Genau 18 Kantonsrätinnen und Kantonsräte darf der Wahlkreis Wil in die Pfalz entsenden. Drei sind im März neu gewählt worden. Ab dem 2. Juni sind sie erstmals als Kantonsrat oder Kantonsrätin im Einsatz. So auch der Wiler Michael Sarbach (Grüne). Er wünscht sich mehr Visionen und Selbstvertrauen für den Kanton St. Gallen.

hallowil.ch: Wer ist Michael Sarbach?
In Wil und Zuzwil aufgewachsen, wohne ich mit meiner Familie inzwischen in Rossrüti. Unser Kanton St.Gallen, die Region und ganz besonders unser Städtli Wil liegen mir seit jeher am Herzen, weshalb ich mich in verschiedenen Vereinen engagiere. Ich arbeite als Fachlehrer am Kathi, als Mitglied der Betriebsleitung im Kulturbahnhof Gare de Lion und bin zusammen mit meiner Frau für Haushalt und unsere Kinder zuständig. Studiert habe ich Politikwissenschaften, Soziologie, sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Zürich. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meiner Frau und unseren Kindern, besuche aber auch gerne Konzerte und Fussballspiele des FC Wil und mache selber Musik.

hallowil.ch: Wie hat Sie – privat und beruflich – die Corona-Krise getroffen?
Meine Tätigkeit als Lehrperson erforderte einerseits grosse Flexibilität, war andererseits aber auch lehrreich und interessant, gerade auch in Bezug auf die Umstellung auf Fernunterricht. Gleichzeitig waren wir vom Verein Kulturzentrum Wil (Gare de Lion) damit konfrontiert, dass unser Betrieb aufgrund des behördlich verfügten Veranstaltungsverbots von heute auf morgen geschlossen werden musste. Der zusätzliche Aufwand für Absagen, Umbuchungen, Stornierungen, Kostenoptimierungen und das Erarbeiten neuer Konzepte war zeitweise enorm. Gleichzeitig durften wir trotz wegfallenden Arbeitseinsätzen auf die Hilfe von vielen motivierten Mitarbeitenden zählen. Selbstredend ist die Organisation der Familie, insbesondere der Kinderbetreuung, während dieser Zeit eine Herausforderung.

hallowil.ch: Die Gefühlslage vor der ersten Session?
Den Betrieb kenne ich schon ein bisschen, da ich vor einigen Jahren Parteisekretär der Grünen Kanton St.Gallen und in dieser Funktion auch Fraktionssekretär der damaligen Fraktion Grüne-EVP sein durfte. Trotzdem bin ich durchaus aufgeregt und freue mich riesig darauf, neue Menschen kennenzulernen und interessante Aufgaben als Kantonsrat anzugehen.

hallowil.ch: Warum politisieren Sie für die Grünen?
Die Themenschwerpunkte und Werte der Grünen liegen mir seit jeher sehr nah. So bin ich auch Gründungsmitglied der Jungen Grünen Kanton St.Gallen und habe diese fünf Jahre lang präsidiert. Die Grünen politisieren meiner Meinung nach stets am Puls der Zeit, gerade auch in Fragen rund um Digitalisierung, Bürgerrechte, Datenschutz, Globalisierung oder der Forderung nach mehr Transparenz. Es wird eine angenehme Diskussionskultur gepflegt und ich kann meine persönliche Meinung stets vertreten, auch wenn diese einmal nicht der Mehrheitsmeinung entspricht.

hallowil.ch: Welche Themen werden Sie im Kantonsrat angehen?
Neben den klassischen grünen Themen wie Klima-, Umwelt- und Naturschutz, interessiere ich mich besonders für die Bereiche Kultur, Bildung und Familienpolitik. Unser Kanton hat im schweizweiten Vergleich bislang leider äusserst selten mit einer progressiven, zukunftsgerichteten Politik geglänzt. Ganz allgemein dürften wir meiner Meinung nach mutiger sein und mehr Selbstvertrauen und Visionen entwickeln, anstatt uns mit der Rolle des «Vernachlässigten Randkantons» zufriedenzugeben. St.Gallen kann mehr.

Das ist Monika Scherrer (CVP)
Das ist Franziska Cavelti (GLP)