«Der Bundesrat wird weitere Massnahmen beschliessen müssen – sehr bald beschliessen müssen.» Wie «Blick» am Samstag Simonetta Sommaruga zitiert. Das soll die Bundespräsidentin am Rand einer Visite im Berner Inselspital gesagt haben, als sie sich dort vor Ort über die Arbeit des Berner Universitätsspitals im Zusammenhang mit der Pandemie informieren liess. Damit spricht Sommaruga Klartext nachdem Gesundheitsminister Alain Bersert bereits gesagt hat, dass am kommenden Mittwoch schärfere Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus beschlossen werden könnten. Die letzte Pressekonferenz im Bundeshaus am Freitag hat gezeigt, dass die aktuellen Massnahmen des Bundes nicht reichen. Nun wird heiss diskutiert, wie die Massnahmen des Bundesrates am kommenden Mittwoch aussehen könnten?

«Jeder Tag zählt. Wir müssen unverzüglich Massnahmen ergreifen, um eine Überlastung der Spitäler zu verhindern», fordert die Covid-Taskforce in ihrem Lagebulletin. So empfiehlt sie dem Bund eine Reihe von Massnahmen, die bis in den Frühling verordnet werden sollten. Diese empfohlenen Massnahmen sehen wie folgt aus:

- Das Tragen von Masken durch Jugendliche und Erwachsene in allen Innenräumen und in überfüllten Aussenbereichen wie beispielsweise Strassenmärkte usw.

- Home-Office für alle Mitarbeitenden, für die dies möglich ist.

- Die Schliessung von Unterhaltungs- und Erholungsstätten in engen und schlecht belüfteten Innenräumen, wo die Bedingungen die Übertragung des Coronavirus zwischen Menschen in engem Kontakt erlauben.

- Beschränkung privater Zusammenkünfte, zum Beispiel auf weniger als zehn Personen

- Beschränkung öffentlicher Versammlungen, zum Beispiel auf weniger als 50 Personen

- Beschränkung der Öffnungszeiten von Restaurants und Bars, beispielsweise auf 21 Uhr.

- Einstellung von Aktivitäten mit einem hohen Risiko der Übertragung des Coronavirus, beispielsweise Sportarten mit direktem Kontakt, Gesang oder mit Blasinstrumenten.

- Umstellung auf ausschliessliche Online-Bildung in allen sekundären und höheren Bildungseinrichtungen, für die eine solche Bildung möglich ist.

- Erhöhung der Zahl der Coronavirus-Testzentren und der Zahl der Contact-Tracer.

- Regelmässige Tests von Arbeitnehmern in Hochrisiko-Umgebungen. 

Genau diese Massnahmen sollen nach Angaben der Taskforce im Herbst und Winter «für Stabilität sorgen und Jo-Jo-Effekte so weit wie möglich vermeiden». Ihre Auswirkungen und die Akzeptanz in der Bevölkerung seien regelmässig zu überprüfen. «Werden die vorgeschlagenen Massnahmen nicht umgesetzt oder gelingt es nicht, die Ausbreitung des Coronavirus rasch einzudämmen, ist ein nationaler Lockdown nicht auszuschliessen, um das Gesundheitssystem vor einem Zusammenbruch zu schützen», betont die Organisation. 

Das sind die St. Galler Zahlen

Dass die Corona-Fallzahlen immer weiter ansteigen, zeigt auch das aktuelle Lagebulletin des Kantons St. Gallen: Allein in den vergangenen sieben Tage wurden 7173 Test durchgeführt und dabei sind 1506 Test positiv ausgefallen. Das entspricht einer Positivitätsrate von 22,9 Prozent. Als vermutete Ansteckungsorte nennt der Kanton den Familien- und Freundeskreis. Auch die epidemiologische Einschätzung fällt für die vergangene Woche nicht gerade positive aus: «Die Situation ist weiterhin instabil.» Nun wird überall diskutiert, für welche Massnahmen sich der Bundesrat entscheiden und eventuell am Mittwoch bekannt geben wird? hallowil.ch möchte in einer Umfrage (siehe unten) wissen, wie ihre Leser das sehen. Kommt es wirklich zu einer Maskenpflicht im Freien? Oder ist in der aktuellen Lage sogar ein Mini-Lockdown sinnvoll? Oder reichen die aktuell geltenden Massnahmen im Kampf gegen Covid-19?