Uzwils Bevölkerungsentwicklung der vergangenen 200 Jahre ist geprägt von grossen Schwankungen. Rückschläge und Wachstumsphasen lösten sich ab. Dieses Auf und Ab hing auch mit der Industrialisierung zusammen. Brummte die Industrie, stieg die Einwohnerzahl. Diese Parallelität hat sich inzwischen entflochten. Die Mobilität macht es möglich. Geblieben ist: Uzwils Bevölkerungsentwicklung ist keine gleichmässige Angelegenheit. Phasen des Wachstums und der Stagnation lösen sich ab. Das hängt zunehmend auch mit der Verfügbarkeit von Entwicklungsflächen zusammen, wie die Gemeinde im aktuellen Mitteilungsblatt informiert.

Kein Kran zu sehen

Vor mehr als zehn Jahren stellte Uzwil die Weichen in der Raumplanung neu. Das Ziel: Ein im regionalen Kontext bescheidenes Bevölkerungswachstum, ein Wachstum durch innere Verdichtung statt ins Grüne ausufernde Siedlungen. Dazu gehörte auch der Druck aufs System, damit Entwicklungsreserven durch Arealumbrüche realisiert werden können. Eine der Folgen: Während Jahren stand in Uzwil kaum ein Kran. In den Nachbargemeinden hatte es noch Land auf der grünen Wiese. Bauen dort war einfacher. Uzwils Einwohnerzahl stagnierte. Und Uzwil verlor Einwohner an Nachbargemeinden. Etwa ältere Menschen, die ihr Haus verkauften und in eine Eigentumswohnung zogen. Oder junge Menschen, die gerne in der Gemeinde geblieben wären. In Uzwil gabs kein geeignetes Angebot. Mit den Menschen verlor die Gemeinde auch Steuersubstrat.

Wer heute seinen Blick über Uzwils Dächer schweifen lässt, bleibt am einen oder anderen Kranen und Visier hängen. Die bauliche Entwicklung ist sichtbar. Verschiedene neue Überbauungen sind bezogen oder im Entstehen. Die Entwicklung richtet sich vor allem nach innen. Genauso, wie die Weichenstellung vor zehn Jahren das wollte. Und genau so, wie die Schweiz inzwischen insgesamt ihre Raumplanung neu ausgerichtet hat. Und nun steigt auch die Uzwiler Einwohnerzahl wieder. In diesen Tagen hat Uzwil die 13'000er Grenze geknackt – dank dem Ehepaar Spörri, das zugezogen ist und nun im Stolzenberg wohnt.

Sieben Dörfer im Fokus

Im Amtsbericht 1983, also die 10‘000. Person nach Uzwil gezogen war, ist zu lesen: «Statistisch sind wir nun eine Stadt, fühlen uns aber nach wie vor als Wohn- und Industriegemeinde.» Auch mit 3000 Einwohnern mehr hat Uzwil derzeit keine Gelüste, sich Stadt zu nennen. Denn: Stadt, das muss als urbaner, städtischer Raum sichtbar und erlebbar sein. Auch wenns in Uzwil einige Ecken hat, die diesem Bild immer mehr entsprechen: Die Gemeinde will eine Gemeinschaft von sieben Dörfern bleiben. (gk/red)