Die Wiler Bundesfeier, zusammen mit der Gemeinde Wilen, erstmals unter Organisation von Stadt Wil Tourismus, wartete mit einer besonderen Attraktion auf. Neben den musikalischen Beiträgen seitens der Stadtharmonie und den Grussworten von Stadträtin Jutta Röösli sorgte der Degersheimer Baumkünstler Oliver Lüttin bei seiner Instrumentenvorstellung für eine buchstäbliche Urwaldstimmung mit vielen Tierlauten. Nicht fehlen durfte der Auftritt der Lampion-Kinder und das grosse Feuerwerk mit abschliessender Funkenzündung.
Beinahe hätte eine Unwetterfront die Durchführung der Wiler Augustfeier zu Nichte gemacht. Der Unwetterspuk setzte rund eine Stunde vor Programmbeginn ein, verzog sich dann exakt bis zur Eröffnung des Programms. Die Organisatoren seitens des Reitklubs waren gefordert, die Folgen des Unwetters wieder richtig zu stellen.

Eingerichtet für grösseren Publikumsaufmarsch
Der Reitklub Wil hatte bei der Organisation der Festwirtschaft alle Vorkehrungen getroffen, auch einen Grossaufmarsch des Publikums bewältigen zu können. Die zahlreich eingesetzten Helfer seitens des Reitklubs mit Unterstützung des Truubenstamms Hittingen waren allerdings auch bei der Bewältigung der Sturmeinflüsse gefordert. Einer der Restaurationsstände wurde beim Sturm buchstäblich in die Luft geschleudert. Bis zum Programmstart war dann alles wieder ordnungsgemäss platziert. Vorteilhaft zeigte sich, für die Bühne eine wetterfeste Bedachung zu wählen, begründet zum Schutz der Bauminstallationen von Oliver Lüttin.

Durch das Programm führte einmal mehr Charly Gämperle, Präsident des Reitklub Wil. Er gab sich erfreut darüber, dass doch eine grössere Zahl Städter sich für eine Teilnahme an der beinahe verregneten Bundesfeier entschieden hätten. Gämperle wies gleich zu Beginn auf den speziellen Teil des Programms hin mit der Vorstellung der sprechenden Bäume von Oliver Lüttin aus Degersheim. Als ersten Programmteil kündigte sich die Stadtharmonie an mit der Vorstellung verschiedener Musikstücke.

Die Bundesfeier ist nicht überflüssig
In ihren Grussworten des Wiler Stadtrates zur Bundesfeier thematisierte Stadträtin Jutta Röösli den Sinn der Bundesfeier. Den Stimmen, welche die Feier überflüssig halten, hielt Röösli entgegen, dass nicht allein die lange Tradition, sondern auch die bereits 726 Jahre bestehende Eidgenossenschaft Grund genug sei, dies alljährlich zu feiern. Die Feier sei auch aus dem Grund wichtig, weil damit das Verbindende und Identität mit der Heimat zum Tragen komme.

Die aktuell laufende Globalisierung und Technisierung, der Vernetzung mit der ganzen Welt, lasse vermehrt die Frage aufkommen: „Wer sind wir?-Wo bin ich zugehörig und was macht unsere Gesellschaft aus“. Sich mit dem Land und der Heimat identifizieren zu können sei wichtig und schaffe soziale Stärke und Leistungsfähigkeit. Es gelte diese Schweiz zu feiern, in der wir uns zu Hause fühlen, arbeiten und Freundschaften pflegen.

Den Moment der Grussworte benutzte der Wilener Gemeindepräsident Kurt Enderli zu einer blumigen Geste gegenüber der Stadträtin. Wilen ist bekanntlich schon mehrere Jahre an der Durchführung der Wiler Bundesfeier beteiligt.

Sprechende Bäume und Stimmen wie aus dem Urwald
Die Einlage mit der Vorstellung sprechender Bäume, eine Installation von Oliver Lüttin aus Degersheim, erreichte beim Publikum hohe Aufmerksamkeit. Lüttin informierte über den Werdegang der Naturinstrumente, praktisch alles Hölzer im Kanton St. Gallen gewachsen. Erste Töne kamen aus den Hohlräumen des aufgestellten Apfelbaumes, für diese Anwendung präpariert.

Die beiden Instrumentenspieler Oliver Lüttin und Kai Rauber hatten ein eigentliches Tonprogramm vorbereitet. Angefangen beim Baum, folgten Trommelspiele auf grossen und kleineren Trommeln, speziell mit Tierfellen bespannt, wie Lüttin informierte. Eine Schale mit Sand gefüllt, sorgte für Meeresrauschen. Abschliessend erhielt das anwesende Publikum eine grosse Zahl Toninstrumente, welche Tierlaute aus dem Urwald hervorbringen. Auf Anweisung von Lüttin, setzte das Publikum die Instrumente in Aktion, was zusammen wie aus dem Urwald klang. Den langen Applaus für die Vorstellung hatte Oliver Lüttin auf sicher.

Lampione und Feuerwerk
Nach Einbruch der Dunkelheit war der Moment für die von der Jungwacht begleiteten Kinder gekommen, mit ihren Lampions auf die Bühne zu schreiten. Moderator Charly Gämperle war gefordert, ein Jedes der Kinder zu Wort kommen zu lassen. Die Kinder liessen sich erst nach eingehender Vorstellung von der Bühne weisen.

Zur Attraktion der Wiler Bundesfeier gehört immer auch das grosse Feuerwerk. Die Stadt verdankt die professionelle Vorstellung des Feuerwerks dem einheimischen Alain Stucki mit seinem Feuerwerkunternehmen. Urs Bösch war zu guter Letzt gefordert, den Augustfunken zu entzünden, was er auf professionelle Art erledigte. Dem offiziellen Programm folgte musikalische Fortsetzung mit den Bandleadern des Martin Ingold Orchestra aus dem Bernbiet.