Neben der Behandlung zweier parlamentarischer Vorstösse war das an die vereinigte Stadt Wil mit Bronschhofen angepasste Feuerschutzreglement einziges Traktandum. Zu grossen Diskussionen führte die Vorlage nicht. Einziger Einwand kam seitens Daniel Gerber (FDP). Weil neben den Technischen Betrieben auch die Dorfkorporation Bronschhofen für Löschwasserreserven zuständig ist, ergeben sich Ungleichbehandlungen bei der Feuerschutzabgabe. Mit 37:0 Stimmen erfolgte die Abnahme. Breitere Beachtung erhielt Marianne Mettler (SP), welche nach 17 Jahren im Parlament ihren Rücktritt erklärte.Parlamentspräsident Luc Kauf (GRÜNE/prowil) konnte sich ob den wenigen Traktanden ausgiebig Zeit lassen für eine vorausgehende Einlage. Als Auftakt zu den Parlamentssitzungen will er ein Stück Rundgang durch die Stadt Wil vorstellen und darin auf die Besonderheiten der Äbtestadt Wil eingehen. Dem neuen Informationsbeauftragten für die Stadt, Philipp Gemperle, war bereits am ersten Arbeitstag die Herausforderung gegeben, die Parlamentssitzung zu protokollieren.

Ersatzwahlen
Keine Wortmeldungen und Einstimmigkeit ergaben die Ersatzwahlen in die Liegenschafts- und die Bau- und Verkehrskommission. Bei der Liegenschaftskommission ersetzt Hans Moser (CVP) Roland Bosshart. Bei der Bau- und Verkehrskommission tritt Ruedi Schär (CVP) an die Stelle von Christine Hasler.

Anpassung Feuerschutzreglement
Das Feuerschutzreglement bedurfte der Anpassung, weil vor der Vereinigung von Wil mit Bronschhofen die beiden Gemeinden eigene Feuerschutzreglemente hatten. Das nun für das ganze Stadtgebiet geltende Feuerschutzreglement beinhaltet dennoch spezielle Regelungen, weil neben den TBW (Technische Betriebe Wil) die Dorfkorporation Bronschhofen für Löschwasserreserven zuständig ist. Die Dorfkorporation Bronschhofen ist reglementarisch ermächtigt, Beiträge und Gebühren von Grundeigentümern zu erheben für Objekte ausserhalb des Korporationsgebietes.

Die Vorstellung der Vorlage seitens Christoph Gehrig fiel kurz aus, da die meisten Anpassungen nur redaktioneller Natur waren. Der für den Feuerschutz zuständige Stadtrat Daniel Meili wies auf die angebliche Dringlichkeit der Behandlung der Vorlage hin, weil Verträge mit Privatgrundbesitzern auslaufen und Übergangslösungen notwendig geworden wären. Unter den Fraktionen herrschte einhellige Zustimmung. Ein Einwand zur getroffenen Lösung kam seitens Daniel Gerber, der auf die Ungleichbehandlung bei Feuerschutzbeiträgen ausserhalb dem Wasser-Versorgungsgebiet der Dorfkorporation hinwies. Für diese Bauten können Feuerschutzbeiträge erhoben werden, weil sie im Feuerschutzgebiet der Dorfkorporation liegen. Die Abstimmung für die Vorlage fiel mit 37:0 Stimmen aus. Die Vorlage unterliegt dem fakultativen Referendum.

Stadtrat prüft Bahnhofpatenschaft
Mittels Interpellation wollte Parlamentarier Erwin Böhi (SVP) vom Stadtrat wissen, wie er zu einer Bahnhofpatenschaft steht wie es die SBB bereits vorschlägt. Böhi wies auf die unterschiedliche Wahrnehmung der Sicherheit beim Bahnhof Wil hin. Die Faktenlage zeigt jedoch eine zufriedenstellende Sicherheitslage. Die von den SBB angestrebten Bahnhofpatenschaften sehen die Instruktion von Privaten vor, welche mit Passanten Kontakt aufnehmen und unsichere Orte regelmässig aufsuchen.

Mit der Beantwortung des Stadtrates, eine Bahnhofpatenschaft zu prüfen, zeigte sich Böhi mehr als zufrieden. In der Beantwortung weist der Stadtrat allerdings darauf hin, dass es für eine Einführung einer Projektleitung bedarf mit passenden Räumlichkeiten, wo die Freiwilligen instruiert und koordiniert werden können. In einer Anlaufphase ist mit rund 10% Aufwand pro Woche zu rechnen.

Stadionbeleuchtung, mühsamer Ablauf
Christoph Gehrig kritisierte in seiner Interpellation den seiner Ansicht nach mühsamen Ablauf bei der Lösung des Beleuchtungsproblems beim FC-Stadion der IGP-Arena. Bekannte Anforderungen seien laufend hinausgeschoben worden und der Umgang mit Einsprechern sei nicht akzeptabel. Der Stadtrat habe zwar seine Fragen beantwortet, inhaltlich befriedigten diese jedoch nicht.

Stadtrat Daniel Stutz wies darauf hin, dass sie mit dem FC immer auf konstruktiver Basis Gespräche geführt hätten. Die Faktenlage sei eigentlich bekannt, nachdem nun schon mehrere Interpellationen zu diesem Thema gelaufen seien. Wenn mit Einsprechern wenige Gespräche stattfanden, sei dies in deren unwesentlichen Forderungen begründet gewesen. Aktuell sei noch eine Einsprache beim Kantonalen Baudepartement hängig. Sobald die Einsprachen abgeschlossen seien, werde man die Nachrüstung umgehend bearbeiten. Nach Stadtrat Stutz könnte die Installation noch im Laufe Sommer 2018 stattfinden. Für die ausgesprochene Busse seitens des Fussballverbandes bestehe keine Grundlage, dass die Stadt dafür aufkommen müsse.

Rücktritt Marianne Mettler
Nach 17 Jahren im Wiler Parlament gab Marianne Mettler (SP) an der Parlamentssitzung ihren Rücktritt bekannt. Mit Marianne Mettler verliert das Wiler Parlament eine engagierte Persönlichkeit mit breiten Dosssierkenntnissen.

Bei ihrem langjährigen Einsatz setzte sich die SP-Parlamentarierin nicht allein für linke Anliegen ein. Ihr ging es vielmals auch darum, unternehmerische Vorstellungen einfliessen zu lassen. Ihr breit gefächertes politisches Engagement fand bekanntlich gar bis nach St. Gallen Gehör, als sie als VR-Präsidentin der Spitalverbunde im Gespräch war.

Eine Nachfolgeregelung ist seitens der SP Fraktion noch offen.