Die Katze ist aus dem Sack: Als letzte der grossen Parteien macht die SVP ihre Kandidatur für die Wiler Stadtratswahlen am 27. September publik. Die Partei schickt Landwirtin Ursula Egli ins Rennen, so dies die Parteimitglieder an der Nominationsversammlung am kommenden Montag gutheissen. Lange war gerätselt worden, ob Ursula Egli kandidiert oder nicht. Nun tut sie es also und ist unter den mittlerweile neun Kandidaten erst die zweite Frau – die einzige mit Parteizugehörigkeit. «Die anderen Parteien reden von Frauenförderung. Aber niemand bringt eine Kandidatin. Ausser die SVP. Aber nicht, weil Ursula Egli eine Frau ist, sondern weil sie die richtige Person ist», sagt SVP-Fraktionspräsident Benjamin Büsser.

Die 49-jährige Ursula Egli ist Mutter von vier Kindern und lebt seit bald 25 Jahren mit ihrem Ehemann Lorenz auf dem Feldhof in Rossrüti. Sie ist gelernte Hauspflegerin sowie Bäuerin. Neben der Familienarbeit gestaltet sie die Weiterentwicklung des eigenen Landwirtschaftsbetriebs mit. Seit mittlerweile sieben Jahren ist Ursula Egli Mitglied des Wiler Stadtparlaments – und war 2017 als Parlamentspräsidentin «höchste Wilerin». Seit 2016 vertritt sie die SVP im St. Galler Kantonsrat. «Als Stadträtin würde sie sich in konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Stadtrat, dem Parlament und den Verantwortungsträgern aus Wirtschaft und Gewerbe für die Interessen der Bevölkerung und für die Zukunft von Wil als attraktive Stadt im Grünen mit hoher Lebensqualität einsetzen.», sagt Büsser.

Im Video: Dieses Departement würde Ursula Egli gerne haben

 

«Noch in der Aufbauarbeit»

Würde Ursula Egli gewählt, wäre das eine Premiere: Noch nie in der Geschichte der Stadt Wil hatte die SVP Einsitz im Wiler Stadtrat. «Uns gibt es erst seit 25 Jahren und wir sind eine junge Partei. Wir sind noch immer in der Aufbauarbeit und haben nicht die Personaldecke einer CVP oder FDP. Aber von den Wählerstimmen her steht uns klar ein Sitz im Stadtrat zu», sagt Büsser. Doch warum Ursula Egli? «Sie ist eine authentische Vertreterin der SVP, steht für die Landwirtschaft ein und ist politisch versiert. Wenn dieser «Trumpf-Buur» nicht sticht, dann weiss ich auch nicht mehr weiter», sagt Benjamin Büsser. Was Ursula Egli selbst zu ihrer Kandidatur sagt, sehen Sie im obenstehenden Video-Interview.

Einen Kandidaten für das Stadtpräsidium stellt die SVP nicht, obwohl sie dies angekündigt hatte. Gab es Probleme bei der Kandidaten-Suche? «Wir haben intensive Gespräche mit verschiedenen Personen geführt. Schlussendlich hat es einfach nicht gepasst», so Büsser. Wen die Partei als Stadtpräsident empfiehlt, gibt sie im Hochsommer bekannt – nach einem Hearing mit allen Kandidaten. Bis jetzt sind es Oliver Baumgartner (parteilos), Hans Mäder (CVP), Daniel Meili (FDP) und Dario Sulzer (SP). Zudem kandidieren für den Stadtrat Beat Gisler (CVP, neu) Jutta Röösli (parteilos, bisher) Jigme Shitsetsang (FDP, neu) und Daniel Stutz (Grüne, bisher). Weitere Meldungen sind noch bis zum 29. Juni um 18.30 Uhr möglich.