1540 Schülerinnen und Schüler zählen die Uzwiler Schulen heute. 1656 dürften es im Sommer 2024 sein. Dazwischen liegen viele Hausaufgaben für die Schulraumplanung. Doch zuerst ein kleiner Rückblick: 2016 aktualisierte die Schule ihre Schülerprognosen. Das Datenmaterial lieferte eine externe Studie. Sie modellierte verschiedene Szenarien. Im höchsten der Szenarien wurde ein stabiler bis leicht steigender Trend bei den Schülerzahlen prognostiziert. «Die Realität hat die Studie überholt», berichtet die Gemeinde nun im aktuellsten «Uzwiler Blatt». Das aktuelle Wachstum liege deutlich darüber. «Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen» – einmal mehr bestätige sich dieses Zitat. 

Die Zahlen der bis vierjährigen Kinder in der Gemeinde Uzwil zeigen: Die Schule muss von einem beträchtlichen Zuwachs der Schülerzahlen ausgehen. «Die aktuelle Planung zeigt klar grössere Jahrgänge», heisst es weiter. Spitzenreiter dabei könnte der voraussichtliche Eintrittsjahrgang im Sommer 2024 mit 187 Kindergartenkinder werden. Im Vergleich dazu: Aktuell liegt die durchschnittliche Jahrgangsgrösse bei rund 145 Kindern, vor vier Jahren waren es noch 135. Ein einmaliger Ausreisser nach oben? «Nein», sagt die Gemeinde, «Die Vierjahresplanung zeigt einen kontinuierlichen Anstieg im Total der Schülerzahlen von 2021 bis 2024. Die Etappen: 1586, 1601, 1614 und schliesslich im August 2024 1656 Schülerinnen und Schüler.

Keine Normalverteilung

«116 zusätzliche Schüler, das mag bei insgesamt etwas über 80 Schulklassen nicht nach sehr viel klingen», führt die Gemeinde weiter aus. Das wären dann rund 1.5 Kinder pro Klasse mehr. Diese Betrachtungsweise greife jedoch zu kurz. Die Zunahme betreffe vor allem die jungen Jahrgänge. Seien es heute genau 304 Kinder in den beiden Kindergartenjahren, werden im Sommer 2024 über 340 Kinder erwartet. «Im Vergleich dazu waren es vor vier Jahren noch 270 Kinder», so die Gemeinde. Und diese erwartet grossen Jahrgänge werden zusätzliche Klassen auslösen. Zusätzliche Klassen, die sich dann voraussichtlich durch alle Schuljahre durchziehen werden.

«Schule hat viel mit spannender Mathematik zu tun. Anspruchsvoll wird es mit zusätzlichen Variablen», betont die Gemeinde. Das sei auch bei der Schülerentwicklung so. «Überdurchschnittliche Entwicklungen der Schülerzahlen in den nächsten Jahren aufgrund der Bautätigkeit sind möglich, vielleicht auch zu erwarten.» Diese Effekte sind in den erneuerten Prognosen aber noch nicht berücksichtigt. Mit ein Grund, an der Planung sehr nahe dran zu bleiben.

In den Siebziger- und Achtzigerjahren entstanden die letzten komplett neuen Schulanlagen in der Gemeinde. «Die letzte spürbare Schulraum-Erweiterung in der Gemeinde liegt schon Jahre zurück», heisst es weiter. Ende der Neunzigerjahre wurde die Uzeschuel aufgestockt.

Schulraum schon jetzt knapp

Seit einigen Jahren ist Schulraum ist in Uzwil wieder ein rares Gut. Deshalb wurde das Projekt für die Erweiterung der Schulanlage Herrenhof auf die Reise geschickt. «Die Schulen sind kreativ, um trotz hoher Schülerzahlen über die Runden zu kommen», sagt die Gemeinde. Das sei auch erforderlich, weil kurzfristige Spitzen immer wieder vorkommen. «Und dies hat Grenzen.» Die erneuerten Zahlen unterstreichen, wie wichtig und richtig der Schritt hin zu mehr Schulraum im Herrenhof sei. Und die erneuerten Zahlen zeigen vor allem auch: «Um die steigenden Schülerzahlen zu bewältigen, wird es nochmals zusätzliche Provisorien brauchen.» Die Gemeinde sei gefordert.