Der FC Uzwil setzte seinen Steigerungslauf fort und kam im letzten Meisterschaftsspiel vor der Winterpause zu einem ebenso klaren wie verdienten 3:0-Heimsieg gegen die U20 des FC Wil. Vor allem die erste Halbzeit der Gastgeber war bärenstark. Aus der Sicht von Uzwils Trainer Sokol Maliqi war es gar die beste dieser Saison. Die logische Konsequenz: Eine 3:0-Führung und die frühzeitige Entscheidung des Spiels. Nach gut einer halben Stunde traf der Ex-Wiler Kristian Nushi, ehe Orcun Cengiz in den Minuten vor der Pause mit einem Doppelschlag bereits alles klar machte. Und die Wiler? Die erwachten in krankheitsbedingter Abwesenheit von Trainer Fabinho erst nach der Pause. Es war auch darum zu spät, weil die Äbtestädter einen Penalty verschossen. Agron Selimi scheiterte an Uzwils Goalie Timon Waldvogel, auch er ein Ex-Wiler.

Somit ging eine Hinrunde zu Ende, die aus Uzwiler Sicht doch noch ein versöhnliches Ende nahm und zwei Punkte mehr einbrachte als vor Jahresfrist. Vor allem im zweiten Teil dieses Fussball-Herbstes steigerte sich der FC Uzwil und verlor von den letzten sechs Partien nur noch eine. Nachdem Maliqis Team zuvor gar auf einem Abstiegsplatz klassiert war, hat sie sich gefangen und überwintert in der oberen Tabellenhälfte. Genau in die andere Richtung zeigt die Formkurve der jungen Wiler. Nach drei Runden waren schon neun Punkte auf dem Konto des damaligen Leaders. In den verbleibenden zehn Partien kamen aber nur noch sieben Zähler dazu. Zuletzt gab es gar vier Niederlagen in Serie. Zu oft zeigte sich die Mannschaft kämpferisch nicht auf der Höhe. Zudem leistete sie sich die Peinlichkeit, als einziges Team der Liga dem Tabellenletzten United Zürich Punkte zuzugestehen. Es gibt einiges zu tun auf dem Bergholz in der langen Winterpause. Denn statt Tabellenspitze ist das älteste Wiler Nachwuchsteam bei Saisonhalbzeit halt doch das, was es in den vergangenen Jahren im Winter immer war: ein Abstiegskandidat.

Im Video: Uzwil-Trainer Maliqi zur Hinrunde:

 
«Ich bin sehr zufrieden. Wir haben wenige Strafpunkte und Tore kassiert», sagt Sokol Maliqi zum Uzwiler Fussball-Herbst im hallowil.ch-Interview.

Verunsicherung in Bazenheid

Gar noch akuter vom Abstieg bedroht ist der FC Bazenheid. Die 1:3-Auswärtsniederlage in Amriswil war die fünfte Pleite hintereinander. Seit dem 21. September wartet das Team von Trainer Eddy Coutinho schon auf einen Sieg. Im Thurgau gerieten die Toggenburger, die ohne ihren Captain Dejan Baumann auskommen mussten, Mitte erster Halbzeit bei einem Freistoss in Rückstand. Doch kurz nach der Pause vollendete Roman Scardanzan einen über rechts vorgetragenen Angriff mit dem Ausgleich. Ein paar Minuten später hatten die Gäste gar die Chance auf den Führungstreffer. Doch es resultierte ein Gegenzug, bei dem sich Goalie Marko Vukovic im eigenen Strafraum nahe der Grundlinie zu einem unnötigen Foul verleiten liess. Der neuerliche Rückstand war die Folge. Als dann ein paar Minuten später bei einem Konter das 3:1 für Amriswil fiel, war die Partie entschieden – offener Schlagabtausch in der Folge hin oder her.

Somit liegen die Bazenheider nach der Hinrunde auf einem Abstiegsplatz und haben drei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Der grosse Umbruch im vergangenen Sommer – rund zwei Drittel des Kaders waren zu ersetzen oder wurden ersetzt – bekam der Mannschaft nicht gut. Auch der Platzverweis gegen Goalie Michael Gähwiler Anfang Oktober bei der 0:1-Niederlage in Uzwil, der ihm vier Straf-Sonntage einbrachte, trug alles andere als zur Beruhigung des Nervenkostüms bei. «Mit diesen Kader, dass wir zum Ende der Hinrunde zur Verfügung hatten, waren wir nicht das Mass der Dinge. Die Mannschaft ist verunsichert. Es ist gut, dass nun die Winterpause kommt», sagt Bazenheids Sportchef Hans «Hasä» Stadler. Nach fünf Spielen ohne Punkt kommt automatisch die Frage auf, wie sicher Trainer Coutinho noch in Stuhl sitzt. «Über den Trainer reden wir momentan nicht. Alle sind in der Verantwortung, von der Vereinsführung über Trainer und Staff bis hin zu den Spielern. Nur gemeinsam kommen wir da raus», sagt Stadler.

Resultate, 2. Liga interregional, Gruppe 6, 13. Runde:
Uzwil – Wil U20 3:0
Amriswil – Bazenheid 3:1
Bassersdorf - Rüti 1:3
Lugano U21 - Calcio Kreuzlingen 1:1
Chur – Seuzach 1:1
United Zürich – Widnau 0:1
Weesen – Kreuzlingen 1:1

Nachtragsspiel:
Weesen - Seuzach 2:2

Rangliste:
1. Chur 13/30. 2. Seuzach 13/24. 3. Kreuzlingen 13/23. 4. Amriswil 13/22. 5. Uzwil 13/21. 6. Calcio Kreuzlingen 13/19. 7. Widnau 13/19. 8. Lugano U21 13/19. 9. Weesen 13/17. 10. Rüti 13/17. 11. Wil U20 13/16. 12. Bassersdorf 13/15. 13. Bazenheid 13/13. 14. United Zürich 13/3.

Nächstes Spiel:
Cup-Qualifikation am Samstag, 9. November: Uzwil – Bazenheid (17.00 Uhr).

Danach Winterpause bis am 14. März 2020.

Bronschhofen punktet erneut

In der 2. Liga regional erkämpfte sich der SC Bronschhofen auswärts in Niederurnen gegen die zweite Mannschaft von Linth 04 ein beachtliches 1:1. Nach einem schwachen Start in die Saison hat sich die Equipe von Trainer Spyridon Moutafis gefangen und zuletzt von fünf Partien nur noch eine verloren. Gegen die Glarner brachte Bronschhofens Top-Torschütze Andi Qerfozi die Gäste Mitte erster Halbzeit in Führung, ehe kurz vor der Pause per Penalty der Ausgleich hingenommen werden musste. Dieses Remis wurde über die Zeit gebracht, obwohl die Gäste die letzte Viertelstunde in numerischer Unterzahl bestreiten mussten. Alexandros Sarantaenas wurde des Feldes verwiesen, weil er zweimal verwarnt worden war – innerhalb von vier Minuten.

Eine nächste Enttäuschung setzte es für das Serben-Team des FC Uzwil ab. Es wurde auswärts von Abstiegskandidat Abtwil-Engelburg mit 2:0 besiegt und hat von den letzten vier Partien deren drei verloren. Beide Gegentreffer wurden in der zweiten Halbzeit kassiert. Die Uzwiler haben, im Gegensatz zu Bronschhofen, vor der Winterpause noch ein Spiel ausstehend und treffen am kommenden Sonntag (10. November) um 14 Uhr zuhause auf Sirnach.

Apropos FC Sirnach: Die Hinterthurgauer haben gegen den alten und neuen Leader Rapperswil-Jona II eine 2:3-Heimniederlage bezogen. Bereits kurz nach der Pause lagen die Sirnacher scheinbar entscheidend mit 0:3 im Hintertreffen. Als dann Thomas Braun auch noch mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen wurde, schien die Sache geritzt. Doch bis zur 89. Minute hatte Sirnach auf 2:3 verkürzt und durfte in Unterzahl gar auf einen Punktgewinn hoffen. Der Ausgleich fiel aber nicht mehr. Somit beträgt die Reserve auf die Abstiegszone vor dem letzten Spiel des Jahres drei Punkte.

Resultate, 2. Liga regional, Gruppe 2, 10. Runde:
Sirnach - Rapperswil-Jona II 2:3
Abtwil-Engelburg – Uzwil Serben 2:0
Linth II – Bronschhofen 1:1
Wattwil Bunt - Frauenfeld 0:2
Schmerikon – Wängi 3:0
Winkeln – Eschenbach 1:3

Rangliste:
1. Rapperswil-Jona II 10/22. 2. Eschenbach 10/20. 3. Frauenfeld 10/20. 4. Winkeln 11/15. 5. Linth II 10/15. 6. Uzwil Serben 10/13. 7. Abtwil-Engelburg 10/12. 8. Sirnach 10/12. 9. Bronschhofen 11/12. 10. Wattwil Bunt 11/12. 11. Wängi 11/9. 12. Schmerikon 10/9.

Nächste Spiele (11. Runde):
Samstag, 9. November: Frauenfeld – Abtwil-Engelburg (16.00 Uhr).
Sonntag, 10. November: Uzwil Serben – Sirnach (14.00 Uhr), Eschenbach – Schmerikon (14.00 Uhr), Rapperswil-Jona II – Linth II (14.00 Uhr).

Danach Winterpause bis am 28. März 2020.