Ledertaschen der Windlade – «kunterbunt» seien sie aktuell – werden ersetzt und vereinheitlicht. Die ganze Elektrik muss durchgearbeitet werden, damit der Strom richtig fliesst.

Truhenorgel als Ersatz
Im Zuge der Revision wird eine Setzeranlage installiert. Die Organistinnen und Organisten können die Lieder im Voraus registrieren und speichern. Am 9. April, nach der Erstkommunion, beginnen die Arbeiten, die teilweise in der Werkstatt der Späth Orgelbau AG in Rüti erfolgen. Die Orgel wird zu Beginn noch eingeschränkt spielbar sein. Ab Juni stellt die Orgelfirma eine Truhenorgel als Ersatz zur Verfügung, die dann vorne in der Kirche stehen wird. «Wer sich für die Revision interessiert, ist eingeladen auf die Empore zu kommen, wenn wir an der Arbeit sind», ermunterte Andreas Zwingli. Während der Revision sei Flexibilität gefordert. «Sie werden jedoch mit einer frischen, sauberen und wohlklingenden Orgel belohnt», versprach der Organist, Organologe (Orgelbau-Kundler) und erfahrener Orgelbauer.