Dieses Spiel der ersten Cup-Qualifikationsrunde werden beide Mannschaften nicht so schnell vergessen. Gleich mit 21:0 besiegte der FC Kirchberg am Sonntagabend den FC Schwanden. Auch wenn die Bedeutung dieses Spiels in den Niederungen des Amateurfussballs gering war, so schrieb es doch viele Geschichten. Gleich vier Kirchberger Spieler avancierten zu Vierfach-Torschützen. Patrick Schönenberger, Maurus Widmer, Patrice Müller und dem eingewechselten Aaron Ress glückte dieses Kunststück. Letzterer benötigte kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit nur acht Minuten, um viermal einzunetzen und die Kirchberger Tore Nummer elf, zwölf, dreizehn und vierzehn zu erzielen. Ein Hattrick - drei Tore in einer Halbzeit - realisierte er gar binnen sechs Minuten. Somit war Ress deutlich schneller bei drei Toren als Teamkollege Schönenberger, der in der ersten Halbzeit dafür 22 Minuten benötigt hatte.

Trotz des deutlichen Sieges zogen die Kirchberger vor ihrem Gegner gleich dreifach den Hut, wie dem Matchbericht auf der Vereinshomepage zu entnehmen ist. Erstens hätten die Spieler von Schwanden auch bei einem aussichtslosen Spielstand munter nach vorne gespielt und einen Torerfolg angestrebt. Zweitens sei es ein äusserst faires Spiel gewesen. Und drittens wurde das Projekt der Gastgeber gelobt. Es war das erste Pflichtspiel dieser Mannschaft des FC Schwanden. Im neu gegründeten Herrenteam geniesst die Integration oberste Priorität und die Spieler kommen aus den unterschiedlichsten Ländern. Die elf Akteure der Startformation hiessen: Ali Mohammad Ali Jani, Issa Alizada Mohammad, Faton Murati, Wasim Scherzad, Hassan Akkbari, Nadir Shan, Hossein Nabizadeh, Jaweed Mohammad Kakazada, Laalmohammad Shakeb, Amir Alizadeh und Hasan Mohamad Shan.

Während Viertligist Kirchberg also mit 21:0 gewann, hatte ein anderer Viertligist auf den Tag genau vor einem Jahr mit dem gleichen Verdikt verloren. In der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups bezog der jurassische Viertligist Montaucon gegen den damaligen Challenge-League-Klub Xamax eine 0:21-Heimniederlage.

Niederwil schafft die Überraschung
Eine Überraschung glückte einem anderen 4.-Ligisten: Der FC Niederwil warf den um zwei Ligen höher spielenden FC Arbon mit 4:2 aus dem Rennen. Bereits nach gut 70 Minuten führten die Niederwiler mit 3:0. Mit Littenheid schnupperte ein weiterer Viertligist an einer Überraschung. Er zwang den 3.-Liga-Klub Wittenbach dank eines späten Ausgleichstores zum 2:2 in die Verlängerung, wo sich die St. Galler aber mit 3:2 durchsetzten. «Die Niederlage schmerzt und ist schlimm für meine Jungs. Aber wir waren absolut ebenbürtig gegen einen Oberklassigen. Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagte Littenheids Trainer Severin Siegenthaler.

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Die in blau spielenden Littenheider lieferten sich mit dem Oberklassigen FC Wittenbach ein Spiel auf Augenhöhe. (Bild: Christoph Heer)

Hattrick von Veliu ebnet Münchwilen den Weg
Fast eine Stunde lang sah es für den 3.-Liga-Aufsteiger Münchwilen beim 4.-Ligisten Bühler nicht gut aus und er lag zwischenzeitlich mit 0:1 in Rückstand. Doch dann wurden die Hinterthurgauer ihrer Favoriten-Rolle doch noch gerecht und siegten 5:1 – unter anderem dank eines lupenreinen Hattricks von Jelid Veliu binnen 27 Minuten. Einiges an Anlaufzeit brauchte auch der Fast-2.-Liga-Aufsteiger Henau, der beim 5.-Liga-Klub Rorschacherberg anzutreten hatte. Zur Pause stand es noch 0:0, ehe die Henauer in ihrem ersten Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Arlind Sopa doch noch zu einem standesgemässen 7:0-Sieg kamen.

Bereits am Samstag waren mit Bronschhofen und Sirnach zwei Vertreter der 2. Liga regional aufeinandergetroffen. Die Bronschhofer hatten sich mit 3:0 durchgesetzt, wobei Raphael Schwager zwei Treffer beisteuerte. Eine Überraschung gelang Drittligist Tobel-Affeltrangen, der das um eine Liga höher spielende Wängi mit 3:2 besiegte.

2. Liga interregional: Sieg, Unentschieden, Niederlage
Ebenfalls bereits am Samstag waren Uzwil, Bazenheid und Wil II in die neue Saison der 2. Liga interregional gestartet. Nur der FC Uzwil vermochte zu überzeugen. Die Mannschaft von Trainer Sokol Maliqi hat sich einiges vorgenommen in dieser Saison und strebt den Aufstieg in die 1. Liga an. Im Startspiel unterstrichen die Uzwiler ihre Ambitionen und kamen gegen Aufsteiger Amriswil auf dem Tellenfeld zu einem 3:0-Auswärtssieg. Die Basis zum Erfolg legten die Gäste bereits vor der Pause, als zuerst Getuart Asani und zehn Minuten später Kristian Nushi trafen, letzterer vom Elfmeterpunkt aus. Spätestens als Nushi nach dem Seitenwechsel auf 3:0 stellte, war die Frage über den Sieger dieser Partie beantwortet. Somit haben sich die Uzwiler warmgeschossen für den Cup-Hit gegen den FC Wil am kommenden Samstag auf der Rüti in Henau.

Apropos FC Wil: Dessen zweite Mannschaft hat den Saisonstart verpatzt. Auf dem Zürcher Hardhof verloren die jungen Wiler gegen die Blue Stars mit 1:2. Vor allem die erste Halbzeit hätte der neue Trainer Fabinho gerne gestrichen. Denn da passte nicht viel zusammen. Die Gegentore fielen allerdings erst nach dem Seitenwechsel, wobei sich der ehemalige Wiler David Blumer mittels verwertetem Penalty unter die Torschützen mischte. Zwar konnte Eralb Foniqi 20 Minuten vor Schluss auf 1:2 verkürzen. Da er jedoch zwei weitere Chancen vergab und einmal an der Torumrandung scheiterte, setzte es eine Niederlage ab.

Immerhin einen Punkt gab es für den FC Bazenheid. Da der Gegner mit Widnau ein Aufsteiger war und das Bazenheider Anrennen unbelohnt blieb, sind es eher zwei verlorene Zähler. Immerhin wird der Saisonstart bestimmt nicht gleich schlecht sein wie vor Jahresfrist, also die Bazenheider die ersten vier Spiele alle verloren hatten.

Mitarbeit:  Simon Dudle

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Auch diese Flanke von Walid Sekkour brachte den Bazenheidern gegen Widnau keinen Treffer ein. (Bild: pd)

2. Liga interregional, 1. Runde:
Amriswil - Uzwil 0:3 (0:2)
Tore: 24. Asani 0:1. 35. Nushi (Penalty) 0:2. 69. Nushi 0:3.
Uzwil: Waldvogel; Ramisavlevic, Studer, Alija, Lanker; Nushi (77. Rüegg), Oertig, Knöpfel; Lo Re (63. Koller), Asani (72. Mayer), Beran (82. Stillhart).

Bazenheid - Widnau 0:0
Bazenheid: Bernet; Früh, Peters, Baumann (55. Düring), Sekkour; Mlinaric (79. Anic), Musaj (69. Pirik), Gebert; Jungblut (88. Berger), Titaro, Ramada.

Blues Stars Zürich - Wil U20 2:1 (0:0)
Tore: 52. Blumer (Penalty) 1:0. 63. Stara 2:0. 70. Foniqi 2:1.
Wil U20: Jovanovic; Gülünay, Muslin, Bartucca; Shaqiri (76. Monalbano), Isa. Beka (58. A. Selimi), Herter, Lupo; E. Selimi (77. Kessler), Sadiku; Belgacem (66. Foniqi).

Resultate, 1. Cup-Vorrunde:
Zuzwil (3.) – Rüthi (3.) 2:4
Eschlikon (4.) – Tägerwilen (3.) 0:4
Niederstetten (4.) – Dardania St. Gallen 0:2
Bronschhofen (2.) – Sirnach (2.) 3:0
Tobel-Affeltrangen (3.) – Wängi (2.) 3:2
Dussnang (4.) – Staad (4.) 3:5 n.P.
Aadorf (3.) – Winkeln (2.) 1:3 n.V.
Bütschwil (3.) – Weesen (2.) 1:5
Scintilla (5.) – Flawil (3.) 1:2
Littenheid (4.) – Wittenbach (3.) 2:3 n.V.
Niederwil (4.) – Arbon (2.) 4:2
Schwanden (5.) – Kirchberg (4.) 0:21
Bühler (4.) – Münchwilen (3.) 1:5
Rorschacherberg (5.) – Henau (3.) 0:7
Berg (4.) – Neckertal-Degersheim (3.) 0:3