Im Hinblick auf die Bürgerversammlung vom Montag, 27. November hat die Gemeinde Uzwil das Heft mit dem Voranschlag fürs nächste Jahr in die Haushaltungen verschickt. Es bringt neben manchen positiven Aspekten und Zahlen – so die Aussicht auf Senkung des Steuerfusses um 7 Prozent – bemerkenswerte Illustrationen. Diesmal sind es Blumenbilder der Uzwiler Zeichnerin Pia Roshardt-Meinherz. Die Gemeindebehörden überbringen so ihre Botschaft nicht durch, sondern mit Blumen, mit Blumenbildern aus dem Gemeindearchiv.Gemeindepräsident Lucas Keel stellt sein Vorwort unter das Motto «Freundliches Uzwil». Ob wirklich die Gemeinde und alle ihre Institutionen den Superlativ von freundlich erreichen, bleibe dahingestellt. Aber Blumen passen zum Begriff freundlich und machen Freude.

Gute Wirtschafts- und Finanzlage
Lucas Keel listet gleich mehrere freundliche Aspekte auf, welche Anlass zu Freude sind: den guten finanziellen Abschluss der Gemeinderechnung, der zusammen mit der guten Wirtschaftslage Anlass zum Antrag auf Senkung des Steuerfusses um sieben Prozent sei, den bevorstehenden Umzug ins neue Gemeindehaus, welches schon zu neuen Planungen im öffentlichen und im privaten Raum in Zentrumsnähe geführt habe, den tiefen Leerwohnungsbestand und die grossen Investitionen der Industrie.

Augarten-Kreuzung muss warten
Während auf dem Bahnhof Uzwil ab 2018 ein halbstündlicher Intercity-Halt in Aussicht steht, lässt die Sanierung der Augarten-Kreuzung und der Autobahn-Anschlüsse auf sich warten. Gemäss kantonaler Planung werden sie erst 2020 neu. Das Bauprojekt für die Bahnhofstrasse soll dagegen schon 2018 aufliegen.

In der eigenen Hand hat die Gemeinde die Fortsetzung des Tempo-30-Konzeptes, die Strassengestaltung im Dorf Niederstetten und die Schulraumplanung.

Voranschlag mit Fehlbetrag
Die laufende Rechnung für 2018 rechnet bei einem Aufwand von gut 72 Millionen Franken und einem Ertrag von 71,8 Millionen Franken mit einem verhältnismässig kleinen Aufwandüberschuss von 217'000 Franken. Und das bei einem von 140 Prozent um 7 Prozent auf 133 Prozent gesenkten Steuerfuss. Das Defizit ist durch das Eigenkapital von 12 Millionen Franken gedeckt. Im laufenden Rechnungsjahr ist es durch einen Bilanzschnitt von 20 auf 12 Millionen Franken gesenkt worden.

Der Steuerfuss betrug 2002 noch 157 Prozent. Bis 2009 wurde er auf 140 Prozent gesenkt. 2013 musste er als Folge des kantonalen Sparpakets wieder auf 145 Prozent erhöht werden. Im Vorjahr war er auf 140 Prozent gesenkt worden, nun soll er um weitere 7 Prozent sinken.

Riga 18 im Blickfeld
Ein Meilenstein im kommenden Jahr wird die Riga 18 sein. Nach 2012 wird in Uzwil wieder die von den Gewerbevereinen Uzwil, Oberuzwil und Oberbüren organisierte regionale Industrie- und Gewerbeausstellung durchgeführt werden. Auch die Gemeinde ist daran interessiert, dass dieser Anlass erneut zu einem Erfolg wird. Im Voranschlag figuriert ein entsprechender Beitrag.

Mehrkosten im Bildungswesen ergeben sich aus einer neuen Kindergartenklasse und einer zusätzlichen Kleinklasse sowie im Informatik-Bereich. Höher als letztes Jahr sind die Aufwendungen für «Deutsch für Fremdsprachige» und die Schulgelder für Sportschüler budgetiert.

Investitionen für zehn Millionen
Uzwil will im kommenden Jahr 9,8 Millionen Franken investieren. Der Betrag verteilt sich auf zahlreiche Vorhaben. Zu den grossen Brocken gehört die Umnutzung des über 100 Jahre alten Gemeindehauses an der Flawilerstrasse 2. Es soll neu die Sozialen Dienste beherbergen. Dazu ist ein Umbau für 680'000 Franken nötig. Die Aussenrenovation der Turnhalle Neuhof ist mit 840'000 Franken voranschlagt, die Photovoltaikanlage auf dem Turnhallendach mit 105'000 Franken.

350'000 Franken kostet der Ersatz des Kunststoff-Sportbelags bei der Schulanlage Schöntalstrasse,115'000 Franken das Gruppenraum-Provisorium – ein Bürocontainer – bei der Schulanlage Herrenhof.

Die Umsetzung der Tempo-30-Zone Niederuzwil-West erfordert 200'000 Franken. Gleich viel kostet der Ersatz des Salzsilos beim Werkhof. 300'000 Franken müssen für den Ersatz des Parkplatzes Lindenstrasse aufgewendet werden, 220'000 Franken für den Neubau des Buswendeplatzes Waldhof.

Die Kanalisation Büelstrasse wird für 200'000 Franken erneuert, Hochwasser-Sanierungen erfordern 400'000 Franken.

Radweg Waldegg nicht dringlich
Eine Radwegverbindung von Henau über den Waldegg-Kreisel nach Uzwil, welche der Gemeinderat gemäss Versammlungsauftrag zu prüfen hatte, entspricht seiner Ansicht nach keinem vordringlichen Bedürfnis. Der Radweg ist im Agglomerationsprogramm vorgesehen und könnte später mit Beiträgen von Bund und Kanton realisiert werden.

Seniorenzentrum vollständig ausgelastet
Eine ganze Seite im Bericht ist dem Seniorenzentrum Uzwil gewidmet. Dem Zweckverband gehören Uzwil, Oberuzwil und Oberbüren an. Zum Zentrum gehören die Häuser Sonnmatt und Marienfried, die derzeit eine Auslastung von 99,8 Prozent ausweisen. In der Sonnmatt soll für 79 Menschen neu gebaut werden.

Das Vorprojekt für die Erweiterung rechnet mit Kosten von 35 Millionen Franken. Ende dieses Jahres soll das Bauprojekt vorliegen. Die neue Infrastruktur soll im Jahre 2022 bereitstehen. Auch wenn es mit dem Casa Solaris, und den Pflegeheimen Wolfgang und Christa weitere Institutionen in der Region gebe, könne das Seniorenzentrum Uzwil nicht mit allen Entwicklungsschritten bis zur Fertigstellung der Erweiterung warten.