«Die Gemeinde hat der Kunsteisbahn 'Uzehalle' Sorge getragen und sie à jour gehalten», versichert die Gemeinde Uzwil in der aktuellen «Uzwiler Blatt»-Ausgabe. Die Tragkonstruktion der Anlage sei intakt, sie habe – auch dank grosser Investitionen vor gut 20 Jahren – noch eine längere Lebensdauer vor sich. Auch die ganze Kältetechnik werde in den nächsten Jahren in einem guten Zustand bleiben. «Nicht so die Fassade», sagt die Gemeinde offen vor der Abstimmung am 17. Mai. Denn dann entscheidet die Uzwiler Bevölkerung über einen Kredit in der Höhe von 5,78 Millionen Franken, der die Sanierung der Kunsteisbahn «Uzehalle» ermöglichen sollen. Die 35-jährigen Fassadenelemente seien nämlich brüchig und am Ende der Lebensdauer. «Und die Halle hat Handlungsbedarf, den Energieverbrauch zu reduzieren», wird weiter ausgeführt.

So sieht die Sanierung konkret aus

Deshalb informiert die Gemeinde darüber, warum die «Uzehalle» von April bis September 2021 saniert werden soll. Nach der Sanierung soll die Anlage eine dreifach verglaste, luftdichte und wärmegedämmte Fassade besitzen, die den Energieverbrauch für die Kühlung der Eisfläche markant senkt. «Sie ist langlebig und unterhaltsarm», verspricht die Gemeinde. Die heute geschlossene Fassade zum südlich vorgelagerten Sportplatz erhält eine neue, grossflächige Fluchttüre. Zusätzlich sollen zwei Elemente der Südfassade durch Sektionaltore ersetzt werden. «Durch diese Verbindung zum Umgelände wird die Halleninfrastruktur bei Grossveranstaltungen einfacher nutzbar», ist die Gemeinde überzeugt.

Mit einer Sanierung erhält das Dach laut Gemeinde Uzwil einen neuen Aufbau und es wird gedämmt. Innen soll es einen Kältestrahlung-Schutz bekommen. Dieses Element reduziert den Energiebedarf für die Eiserzeugung. «Die ganze Südseite des Daches wird mit einer grossflächigen Photovoltaik-Anlage ausgestattet», geht die Gemeinde mit den konkreten Sanierungsmassnahmen weiter ins Detail. Die Anlage werde einerseits Eishalle und Curlinghalle, anderseits in der Sommernutzung das Schwimmbad mit erneuerbarem Strom versorgen. Die Leuchten über dem Eisfeld und der Tribüne werden durch eine zeitgemässe energieeffiziente LED-Beleuchtung ersetzt, die veralteten starren Banden werden durch ein Sicherheitsbanden-System ersetzt. «Das reduziert das Verletzungsrisiko im Eissport», begründet die Gemeinde diese Massnahme. Die Garderobe des allgemeinen Eislaufs erhält neu eine Dusche, damit sie auch für den Vereinssport als vollwertige Garderobe genutzt werden kann. Das vermindere Engpässe. Weitere geringfügige Anpassungen werden mit der Sanierung miterledigt.

4,5 Millionen Franken allein für die Gebäudehülle

Das Gebäudevolumen der Eishalle beträgt über 40 000 Kubikmeter. Ihr Volumen ist damit grösser etwa als jenes eines benachbarten Hochhauses der Bühler AG. So haben die Fassaden zusammen eine Fläche von über 1700 Quadratmetern, allein das Dach hat mehr als 4000 Quadratmeter. «Weil die Anlage gut ins Gelände eingebettet ist, fallen diese Dimensionen weniger auf», weiss die Gemeinde, « ausser bei den Kosten». So entfallen fast 4,5 Millionen Franken der gesamten Sanierungskosten auf die Gebäudehülle.

«Die Investition wird, wie schon längere Zeit im Investitionsplan angekündigt, zulasten der Spezialfinanzierung Energie finanziert», wird im aktuellen «Uzwiler Blatt» erklärt. Was heisst das genau? «Die Investition wird entsprechend ihrer Lebensdauer abgeschrieben, die jährlichen Abschreibungsquoten gehen zulasten der Spezialfinanzierung Energie und belasten entsprechend den allgemeinen Gemeindehaushalt und nicht den Steuerfuss», führt die Gemeinde weiter aus. Aus der Spezialfinanzierung Energie können Vorhaben der Gemeinde auf dem Weg zur Energiewende finanziert werden.

Eishallen sind energieintensive Einrichtungen. Die Verantwortung gebietet, Eishallen so auszurüsten und zu betreiben, dass ihr Energieverbrauch möglichst tief gehalten wird. Uzwiler Gemeindepräsident Lucas Keel: «Mit der Sanierung kann der Energiebedarf markant und auf ein Niveau reduziert werden, das der ökologischen Verantwortung gerecht wird.» (gk)