Wo wohnen Sie und welchen Fussballverein der höchsten beiden Ligen des Landes unterstützen Sie? So die beiden einfachen Fragen, welche «Blick-Online» seinen Lesern gestellt hat und daraus eine Landeskarte zeichnen liess. Nun ist die Auswertung da. Wenig erstaunlich wohnen die Fans des FC St. Gallen über die ganzen Ostschweiz verteilt. Schon erstaunlicher ist, dass der FC Wil in der Auswertung nicht einmal erscheint. Haben die Äbtestädter als gar keine Fans? Oder Lesen die Wil-Anhänger «Blick-Online» nicht?

Zoomt man bei der Auswertung etwas genauer auf die Region Wil, so sind doch noch einige Fans des Bergholz-Klubs zu finden. Allerdings werden sie von den Anhängern des FC St. Gallen mengenmässig überstimmt, so dass sie in der Fan-Landeskarte nicht auftauchen. Oder anders formuliert: Selbst in Stadt und Region Wil unterstützen mehr Leute den FC St. Gallen als den FC Wil – wenn diese Umfrage auch tatsächlich die Realität widerspiegelt.

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So sieht die Fussball-Fan-Landkarte aus. Der FC Wil findet dabei keine Ernennung. (Grafik: blick.ch)


Derbys ziehen kaum

Unter diesem Aspekt ist erstaunlich, dass Ende April am gleichen Sonntag sowohl St. Gallen als auch Wil am gleichen Nachmittag ein Meisterschafts-Heimspiel ausgetragen haben. Immerhin besitzen die Vereine Mitbestimmungsrecht, was die genaue Spielansetzung betrifft. Der Grund: Der FC Wil wollte am Samstagabend nicht spielen, weil dann seine Gönnervereinigung «Club 2000» das 25-jährige Bestehen mit einem Gala-Abend in der Tonhalle feierte. Der Termin war schon lange fixiert. Die Quittung gab es am Sonntag in der IGP-Arena: Trotz Gratis-Eintritt auf den Stehplätzen aufgrund eines Kids-Days kamen nur gerade gut gezählte 820 Zuschauer – Saison-Minusrekord. Und das zu einem St. Galler-Derby gegen Rapperswil-Jona.

Apropos Derby: So viele, wie in der vergangenen Saison, gab es aus Wiler Sicht noch nie. Je zweimal wurde gegen Vaduz, Winterthur, Schaffhausen und eben Rapperswil-Jona gespielt. Allerdings haben einzig die Derbys gegen Winterthur überdurchschnittliche Anziehungskraft – und dies auch hauptsächlich wegen jeweils mehrerer hundert mitgereister Anhänger aus der Eulachstadt. Ansonsten waren die Zuschauerzahlen an den Derbys mager. Genau dreimal kamen in der ganzen vergangenen Saison weniger als 1000 Fans an ein Heimspiel ins Bergholz, dreimal an ein Derby.

Fällt der Stadionrekord gegen GC?

Alles in allem hatte der FC Wil in der vergangenen Saison am zweitwenigsten Zuschauer aller Challenge-League-Klubs. Einzige der FC Chiasso vermochte noch deutlich weniger Fans anzuziehen. Allerdings ist zu sagen, dass der Zuschauer-Durchschnitt des FC Wil in der abgelaufenen Spielzeit gestiegen ist – obwohl ein eigentliches Zugpferd wie der FC St. Gallen oder der FC Zürich fehlte. Genau 1177 Zuschauer pilgerten im Durchschnitt an eine Partie in die IGP-Arena. Das sind rund 250 Fans mehr als in der Saison 2017/2018, als ebenfalls kein Zugpferd vorhanden war. Allerdings liegt der FC Wil damit deutlich unter dem Liga-Durchschnitt von 2159 Zuschauern. Die höchste Zuschauerzahl wurde mit 1860 Fans am Ostermontag gegen den FC Aarau registriert, der allerdings von einer stattlichen Anzahl eigener Anhänger unterstützt wurde.

Und wie sieht es kommende Saison aus? Aller Voraussicht nach dürfte der Schnitt erneut steigen. Dies liegt am Absteiger GC, der bereits zum ersten Heimspiel der neuen Saison und dann im April des kommenden Jahres noch einmal in der IGP-Arena zu einem Meisterschaftsspiel erscheinen wird. Gibt es gar einen Stadionrekord im neuen Bergholz? Dieser liegt bei 4440 Zuschauern und stammt aus dem Jahr 2016, als der FC Zürich im Wiler Südquartier spielte – ebenfalls bereits in der zweiten Meisterschaftsrunde, ebenfalls am Hofchilbi-Wochenende. Jenes Spiel wurde allerdings nicht live im Fernsehen übertragen. Dieses Mal wird Teleclub am Freitagabend, 26. Juli, live auf dem frei empfangbaren Sender «Teleclub Zoom» aus dem Bergholz berichten.