«Sie ist so ein herzensguter Mensch», das sagte Katharina Piljic von Concetta Egger, die sich in der Markthalle (Lebensmittelabgabe für Armutsbetroffene) und in der Marktstube (vierzehntägliche Mittagsverpflegung) engagiert. Sie ist bei den Mitarbeitenden und den regelmässigen Besuchern als Mamma mia bekannt und geschätzt. Seit acht Jahren arbeitet sie bei diesen Integrationsprojekten mit Katharina Piljic zusammen. Herzlichkeit, gepaart mit der nötigen Strenge, ist auch der Initiantin und Leiterin dieser Projekte vom Gemeindepräsidenten Lucas Keel attestiert worden.

Die Lebensmittelabgabe ist im April 2008 von engagierten Menschen aus den Pfarreien und Gemeinden von Uzwil, Henau, Oberuzwil, Jonschwil, Oberbüren und Niederbüren für Menschen, die von Armut betroffen waren, eröffnet worden. Durch die Abgabe von Lebensmitteln, welche von Grossverteilern nicht mehr verkauft werden können, werden bis heute die Armut und ihre Folgen etwas gemildert. Die Nachfrage der Bezüger bestätigte die Notwendigkeit des entsprechenden Angebotes. Deshalb ist im Januar 2011 der Verein Markthalle gegründet worden. Im Projekt Marktstube wird vierzehntäglich zu einem Mittagessen eingeladen, das von Armutsbetroffenen zubereitet wird und zu dem dann auch die übrige Bevölkerung eingeladen ist.

Vielseitiger Schauspieler

An der Bürgerversammlung ist auch der Schauspieler, Autor und Theaterproduzent Simon Keller aus Uzwil in den Mittelpunkt gestellt worden. hallowil.ch stellt ihn in einem separaten Artikel vor.

Überdurchschnittliches Ergebnis

An der Bürgerversammlung nahmen 243 Stimmberechtigte teil. Gäste waren wiederum einbürgerungswillige Personen. 2018 war auch für Uzwil das letzte Rechnungsjahr mit dem bisherigen Modell. Gegenüber dem Budget ist eine Besserstellung von 3,5 Millionen Franken erreicht worden, massgeblich infolge höherer Steuereinnahmen (1,5 Millionen) und der Überführung des Gewinns der Gasversorgung in den Gemeindehaushalt (1,3 Millionen). Vom Ertragsüberschuss werden 500'000 Franken als Vorfinanzierung für die Sanierung des Deponiestandortes Niederglatt und 2,8 Millionen für die Schulraumerweiterung Herrenhof bereitgestellt.


Immobilienwert 3 Milliarden

Gemeindepräsident Lucas Keel listete in freier Rede eine Fülle von Fakten und Zahlen aus dem Berichtsjahr 2018 auf. Herausgegriffen sei etwa der Wert aller Immobilien in der Gemeinde, der sich auf drei Milliarden Franken beläuft. In seiner siebenjährigen Amtszeit sei das Wachstumsziel der Gemeinde in den ersten fünf Jahren nicht erreicht worden. Erst in den letzten beiden Jahren habe sich ein moderates Bevölkerungswachstum ergeben. Die Volksschule besuchten 1506 Schüler, und für Bildung wird annähernd die Hälfte der gut 60 Millionen Ausgaben aufgewendet. Auf eine Lösung warten die Augarten-Kreuzung und die regionale Kläranlage. Bezüglich der Grünabfuhr wird vom Kanton die Finanzierung über Steuergelder kritisiert.


FDP wünscht Steuersenkung

Gemeinderat Ruedi Müller gab einen Überblick über die privaten und staatlichen Sicherheitsdienste, die Vernetzungsgruppen und die regionale Feuerwehr, welche am 1. Januar 2020 ihren Betrieb aufnehmen wird. Von Schulpräsident Daniel Wyder war zu erfahren, dass die Zahl der Stellvertretungen zugenommen habe. Ausserdem stellte er das schulergänzende Betreuungsangebot vor. Dazu gehören unter anderem das Kinderhaus Rägeboge, der Mittagstisch und Tagesfamilien.

FDP-Präsident Bruno Lusti nahm den grossen Rechnungsüberschuss zum Anlass, für das nächste Budget eine Senkung des Steuerfusses um 2-3 Prozent anzuregen. Lucas Keel stellte fest, dass dies von der Behörde so angedacht sei. Allerdings seien die Auswirkungen der Steuergesetzrevision noch nicht abzusehen.

Ein Antrag, die rostigen Tafeln in den Tempo-30-Zonen zu bemalen, wurde abgelehnt.