Darf die Stadt Wil das Schulgeld für die Kathi-Schülerinnen noch übernehmen oder nicht? Diese Frage trieb im Verlauf des vergangenen Jahres manch einen Politiker um. Und auch die Eltern von Mädchen, welche aktuell in Wil in einer 6. Klasse sind. Seit März ist aber klar: Obwohl die Zukunft der Schule weiterhin ungewiss ist, darf die Stadt das Schulgeld zumindest für das Schuljahr 2020/2021 übernehmen. Diese Meldung dürfte gerade noch rechtzeitig gekommen sein.

Denn die Anmeldequote ist nicht markant tiefer als in anderen Jahren. Mit 42 Neu-Anmeldungen sind es zwar 14 weniger als noch vor Jahresfrist. Und trotzdem ist Armin Eugster, Stiftungsratspräsident der Schule St. Katharina, nicht unzufrieden. Er sagt: «Laut der zuständigen Stadträtin Jutta Röösli handelt es sich um einen kleinen Mädchen-Jahrgang. Die 42 Mädchen entsprechen etwa 65 Prozent aller Wiler 6.-Klass-Mädchen.» Oder anders formuliert: Zwei von drei Eltern der Wiler 6.-Klass-Mädchen haben sich für eine Kathi-Anmeldung entschieden. «Die unklare Zukunft ist nicht hilfreich. Aber dass wiederum knapp zwei Drittel des Mädchenjahrgangs das Kathi gewählt haben, stimmt mich zuversichtlich», sagt Eugster.

Kein Losentscheid nötig

Somit war man nicht allzu weit von einem Losentscheid entfernt. Ein solcher wird nötig, wenn sich mehr als 70 Prozent aller Wiler 6.-Klasse-Mädchen beim Kathi angemeldet haben. So geschehen im vergangenen Jahr, als schliesslich acht Schülerinnen und Eltern einen negativen Los-Entscheid akzeptieren mussten.