Die Septembersonne wärmt und hält die Erinnerung an den Sommer wach. Ein paar Schritte, Türe auf. Und abrupt ändert die Jahreszeit. In der Uzwiler Eishalle hat der Winter nämlich bereits begonnen – denn seit 7. September und noch bis 17. März 2021 hat die Uzehalle geöffnet. Doch was braucht es eigentlich, bis das Eis aufgebaut ist? Ende August haben die Eismeister angefangen, die Eisplatte zu kühlen. Nach drei Tagen war sie kalt genug. Dann wurde erstmals Wasser auf die kalte Platte gespritzt. Es gefror sofort zu einer dünnen Eisschicht. Darauf haben die Eismeister anschliessend Kreidemehlflüssigkeit gespritzt. Das sorgt für die weisse Erscheinung des Eisfelds. Im nächsten Arbeitsschritt entstanden mit der Unterstützung des EHC die Linien. Sie sind hauchdünne Papierstreifen, welche aufs Eis gelegt und mit Wasser fixiert werden. Sie frieren sofort fest. «Sehr anspruchsvoll sind runde Linien», berichtet die Gemeinde Uzwil in der aktuellen Ausgabe des «Uzwiler Blattes». Sie werden mit einer Art Zirkel aufs Eis gelegt. Und die Werbungen im Eis? Dafür werden dünne bedruckte Vliese ins Eis gelegt. Sind alle Markierungen drin, wird in verschiedenen Arbeitsschritten Wasser aufgebracht, das Eis wächst Schicht um Schicht.

Nicht zu dick, nicht zu dünn

Etwa drei Zentimeter dick soll das Eis sein. Ist es zu dick, braucht die Anlage fürs Kühlen zu viel Energie. Und die Linien sind nicht mehr gut sichtbar. Warum macht man es nicht noch dünner? Die Beanspruchungen sind enorm. «Etwa, wenn eine Eiskunstläuferin nach einem Sprung mit der Kufenspitze aufsetzt. Das gibt natürlich Löcher ins Eis. Und das erfordere eine minimale Eisdicke», heisst es weiter. Während der Saison arbeiten die Mitarbeiter in der Eishalle im Zweischichtbetrieb, der Betrieb läuft sieben Tage die Woche. «Sie betreuen die anspruchsvolle Technik, reinigen die Anlage, stehen für erste Hilfe zur Verfügung. Sorgen im allgemeinen Eislauf für Ordnung, wenn es zu wild zu und hergeht, bereiten regelmässig das Eis auf.»

Aber warum wird in Uzwil die Wintersaison nicht noch früher eingeläutet? «Regelmässig wünschen sich das die Vereine», berichtet die Gemeinde. Die Gemeinde habe Verständnis dafür. «Nebst den Interessen der Vereine berücksichtigt sie ökologische und finanzielle Aspekte», wird im aktuellen «Uzwiler Blatt» erklärt. Ohnehin sei die Uzehalle für Sommereis die falsche Halle. Sie sei nicht dafür gebaut. «Daran wird sich auch nichts ändern, wenn nächstes Jahr Fassaden und Dach der Halle erneuert werden», so die Gemeinde.

Aktuell nutzen nun die Vereine bis zum 27. September das Eis exklusiv. Ab Montag, 28. September – pünktlich zum Ferienbeginn – steht die Eishalle der gesamten Bevölkerung offen und der allgemeine Eislauf wird starten. «Für die Uzwiler Eishalle spricht: Die Eintrittspreise sind günstig», betont die Gemeinde. Kinder zahlen 1.50 Franken, Erwachsene sieben Franken. Zum Vergleich: In Wil zahlen einheimische Kinder 4.50 Franken, einheimische Erwachsene sieben Franken. Für Auswärtige ist es noch teurer. (pd)