An der interdiözesanen Lourdeswallfahrt nahmen rund 1‘600 Pilgerinnen und Pilger aus der deutschen und rätoromanischen Schweiz teil, begleitet von Bischof Markus Büchel. „Nach Lourdes zu kommen heisst, sich auf die Botschaft des Evangeliums einzulassen. Die Pilgerinnen und Pilger entscheiden sich aus unterschiedlichen Gründen für eine Teilnahme“, sagte der Wattwiler Pfarrer Andreas Schönenberger bei der Begrüssung. Er war für die Liturgie und Seelsorge verantwortlich. Allen Teilnehmenden gemeinsam seien die Offenheit und ein Grundvertrauen zu diesem Ort. In der Tat war es ein beeindruckendes Erlebnis, in der besonderen Atmosphäre des Wallfahrtsortes den Geist einer grossen Gemeinschaft zu spüren. Neben den Gottesdiensten, Andachten und individuellen Besuchsmöglichkeiten fanden am Abend die eindrücklichen Lichterprozessionen statt. Viel zum guten Gelingen der Pilgerreise trug Bischof Markus Büchel bei, der mit seinen Predigten die Gläubigen begeisterte. Auch das Wetter zeigte sich fast durchwegs sehr freundlich und sommerlich warm.

Was er euch sagt, das tut
Dieses Wort aus dem Johannesevangelium war das Leitmotiv der diesjährigen Lourdes-Wallfahrt. Es kam in Betrachtungen und in den Predigten mehrfach zum Ausdruck. Bei der feierlichen Eröffnungsmesse in der St.Bernadette-Kirche zogen Bischof Markus und seine 20 Konzelebranten hinter den 25 Fahnen der Pilgervereine in das Gotteshaus, das 1988 eingeweiht wurde. Es bietet eine Kapazität von 5‘000 Personen und 300 Rollstühlen. Der Bischof zeigte sich beeindruckt von den rund 400 Helferinnen und Helfern, die sich für die Betreuung der über 200 Kranken und Behinderten zur Verfügung stellten. Bei der Krankensalbung mit Gottesdienst in der gleichen Kirche stellte der Bischof die Kranken und Behinderten ebenfalls in die Mitte. „Die Liebe Gottes zeigt sich ganz besonders in der Nächstenliebe. In der Gemeinschaft mit den Gesunden und im Sakrament der Krankensalbung schöpfen sie Kraft“, sagte er in seiner Predigt.

Gut organisierte Logistik
Wurden früher die Pilgerinnen und Pilger hauptsächlich mit der Eisenbahn nach Lourdes transportiert, so hat sich dies immer mehr auf die Flugreisen verschoben. Dieses Jahr war es die Mehrheit der Angemeldeten, welche diese Transportart bevorzugten. Fünf Flugzeuge brachten sie in nur anderthalb Stunden zum Zielort. Die Busreise dauerte bei der Anreise drei Tage, weil unterwegs Zwischenhalte in Paray-le-Monial, Nevers und Rocamadour vorgesehen waren. Beim Zugtransport kam es zu einem ungeplanten Zwischenfall. Weil die französische Eisenbahn streikte, mussten sechs Cars ab Genf die Weiterfahrt sicherstellen. Richard Heini von der Heini Car AG, Wängi, verantwortlich für die Busreisen, leistete kurzfristig einen Einsatz, indem er in seinem Bekanntenkreis die erforderliche Kapazität sicherstellte.

Niederhelfenschwiler pilgerten mit
Der Lourdespilgerverein Wil und Umgebung reiste mit einer ansehnlichen Gruppe und mit der eigenen Fahne nach Lourdes. Er stellt durch Mitglieder der Krankenpflege-vereinigung jeweils auch zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer, welche die Kranken und Behinderten betreuen. Schon seit Jahren sind auch einige Pfarreiangehörige aus Niederhelfenschwil dabei. Helen Schildknechte leistet bereits seit 20 Jahren ehrenamtliche Dienste unterwegs auf der Hin- und Rückreise sowie am Wallfahrtsort. Für Gertrud Bleichenbacher sind es schon 14 und für Rösli Hengartner 12 Jahre. Sandra Dürig arbeitet in der Kita und betreut als Leiterin zwölf bis fünfzehn Kinder.

Zum zweiten Mal steht Bruno Keller im Pflegedienst im Einsatz. Für die Zuckenrieter Käthy und Ernst Inauen, die zum ersten Mal teilnahmen, war die Pilgerreise mit einem besonderen Erlebnis (kleines Wunder) verbunden. Sie durften ihre Tochter, die als Soeur Marie-Gabriel seit 20 Jahren in einer Ordensgemeinschaft im Kloster Le Raffay bei Nantes lebt, an zwei Tagen wiedersehen und mit ihr die heiligen Stätten besuchen.