Das Wildschwein. Eigentlich ein interessantes Tier, ein schönes Tier. Es ist aber nicht gerade das beliebteste Tier, wenn es sich über die frisch gesamten Ackerbauflächen hermacht. Das Wildschwein war Thema Nummer eins am diesjährigen Austausch zwischen den Pächtern der Jagdgesellschaft Bronschhofen-Hofberg und den Landwirten der Region am Freitag. Eingeladen von der Jagdgesellschaft fanden sich rund 40 interessierte Landwirte und Jäger in der Micarna Bazenheid für einen gemeinsamen Diskurs zum Thema Landwirtschaft und Jagd im heutigen gesellschaftlichen Umfeld ein.

«Schweinepest wäre katastrophal»

Jagdpächter Fabian Wick klärte die Gäste über die wichtigsten Merkmale und Eigenheiten der Wildschweine auf. Neben den Schäden, welche die Tiere auf dem Land der Bauern anrichten, sind sie auch Träger der afrikanischen Schweinepest. «Die Schweinepest ist zwar für uns Menschen nicht gefährlich, aber hochansteckend für die Schweine. Auch für unsere Mastschweine auf dem Bauernhof. Und daher wäre eine Einschleppung der Seuche von Europa in die Schweiz für unsere meistgenutzten Masttiere in der Schweizer Landwirtschaft katastrophal», sagte Micarna Unternehmensleiter Albert Baumann, der seit 2016 als Pächter für einen Teilbereich des Jagdgebiets verantwortlich ist.

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Pächter und Micarna-Unternehmensleiter Albert Baumann warnt vor der Schweinepest.

Viele Landwirte wollten wissen, wie sie sich besser gegen die Tiere schützen können oder auch wieso es so schwierig ist, die Tiere zu schiessen. Neben einfachen Tricks wie eine richtige Zäumung von Ackerflächen oder die Verteilung von Kuhfladen auf der ganzen Ackerfläche ist auch die Kontrolle eines geernteten Feldes von hoher Bedeutung. «Ein Wildschwein riecht Maiskolben oder Körner bis zu 50 Zentimeter unter der Erdoberfläche und gräbt diese aus. Es ist daher entscheidend, dass beispielsweise runtergefallene Maiskolben nach dem Maishäckseln auf dem Feld eingesammelt werden. Sonst kommt das Wildschwein und pflügt das ganze Feld um, was bei einer neuen Saat fatale Folgen haben kann», sagte Wick.

Wie man Rehkitze schützen kann

Neben den Landwirten und den Pächtern der Jagdgesellschaft war mit Matthias Müller auch ein Vertreter des Kantons St.Gallen vor Ort. Der Wildhüter, der als Verantwortlicher des Kreis 7 unter anderem auch für die Region Wil zuständig ist, zeigte auf, was betroffene Landwirte im Schadenfall tun können. Er bestätigte zudem, dass die Zahl der Wildschweine der Region in den vergangenen Jahren zugenommen hat. «Bis jetzt waren wir eher verschont, weil die Wildschweine lieber im flacheren Gebiet im Thurgau unterwegs waren. Nur wächst die Population und die Tiere wandern. Je länger je mehr kommen sie dabei durch unser Einzugsgebiet.»

Besprochen wurde auch der Umgang mit Rehkitzen, die sich in einer zu mähenden Wiese aufhalten. «Rehkitze verstecken sich gerne im hohen Gras, für einen Landwirt auf dem Traktor kaum zu sehen. Darum sind sogenannte Verblendungen für die Tiere lebenswichtig», sagte Hanspeter Oberli, Obmann der Jagdgesellschaft Bronschhofen-Hofberg. Die Jagdgesellschaft bietet den betroffenen Landwirten Unterstützung bei der Installation der Verbledungsinstallation. Neben diesem einfachen Trick, welcher die Rehkitze aus der Wiese treibt, können auch Mährichtungen den Jungtieren das Leben retten. «Indem beispielsweise nicht von aussen nach innen gemäht wird, sondern entweder von innen nach aussen oder in Bahnen, erhalten die Rehkitze die Möglichkeit, die Wiese noch zu verlassen», sagte Oberli. (pd/red)

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"Wildschweine können faale Folgen haben", sagt Hanspeeter Oberli, Obmann der Jagdgesellschaft Bronschhofen-Hofberg.