Unter den nur gerade 470 Zuschauern war eine ganz prominente Person: Künstler und Schauspieler Roberto Blanco. Er hatte vergangenes Jahr im Rahmen der Gesprächsreihe «Persönlich im Hof zu Wil» dem FC-Wil-Präsidenten Maurice Weber sein Kommen an ein Spiel versprochen – und hielt nun Wort. «Ein bisschen Spass muss sein» heisst der mit Abstand grösste Hit der heute 83-jährigen Frohnatur. Spass hatten die Zuschauer, so sie den FC Wil unterstützten, aber nur bedingt. Nämlich in der ersten Halbzeit und bis etwa zur 60. Minute. Zwar brauchten die Gastgeber einen Moment, bis sie in der Partie waren. Doch nach rund einer Viertelstunde nahmen sie das Heft in die Hand und waren die bessere Mannschaft.

In jener Phase gab es genügend Chancen, um in Führung zu gehen. Samuel Ballet vergab zweimal in aussichtsreichster Position. Valon Fazliu brachte es gar fertig, zweimal den Aussenpfosten zu treffen – einmal nach einem Freistoss vom gut reagierenden Kriens-Goalie Pascal Brügger dorthin abgefälscht. Der Ball zirkulierte zuweilen ansehnlich und direkt durch die Reihen der Wiler. So war zur Pause Roberto Blancos grösstes Problem, dass die Temperatur zehn Grad wärmer hätte sein können.

Noch kein Tor vor der 57. Minute

Nach rund einer Stunde bauten die Wiler aber ab und fanden den Weg in der Krienser Strafraum kaum mehr. Plötzlich war es viel Stückwerk und brotlose Kunst. Da auch von den Gästen nicht viel Erbauliches kam, schien man direkt auf ein torloses Unentschieden zuzusteuern. Ausser aber, ein stehender Ball würde doch noch einen Sieger bringen. Und genau so kam es in Minute 82. Nach einer Freistoss-Flanke von Dario Ulrich, der in der ersten Halbzeit den Pfosten getroffen hatte, standen zwar drei Wiler rund um Asumah Abubakar. Es war aber mehr Begleitschutz als etwas anderes, so dass der Krienser Wirbelwind per Kopf in die linke Ecke treffen konnte.

Zu einer Reaktion waren die Wiler nicht fähig und auf eine Ausgleichs-Chance wartete man vergebens. Die erste Heimniederlage unter Trainer Alex Frei war Tatsache. Zum zweiten Mal hintereinander blieben die Äbtestädter ohne Torerfolg. Es ist somit auch weiterhin so, dass die Äbtestädter Langsam-Starter sind. In den fünf bisherigen Pflichtspielen dieser Saison erzielten sich noch keinen Treffer vor der 57. Spielminute.

Nicht reif genug

So war das mit dem Wiler Spass an diesem Abend eine begrenzte Sache. Was Frei «hässig» machte: «Wenn man schon nicht in der Lage ist, ein Spiel zu gewinnen, dann darf man es zumindest nicht verlieren.» Seinem Team fehlte es an Reife, um zumindest einen Punkt ins Trockene zu bringen. Diese Niederlage schmerzte mehr als jene im Letzigrund gegen die Grasshoppers vor der Länderspielpause. Denn die Krienser waren ein schlagbarer Gegner und alles andere als übermächtig. Wenn sie aber kamen, dann so richtig. Schon nach knapp einer Viertelstunde hätten die Innerschweizer in Führung gehen können. Jedoch scheiterte Enes Yesilcayir «blank» am stark reagierenden Wiler Goalie Philipp Köhn.

Die Sache mit dem guten Saisonstart hat sich somit deutlich abgeschwächt – zumindest mal für den Moment. Nach fünf Pflichtspielen stehen zwei Siege und drei Niederlagen zu Buche. Und als nächstes folgt am Dienstag die schwierige Auswärtspartie bei Absteiger Xamax, der zwar den Saisonstart verhauen hat, aber am Freitag mit einem 1:0-Heimsieg gegen Aufstiegsaspirant GC viel Selbstvertrauen tankte.

Im Video: Die Highlights des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

Resultate, Challenge League, 4. Runde:
Wil - Kriens 0:1
Chiasso - Thun 0:2
Stade Lausanne-Ouchy - Aarau 1:1
Winterthur - Schaffhausen 2:2
Xamax - Grasshoppers 1:0

FC Wil 1900 – SC Kriens 0:1 (0:0)

Bergholz: 470 Zuschauer. – Sr: Wolfensberger.

Tor: 82. Abubakar 0:1.

FC Wil 1900: Köhn; Talabidi (88. Paunescu), Izmirlioglu, Sauter, Schäppi (88. Sarcevic); Muntwiler, Krasniqi; Brahimi (71. Jones), Fazliu, Haile-Selassie; Ballet (80. Kamber).

SC Kriens: Brügger; Urtic, Berisha, Alessandrini; Bürgisser (78. Kukeli); Ulrich, Yesilcayir (63. Mistrafovic), Sadrijaj, Costa; Abubakar (88. Dieng), Mulaj (63. Maloku).

Bemerkungen: Wil ohne Klein, Camara, Ndau, Ismaili, Zumberi (verletzt), De Mol, Mettler, Mayer und Blasucci (nicht im Aufgebot). Kriens ohne Fanger, Tadic, Aliu (verletzt), Zizzi, Follonier, Rustemoski und Busset (nicht im Aufgebot). – 15. Pfostenschuss Ulrich. – 28. Pfostenschuss Fazliu. – 60. Brügger lenkt Freistoss von Fazliu an den Pfosten. – Verwarnungen: 2. Alessandrini (Foul). 23. Krasniqi (Foul). 43. Urtic (Foul). 45. Berisha (Foul). 52. Costa (Foul). 70. Ballet (Foul). 77. Maloku (Foul). 81. Muntwiler (Foul).

Rangliste:
1. Grasshoppers 4/9. 2. Stade Lausanne-Ouchy 4/8. 3. Schaffhausen 4/7. 3. Winterthur 4/7. 5. Wil 4/6. 6. Kriens 4/6. 7. Xamax 4/6. 8. Thun 4/4. 9. Aarau 4/4. 10. Chiasso 4/0.

Nächste Spiele (5. Runde):
Montag, 19. Oktober: Schaffhausen - Aarau (20.00 Uhr).
Dienstag, 20. Oktober: Xamax - Wil (19.00 Uhr), Stade Lausanne-Ouchy - Chiasso (19.00 Uhr), Thun - Winterthur (19.00 Uhr), Kriens - Grasshoppers (19.30 Uhr).

Im Video: Die Stimmen zur ersten Heimniederlage

 

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Der Liveticker:

Für heute soll es das gewesen sein mit diesem Liveticker. Haben Sie noch einen schönen Freitagabend. Bis bald auf hallowil.ch.

Viel Zeit bleibt den Äbtestädtern nicht, diese Niederlage zu verdauen. Weiter geht es für den FC Wil bereits am kommenden Dienstagabend (20. Oktober). Auf der Maladière empfängt der Absteiger aus Neuenburg die Wiler. Anpfiff ist um 19 Uhr. Auch von dieser Partie berichtet hallowil.ch mit einem Liveticker.

Schlussfazit: Die Wiler waren diesmal in der zweiten Halbzeit nicht zu einer Leistungssteigerung fähig. Nach der Pause waren beide Mannschaften zwar bemüht, kamen aber nur zu wenigen zwingenden Chancen. So war es symptomatisch für das Spiel, dass das einzige Tor der Partie durch einen ruhenden Ball fiel. Nach eine Freistoss von Ulrich kam Abubakar zum Kopfball. Auch in der Folge waren die Wiler nicht zu einer Reaktion in der Lage und mussten als Verlierer vom Platz. 

Schlusspfiff im Bergholz: Der FC Wil verliert gegen den SC Kriens mit 0:1.

93. Minute: Dieng noch mit einer Chance, aber Köhn wehrt den Ball ab. Stark vom Wiler Goalie.

91. Minute: Man hat nicht wirklich das Gefühl, dass die Wiler noch zu einer Reaktion fähig sind.

90. Minute: Es werden mindestens drei Minuten nachgespielt.

88. Minute: Drei Wechsel im Spiel: Bei den Wilern spielen neu Sarcevic und Paunescu für Talabidi und Schäppi. Bei den Kriensern kommt Dieng neu für Torschütze Abubakar.

84. Minute: Und gleich nochmals Abubakar: Diesmal versucht er es mit einem Schuss von der linken Seite. Der Ball geht nur um Zentimeter am weiten Pfosten vorbei.

82. Minute: TOOOR für den SC Kriens durch Abubakar zum 0:1. Nach einem Freistoss von der linken Seite stimmt die Zuteilung in der Wiler Abwehr nicht und Abubakar kommt zum Kopfball. Er sieht, dass Köhn weit vor dem Tor steht und befördert das Leder über den Wiler Torhüter ins Tor.

81. Minute: Da ist sie: die gelbe Karte für Muntwiler. Nach einem Foul an Abubakar wird ihm diese vom Schiedsrichter gereicht.

80. Minute: Zweiter Wechsel bei den Wilern: Für Ballet spielt neu Kamber und kommt zu seinem Debüt im Dress des FC Wil.

78. Minute: Dritter Wechsel bei den Kriensern: Vom Feld geht Bürgisser. Für ihn spielt neu Kukeli.

77. Minute: Nächste Verwarnung im Spiel: Der neu eingewechselte Maloku sieht nach einem Foul an Ballet die gelbe Karte.

74. Minute: Mistrafovic versucht es mit einem Abschluss aus dem Rückraum. Das war aber eher ein Rückpass denn ein Schuss. Köhn kann den Ball einfach aufnehmen.

72. Minute: 470 Zuschauer sind heute im Bergholz.

71. Minute: Wechsel beim FC Wil: Brahimi macht Platz für Jones.

70. Minute: Damit Schiedsrichter Wolfensberger auch mal wieder etwas zu tun hat, foult Ballet Berisha und sieht dafür die gelbe Karte.

69. Minute: Weil gerade nicht viel lost ist, öffnet Petrus die Schleusen über dem Bergholz. Die Handgezählten 96 Zuschauer auf der Gegentribüne sind aber mit Regenschirmen gut ausgestattet.

66. Minute: Gleich auf die andere Seite: Ballet geht alleine auf Brügger zu. Der Torhüter der Gäste fährt aber seinen rechte Fuss aus und kann so in extremis den Schuss abwehren. Den darf man auch mal machen.

65. Minute: Abubakar kommt vollkommen frei vor Köhn zum Schuss. Der Wiler Goalie ist aber sofort untern und krallt sich den Ball.

63. Minute: Doppelwechsel beim SC Kriens: Für Yeslicayir spielt neu Mistrafovic und für Mulaj kommt Maloku.

60. Minute: Und was für ein Freistoss das war. Diesmal versucht es Fazliu links an der Mauer vorbei und Brügger macht sich lang und länger. Mit einer Weltklasse-Parade kann er den Ball noch an den Pfosten lenken. Der hätte sonst genau gepasst.

59. Minute: Nochmals darf sich Fazliu versuchen: Nach einem Foul an Talbidi aus praktisch identischer Position wie vor drei Minuten.

57. Minute: Die Wiler lassen aber nicht locker. Nach einer Flanke von links kommt Fazliu zum Kopfball. Dieser ist aber zu unplatziert. Brügger keine Probleme, den Ball zu halten.

57. Minute: Der Freistoss von Fazliu geht aber in die Mauer.

56. Minute: Gute Freistossmöglichkeit für die Wiler aus halbrechter Position an der Strafraumgrenze. Eine Sache für Fazliu.

54. Minute: Abschluss von Haile-Selassie aus spitzem Winkel. Brügger hat aber keine Probleme, den Ball zu halten.

52. Minute: Ein seltenes Bild: Für einmal ist Muntwiler nicht der Foulende, sondern der Gefoulte. Costa sieht nach einem Foul am Wiler Captain die gelbe Karte.

49. Minute: Eckball für Kriens, geklärt von der Wiler Verteidigung.

46. Minute: Anstoss zur zweiten Hälfte. Beide Mannschaften kommen unverändert aus der Kabine.

Gleich geht es weiter. Wem gelingt der erste Treffer?

Pausenfazit: Vieles in diesem Spiel vermochte die Zuschauer noch nicht zu erwärmen. In der Startphase waren es eher die Krienser, die das Spielgeschehen kontrollierten. Nach etwa 20 Minuten nahmen die Wiler dann das Heft in die Hand. Auf beiden Seiten gab es auch viele Fehlpässe, was dem Fluss der Partie nicht zuträglich war. Positiv: Die Wiler sind für einmal nicht in Rückstand zur Pause. Zum ersten Mal in dieser Saison.

Pausenpfiff im Bergholz: In der ersten Hälfte fallen zwischen dem FC Wil und dem SC Kriens keine Tore.

45. Minute: Es wird eine Minute nachgespielt.

45. Minute: Berisha mit gestrecktem Bein gegen Fazliu, der am Boden liegen bleibt. Der Krienser sieht zurecht die gelbe Karte.

44. Minute: Krasniqi versucht es mit einem direkten Freistoss. Brügger reisst die Fäuste hoch und klärt den Ball.

43. Minute: Nächste Verwarnung für einen Krienser: Urtic sieht nach einem Foul an Haile-Selassie die gelbe Karte. Es gibt Freistoss für die Wiler aus halblinker Position.

42. Minute: Die Wiler lassen den Ball über Brahimi, Fazliu und Krasniqi schön laufen. Der letzte Pass ist aber zu ungenau. So gibt es Abstoss für die Krienser - mal wieder.

38. Minute: Talabidi kommt über die rechte Seite. Seine Flanke findet den Kopf von Ballet. Dessen Kopfball geht aber am Tor vorbei.

37. Minute: Haile-Selassie und Krasniqi im Zusammenspiel. Der letzte Ball von Haile-Selassie ist aber zu ungenau. So versandet auch dieser Angriff im Nichts.

33. Minute: Es versuchen sich mal wieder die Wiler. Haile-Selassie schickt auf der rechten Seite Brahimi. Dieser spielt einen Pass in den Strafraum, der von der Krienser Verteidigung aber geklärt werden kann.

30. Minute: Viel Stückwerk. Die beiden Mannschaften bringen sich mit kleinen Fouls jeweils selber um gute Angriffsmöglichkeiten.

28. Minute: Mal wieder die Wiler: Fazliu zieht aus 16 Metern ab und trifft den Pfosten. Da wäre Brügger machtlos gewesen.

23. Minute: Erste Verwarnung nun auch für einen Wiler: Krasniqi sieht nach einem harten Einsteigen gegen Yeslicayir die gelbe Karte. Muntwiler hat aufgrund dieser Situation mit dem Schiedsrichter noch Gesprächsbedarf.

21. Minute: Schönes Durchspiel der Wiler über mehrere Stationen. Am Ende steht Ballet fünf Meter vor dem Tor völlig frei. Er bringt den Ball aber nicht im Tor unter, was schwieriger war, als ihn ins Tor zu befördern.

20. Minute: Sadrijaj versucht es auf der Gegenseite ebenfalls mit einem Distanzschuss. Aber sein Ball geht am Wiler Gehäuse vorbei.

19. Minute: Erster Abschluss der Wiler in diesem Spiel: Haile-Selassie fasst sich aus gut 20 Metern ein Herz und zieht ab. Sein Schuss stellt aber Brügger vor keine allzu grossen Probleme.

18. Minute: Abubakar tankt sich durch die Wiler Verteidigung. Muntwiler kann am Ende aber klären.

15. Minute: Die Krienser wollen gleich nachlegen: Ulrich mit einem Knaller aus halbrechter Position. Der Ball geht an den Aussenpfosten.

14. Minute: Das war gefährlich: Mit einem simplen Pass in die Schnittstelle überspielen die Krienser die gesamte Wiler Abwehr. Yeslicayir läuft alleine auf Köhn zu. Dieser kommt aber gut aus dem Tor und kann den Abschluss abwehren.

13. Minute: Krasniqi mit einem langen Ball auf Ballet. Auf dem nassen Rasen wird das Spielgerät aber zu schnell für den Wiler und es gibt Abstoss.

10. Minute: Langer Ball von Izmirioglu auf Ballet. Diesmal ist es Brügger, der aus dem Strafraum kommen muss, um die Situation zu klären. Er tut dies genau so souverän wie sein Gegenüber zuvor.

8. Minute: Eckball für die Wiler, getreten durch Fazliu: Brügger kommt aber gut aus dem Tor und kann den Ball wegfausten.

7. Minute: Abubakar wird steil geschickt. Der schnelle Krienser Angreifer läuft dem Wiler Verteidiger davon. Köhn kommt aber gut aus dem Tor und kann klären.

6. Minute: Entwarnung auf Seiten der Wiler: Köhn steht wieder und kann weiterspielen.

5. Minute: Flanke von Urtic in den Strafraum der Wiler. Dort prallen Köhn und Sadrijaj zusammen. Der Wiler Torhüter bleibt am Boden liegen. Man mag sagen: Nicht schon wieder. Im letzten Heimspiel gegen Thun hatte er sich eine starke Hirnerschütterung zugezogen, als er das Knie von Ridge Munsy abbekommen hatte.

2. Minute: Freistoss von Fazliu aus rechter Position. Er sucht den Kopf von Sauter. Die Krienser können aber klären.

2. Minute: Erste Verwarnung des Spiels: Alessandrini sieht nach einem Foul an Brahimi die gelbe Karte.

1. Minute: Da muss Köhn gleich mal aus dem Tor. Ein langer Ball der Krienser kann vom Wiler Torhüter aber ausserhalb des Strafraumes abgefangen werden.

1. Minute: Ref Wolfensberger gibt den Ball erneut frei. Diesmal haben die Krienser Anstoss.

Anstoss im Bergholz: Roberto Blanco darf heute diesen ausführen. In diesem Sinne hoffen wir, die Wiler machen mit ihrer Spielweise Spass. Der grösste Hit Blancos heisst ja: "Ein bisschen Spass muss sein."

Die Mannschaften sind da. Gleich geht es los mit FC Wil gegen SC Kriens. Viel Spass.

Geleitet wird das Spiel von Sven Wolfensberger aus Bern.

Bei den Gästen aus der Innerschweiz steht in einem 3-1-4-2-System Brügger im Tor. Die drei Abwehrspieler sind von rechts her gesehen Urtic, Berisha und Captain Alessandrini. Davor spielt Bürgisser. Das Mittelfeld bilden von rechts nach links Ulrich, Yesilcayir, Sadrijaj und Costa. Die beiden Stürmer sind Abubakar (rechts) und Mulaj. Ein Hauch von Welt- und Europameister sitzt bei den Kriensern mit Oan Djorkaeff - Sohn von Youri Djorkaeff - auf der Bank.

Die Aufstellungen sind bekannt. Die Wiler spielen einmal mehr in einem 4-2-3-1-System. Ins Tor kehrt Köhn nach auskurierter Gehirnerschütterung zurück. In der Abwehr laufen von rechts nach links Talabidi, Izmirlioglu, Sauter und Schäppi auf. Im defensiven Mittelfeld spielen Captain Muntwiler (rechts) und Krasniqi. Offensiv im Mittelfeld agieren von rechts her gesehen Brahimi, Fazliu und Haile-Selassie. Einziger Stürmer ist Ballet. Auffällig: Stürmer Camara fehlt verletzt.

Guten Fussball-Abend, geschätzte Freunde des runden Leders. Herzlich willkommen aus dem Wiler Südquartier zur vierten Runde der Challenge League. Nach der Länderspielpause empfängt der FC Wil heute Abend den SC Kriens. Hoffen wir auf einen unterhaltsamen Anlass. Pascal Ibig führt Sie durch die Partie.

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Die Vorschau:

In den drei Spielen vor der Länderspielpause war der FC Wil jeweils in der Aussenseiterrolle. Mit dem Gewinn von sechs der neun möglichen Punkte ist die Ausbeute zufriedenstellend ausgefallen. So weit, so gut. Nun aber folgt Phase zwei dieser Saison. Und zwar mit Spielen, in welchen man den Wilern durchaus etwas zutraut. Mit dem Wort «Favoritenrolle» tut sich Trainer Alex Frei allerdings noch schwer. «Wir sind noch nicht so weit, um uns schon als Favorit zu sehen», sagt er.

Den Äbtestädtern für den Vergleich mit den Innerschweizern die Aussenseiterposition zuzuschieben, wäre aber auch nicht korrekt. Die Krienser sind zwar stark in die Saison gestartet und haben Xamax sowohl im Cup auswärts als auch in der Meisterschaft zuhause besiegt. Danach setzte es gegen Stade Lausanne-Ouchy und Winterthur allerdings zwei Niederlagen ab. «Der SC Kriens hat nicht allzu viele Spieler, die mit der Technik den Unterschied ausmachen können. Allerdings können sie es über das Kollektiv richten», sagt Wils Trainer Alex Frei. Er ergänzt: «Das wird schwierig, aber machbar.»

Die Spieler setzen sich ein Ziel

Bei den Wilern wird sich in den nächsten acht Tagen weisen, in welche Richtung die Reise geht. Die Gegner nach Kriens heissen Xamax und Stade Lausanne-Ouchy. Zwei der drei nächsten Partien finden zuhause statt. Die Länderspielpause hat Trainer Alex Frei auch genutzt, um die Spieler zu befragen, welches Ziel sie in dieser Saison mit dem FC Wil anstreben. Ohne die Ergebnisse preiszugeben, sagt der Wiler Übungsleiter: «Die Antworten haben mich positiv überrascht.» Man darf zwischen den Zeilen lesen und interpretieren, dass die Mannschaft oben mitspielen will und somit mehr anstrebt als die offizielle Zielsetzung «Nichts mit dem Abstieg zu tun haben». Aber kann die junge Equipe das langfristig über eine ganze Saison hinaus leisten? Die Antwort wird sie in den nächsten Wochen und Monaten selbst geben. «Jede Saison gibt es ein Überraschungsteam. Ich hoffe, dass wir es dieses Mal sind», sagt Frei.

Sechs Spieler waren eine Woche lange mit U-Nationalmannschaften unterwegs. Die meisten von ihnen sind in einem U19-Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz aufeinandergetroffen. Malik Talabidi, als einziger bei Deutschland im Einsatz, traf in die Maschen. Goalie Philipp Köhn verpasste wegen seiner Hirnerschütterung zwar den Zusammenzug der Schweizer U21-Nati. Diese qualifizierte sich aber mit zwei weiteren Siegen für die EM im kommenden Jahr in Ungarn und Slowenien. Köhn hat sich mittlerweile so weit erholt, dass er wieder im Mannschaftstraining dabei ist und mit grosser Wahrscheinlichkeit gegen Kriens wird spielen können. Ob es Mergim Brahimi nach seiner Verletzung schon zu einem Teileinsatz reicht, wird sich weisen.

Weiterhin maximal 1000 Zuschauer

Und welche Rolle spielt Corona im Hinblick auf dieses Spiel? Während andere Vereine wieder mehr Zuschauer in die Stadien lassen dürfen als noch im September, hat sich beim FC Wil nichts verändert. Er wendet noch immer das «alte» Modell an. Somit sind maximal 1000 Zuschauer im Bergholz zugelassen und es gilt eine Maskenpflicht im ganzen Stadion. Auf der Haupttribüne ergeht zudem eine Sitzplicht auf dem zugeteilten Platz, wenn man sich nicht gerade Verpflegung holt. Der Mindestabstand ist einzuhalten. Im Stadion werden erstmals auch Masken zu kaufen sein. Denn es gibt neuerdings FC-Wil-Masken.

Die Wiler Mannschaft samt Betreuerstab hat sich vor dem Meisterschafts-Start auf das Coronavirus testen lassen. Das Resultat damals: Alle Tests waren negativ. Trainer Frei setzt sich in den kommenden Tagen dafür ein, dass eine weitere Testreihe durchgeführt wird.