Entwurzelte Bäume, zerstörte Gewächshäuser, Glasscherben in den Setzlingen: Der Sturm von Freitagabend, den SRF-Meteorologe Jürg Zogg als «schwachen Tornado» einstuft, zog quer durch das Areal der Psychiatrischen Klinik. Am Montag fasste Norbert Löhrer von der Psychiatrie St. Gallen Nord, wie die Klinik korrekt heisst, das Schadensbild wie folgt zusammen: «Am stärksten tangiert ist die Gärtnerei. Mehrere Glastreibhäuser samt der Eventhalle wurden beschädigt. Pflanzen und Setzlinge sind durch herunterfallende Glasscherben stark in Mitleidenschaft gezogen worden.»

Die Gärtnerei ist im Moment nicht betriebsfähig. Den Mitarbeitern blieb am Montag nichts anderes übrig, als bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Immerhin: Der Verkaufsladen «Querbeet/Präsent» war nicht betroffen und ist uneingeschränkt geöffnet. Einzig der Eingang zum Laden musste temporär versetzt werden.

Schadenssumme noch unklar

Neben den zahlreichen entwurzelten Bäumen gab es noch ein weiters Problem: Die Arealbeleuchtung ist über das Wochenende ausgefallen. Doch dies konnte in der Zwischenzeit behoben werden und die Lichter gingen a Montag wieder an. «Es sind keine Personen zu Schaden bekommen. Der eigentliche Klinikbetrieb und somit die Behandlung der Patienten war zu keiner Zeit beeinträchtigt», sagt Löhrer.

Über die Höhe des Schadens kann derzeit noch keine Angabe gemacht werden. «Aktuell laufen die Bestandesaufnahme des Schadensausmasses sowie die entsprechenden Abklärungen mit der Versicherung», sagt Löhrer. Er geht davon aus, dass es zwei bis drei Wochen dauern wird, um den Schaden verlässlich beziffern zu können.

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Mehrere zerstörte Gewächshäuser: Bis die Schadenssumme bekannt ist, werden noch Wochen verstreichen.

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So berichtete hallowil.ch über den Sturm (12.-14. Juli):

Der ganze Spuk dauerte nur wenige Minuten, hatte es aber wahrlich in sich. "Wir hatten sehr viel Glück, dass niemand verletzt wurde", sagt Gabriela Fieseler von der Kits Kindertagesstätte in Bronschhofen. Die Rede ist von äusserst stürmischen Minuten am Freitagabend um etwa 18 Uhr. Der Sturm dürfte sich von Bronschhofen Richtung Wil und dann über die Äbtestadt bewegt haben. Besonders stark betroffen war das Gelände der Psychiatrischen Klinik, wo mehrere, zum Teil auch grössere Bäume entwurzelt wurden und umfielen. Aber auch aus Bronschhofen wurden Schäden gemeldet. Gleich mehrere Leserreporter berichten gar, es sei ein kleiner Tornado gewesen, der quer durch Wil gezogen sei.

Ein Leserreporter, der Tornados schon in Kalifornien beobachtet und nun die Situation vom zweiten Stock seines Balkons verfolgt hat, sagt zu hallowil.ch: "Es war wirklich ein Tornado. Es hat sich alles über uns gedreht. Die Gewächshäuser bei der Klinik-Gärtnerei haben schon einige Stürme standgehalten. Dieser hat zwei geschreddert und zwei andere rund zehn Meter angehoben und dann wieder fallen gelassen." Beim Glasdach der Gärtnerei sei das Glas durch das Vacuum des Tornados herausgerissen worden. Auf dem Parkplatz der Gärtnerei seien die Scheiben von etwa sieben Autos geborsten. "Typisch für einen Tornado ist auch, dass einige Bäume geknickt sind wie Streichhölzer, während andere stehen blieben", sagt der Leserreporter.

Auch Häuser beschädigt

Seitens der Kantonpolizei wird der Tornado weder bestätigt noch dementiert, da ihr bis am Samstagmorgen kein entsprechendes Videomaterial vorlag. Auch Tom Widmer, Kommandant der Wiler Feuerwehr, kann nicht abschliessend sagen, ob es ein Tornado war. Er hat aber folgendes festgestellt: "Während ein Haus beschädigt war, ist jenes direkt nebenan verschont geblieben. Beim Sturm Lothar im Jahr 1999 war es ganz anders gewesen. Da hattes es ganze Landstriche getroffen." Laut dem Portal "sturmforum.ch" dürfte es sich nicht um einen  Tornado gehandelt haben, sondern um eine so genannte Superzelle. Dabei entstehen laut "FM1 Today" Aufwinde, welche die Wolken im Kreis drehen. 

Wie auch immer: Alles in allem waren es für die Wiler Feuerwehr am Freitagabend 14 Einsätze im Raum Wil wegen des Sturms. Sie stand mit rund 25 Personen im Einsatz. "Es wurden mehrere Häuser, Autos und Gartenhäuser beschädigt. Ebenfalls wurden diverse Bäume aus der Verwurzelung gerissen und an verschiedenen Orten Bauabschrankungen oder Verkehrstafeln umgeweht", schreibt die Kantonspolizei am Samstagmorgen in einer Mitteilung. Die Polizei wurde bei den Aufräumarbeiten durch mehrere Gemeindefeuerwehren unterstützt. Zudem waren der Forstbetrieb Wil und diverse Dachdecker am Freitagabend im Dauereinsatz. Es galt, Strassen freizubekommen und abgedeckte Dächer zu reparieren, da in der Nacht zum Samstag neuer Regen angesagt war.

Mehrere Bäume auf Autos gestürzt

Personen sind nach derzeitigem Kenntnisstand keine zu Schaden gekommen. "Wenn man diese Zerstörung gesehen hat, war es einfach nur Glück, dass niemand verletzt wurde", sagt Tom Widmer, Kommandant der Wiler Feuerwehr. Gleich mehrere Bäume sind auf Fahrzeuge gestürzt.Die Höhe der Schäden kan laut Kantonspolizei St.Gallen im Moment noch nicht abgeschätzt werden.

Es hat vorwiegend den Raum Wil getroffen. Neben der Stadt sind auch aus umliegenden Gemeinden auf Thurgauer Kantonsgebiet entwurzelte Bäume gemeldet worden. In Münchwilen fiel ein Nussbaum auf ein Dach und ein weiterer Baum auf die Strasse. Auch aus Busswil ging bei der Kantonspolizei Thurgau die Meldung eines auf die Strasse gestürzten Baumes ein. Verletzte waren auf Thurgauer Gebiet ebenfalls nicht zu beklagen.

Bildergalerie:


So hat der Sturm die Gewächshäuser der Psychiatrischen Klinik geschreddert und gleich danach hat es gehagelt. Das Video von Leserreporterin Claudia: 

 

Auf diesem Video sieht man, wie sich die Wolken über Bronschhofen zu einem Wirbel gedreht haben. Danach zog der Sturm Richtung Wil, wie eine Leserreporterin berichtet:

 

So heftig war es im Stadtteil Maugwil:

 

Es traf aber nicht nur die Stadt Wil. So "winterlich" war es in Mörenau bei Wuppenau:

 


Das grosse Aufräumen am Tag danach: