Die Generalversammlung des AGV Region Wil vom Dienstag im Hofkeller Wil sorgte mit der Wahl von Peter Breitenmoser, dem CEO und VR-Präsident von Schmolz und Bickenbach für neues Blut im Vorstand. Er ersetzt Joachim Zappe von Stihl Kettenwerk. Markus Fust nahm zu seiner ersten GV im Vorsitz die Gelegenheit wahr, die Sicht des Unternehmertums aus der Perspektive der Bergwelt zu beleuchten. Weil jedem Tief wieder ein Hoch folgen könne, bleibe das Unternehmen spannend und schön wie die Bergwelt. Rückblick auf das Jubiläum 75 Jahre AGV Region Wil und Ausblick auf das Lehrstellenvideo-Angebot nannte Fust die Highlights.74 Mitglieder aus 40 Firmen fanden den Weg zur Generalversammlung des AGV Region Wil im Hofkeller. Präsident Markus Fust konnte von einer beachtlichen Stärke des AGV berichten. 103 Organisationen bieten 10'000 Arbeitsplätze an und beschäftigen 500 Lehrlinge.

Schnelle Wetterumbrüche auch im Unternehmertum
Markus Fust sorgte für einen Vergleich des Unternehmertums mit der Bergwelt. Das Unternehmertum sei so spannend und schön wie die Bergwelt. Trotz vieler Gefahren wagten sich viele Menschen in die Berge, was auch für das Unternehmertum gelte.

Der Sturm des starken Frankens habe die Unternehmen starke Marktverzerrungen spüren lassen. 15% Wettbewerbsvorteil für ausländische Firmen, 15% tiefere Erträge für Schweizer Firmen und 15% billigere Importe hätten Schweizer Firmen unter Druck gesetzt.

Not macht erfinderisch
Dass die Unternehmen der schwierigen Zeit widerstanden hätten, sei deren Erfindergeist zuzuschreiben, führte Fust weiter aus. Gerade die Ostschweizer hätten starken Anteil daran. Mit Optimierung der Kosten, und dem Personaleinsatz hätten sich viele Probleme lösen lassen, im Vergleich zur Bergwelt, sie hätten leichtere Bergschuhe angezogen und Ballast abgeworfen.

Für die Firma Fust habe es zu einem straffen Kostenmanagement geführt, Automatisierung und Digitalisierung im Betrieb, der Gründung des Online Shop und der Lancierung neuer Produkte. Wandlungsfähigkeit habe den Überlebensfaktor bestimmt. Es habe sich gezeigt, dass die meisten Unternehmen gestärkt aus der Krise geschritten seien und sich dem Wettbewerb stellen konnten.

Gegen Marktregulierungsversuche
Markus Fust vertrat weitergehend die Einstellung, das Marktregulierungsversuche aller Art kontraproduktiv wirken. Er sieht sich als Förderer des liberalen Geistes. Der Preis der Freiheit heisse Verantwortung, was einer allgemeinen Stärke der Unternehmen entspreche.

Nach Markus Fust leistet die Mehrheit der Ostschweizer KMU solide Basisarbeit für das Wohl der Gesellschaft mit der Schaffung von Arbeitsplätzen und beruflichem Nachwuchs. Hinzu komme, dass sie die Kosten der Ausbildung immer selber tragen. Unternehmen kämpfen gegen unsinnige Vorschriften und Bürokratie, gegen Besserwisser und Theoretiker. Unternehmer wollen der Bergwelt gleich Gipfel erklimmen, was öfters auch mal durch tiefe Täler führe. Markus Fust wörtlich: „Es ist die Wildnis, die unsere Seele kräftigt“, den Philosoph Ludwig Hasler zitierend.

Städtische Wirtschaftsförderung stimmt
Markus Fust bedankte sich abschliessend bei der Stadtpräsidentin Susanne Hartmann persönlich für ihre Wirtschaftsförderung. Sie verbreite Weitsicht mit der Unterstützung des Jahrundertprojektes Wil-West. Wil-West löse schlimme Verkehrsprobleme der Stadt und sorge für positiven wirtschaftlichen Einfluss und die soziale Weiterentwicklung der Region.

Jubiläumsdefizit aufgefangen
Andreas Hilber informierte zur Jahresrechnung über einen Reingewinn von 44'600 Franken, dies trotz Jubiläumskosten über alle Anlässe von 94'000 Franken. Das positive Resultat habe sich mit der Erhebung von Eintritten am Gala-Abend ergeben.

Im Ausblick auf das laufende Jahr informierte Markus Fust über zahlreiche Aktivitäten. Darin sind zwei Highlights enthalten, das Angebot des Lehrstellen-Videos mit Beat Schiltknecht und das Engagement für den Entwicklungsstandort Wil-West. Lunch-Work sind bei der Liga Wil und bei Bischoff im Stelz vorgesehen. Beim Lehrstellenformum kann ein Jubiläum gefeiert werden. Nachhaltigkeitspreis Kanti Wil und Top Lehrling sind weitere Aktivitäten.

Wahlen im Vorstand
Zu den Erneuerungswahlen im Vorstand trat Joachim Zappe von Stihl in Folge Amtsbeschränkung zurück. An seine Stelle wurde Peter Breitenmoser, CEO und VR-Präsident von Schmolz und Bickenbach gewählt. Die bisherigen Vorstandsmitglieder (siehe Bild) wurden wieder im Amt bestimmt.

Maestrani Chocolarium, ostschweizerisches Highlight
Für eine Unternehmensvorstellung war Markus Vettiger, CEO bei Maestrani, dem Chocolarium in Flawil geladen. Ein Schadenfall durch Sturmböen habe die Neuorientierung des Unternehmens angestossen informierte Vettiger. Das 10-Mio Projekt sei über Erwarten gut angelaufen, wenn im ersten Jahr statt der erwarteten 100'000 deren 155'000 Besucher das Haus besucht hätten. Sie seien zuversichtlich, die Besucherzahl im laufenden Jahr noch steigern zu können.

Noch vor dem Essen aus der Hofküche konnten sich die Unternehmer im Hofgarten beim Apéro austauschen.

Die Neueintritte beim AGV Region Wil
BBK-Agentur für Kommunikation, Markus Kammermann
Felix Gartenbau AG, Christoph Felix
Fleischmann Immobilien AG, Werner Fleischmann
Imagevideo Flawil, Beat Schiltknecht
Sygma AG, Marc Flückiger
Triopersonal, Emanuel Stevanin
Migros Bank, Daniele Marino
Kuoni Reisen, Irene Baumgartner Peinhof.