Die Euphorie in Tafers kannte keine Grenzen. Über 60 Uzwiler Fans feierten am frühen Sonntabend gemeinsam mit dem Team den Meistertitel. Es war laut, teilweise sogar sehr laut. Bereits vor Spielstart sangen sich die Fans lauthals warm. Die einmalige Stimmung vermochte tatsächlich auch die Mannschaft zu beflügeln. Bei der Siegerehrung wurden die Uzwiler denn auch von den Swiss-Badminton-Verantwortichen als die lautesten Fans der Badmintonsschweiz betitelt. Auch dies wurde natürlich von den euphorischen Supportern mit lautem Applaus und Fangesängen bejubelt. Im Anschluss lagen sich die Spielerinnen und Spieler gemeinsam mit den Fans in den Armen und es wurden fleissig Erinnerungsfotos mit dem Pokal gemacht. Dieser bleibt bereits zum dritten Mal in Serie in Uzwil!

Auch wenn am Schluss die bessere Mannschaft gewann, musste der Titel redlich erklämpft werden. Nicht nur am Sonntag. Bereits einen Tag zuvor spielte Uzwil stark auf. Im Heimspiel hatte die Mannschaft eigentlich fast alles im Griff. Trotzdem resultierte nur ein 4:4-Unentschieden. Während die vier gewonnen Spiele relativ klar an die Uzwiler gingen, verlor man die anderen vier Spiele hauchdünn. Eine Vorentscheidung war so nah, dass auch ein 5:3- oder sogar ein 6:2-Sieg möglich gewesen wäre. Doch die nötige Abgeklärtheit und das Quäntchen Glück fehlten in den entscheidenden Momenten.

Das änderte sich im Rückspiel in Tafers grundlegend. Die Mannschaft war nun bereit bis ans Limit zu gehen. Und wenn nötig sogar drüber. Die Uzwiler wollten um jeden Preis gewinnen und das war schon in den ersten Spielen (erstes Männerdoppel und Frauendoppel) deutlich sichtbar. Ausgerechnet in diesen beiden Spielen, die am Vortag noch knapp verloren gingen. Doch nun war alles anders. Uzwil erzwang mit viel Kampfgeist und einer beeindruckenden Moral das Glück auf seine Seite. So wurden diese beiden Spiele tatsächlich gewonnen. Das war dann auch die Vorentscheidung im Meisterrennen. Zwischenzeitlich ging Uzwil sogar mit 4:0 in Führung, ehe Tafers doch nochmals ein Lebenszeichen von sich gab und auf 4:2 aufholte. Es wurde auf einmal wieder spannend. Denn in den letzten beiden Spielen taten sich die favorisierten Müller im Männerinzel und Bruun im Männereinzel wesentlich schwerer als noch am Vortag. Bei den Uzwilern begannen die Nerven plötzlich zu flattern. Doch als Kim Bruun seinen Matchball verwertete, war alles entschieden. Die Uzwiler stürmten das Spielfeld und feierten emotional unter goldenem Konfettiregen den Meistertitel.

Damit kürt sich Uzwil zum Serienmeister. 2014 gewann der Verein seinen ersten Meistertitel. Nun ist es bereits der fünfte Titel innert acht Jahren. Ein Erfolg, der nicht von ungefähr kommt. Der Verein investiert viel und ist in vielerlei Hinsicht ein Vorbildverein. Im Leistungssport und in der Nachwuchsförderung gehen die Verantwortlichen seit Jahren stets neue Wege. Ein ebenso wichtiger Pfeiler ist der Breitensport, der die grosse Badmintonfamilie komplettiert. Und genau diese Mitglieder standen durch den euphorischen Support in diesen Playoffs genauso im Rampenlicht, wie die Meistermannschaft mit Cheryl Seinen, Milena Schnider, Sereina Hofstetter, Kim Bruun, Robin Tabeling, Nicolas A. Müller, Julien Scheiwiller, Ramon Kropf, sowie den beiden Spielertrainern Iztok Utrosa und Rudi Dellenbach. Es ist auch diesmal ein Meistertitel, der dem ganzen Verein gehört!