Bei Uzwil läuft es momentan nicht wunschgemäss. Die beiden holländischen Profis Cheryl Seinen und Robin Tabelling befinden sich derzeit an internationalen Turnieren, um sich Punkte für die Olympiaqualifikation zu erspielen. Auch auf den Dänen Kim Bruun muss Uzwil momentan verzichten, da dieser mit einer Ellbogenverletzung ausfällt. Bleibt einzig der Kroate Zvonimir Durkinjak übrig, der aber am Sonntag wegen einer Wadenverletzung aufgeben musste. Ein weiterer Rückschlag für das ohnehin gebeutelte Uzwiler Gefüge. Denn eines zeigte sich an diesem Wochenende deutlich: Ohne den ausländischen Leistungsträgern hat Uzwil einen schweren Stand.

Trotzdem zeigte das Rumpfteam immer wieder gute Momente. Insbesondere der Heimsieg gegen Brig kann aufgrund der personellen Ausgangslage als kleine Überraschung gewertet werden. Uzwil holte in diesem Heimspiel das Optimum raus. Ähnliches wäre auch einen Tag später im Spitzenspiel, wieder vor heimischem Publikum, gegen das wesentlich stärkere Tafers möglich gewesen. Doch diese Hürde war dann endgültig zu hoch für die Uzwiler. Das Frauendoppel (Hofstetter/Schnider) schnupperte zwar noch an einem Sieg, verlor dann aber doch knapp im Entscheidungssatz. Und im dritten Männereinzel vergeigte Rudi Dellenbach sogar vier Matchbälle in Serie, ehe er sich Sekunden später geschlagen geben musste. 

Ein Lichtblick war allerdings Rinoy Manavalan, der erstmals für Uzwil auflief. Der sogenannte «Lizenz-Plus-Spieler» steht eigentlich für das St.Galler NLB-Team im Einsatz, darf aber aufgrund einer Sonderregelung eine begrenzte Anzahl Einsätze zusätzlich in einer höheren Liga bei einem anderen Verein bestreiten. Und sein Einstand in Uzwil glückte vollauf. Im zweiten Männereinzel siegte er mit einer beherzten und kämpferischen Leistung. Sehr zur Freude des Publikums, die den mitreissenden Sieg lautstark bejubelten. Aber auch Manavalan konnte die erste Saisonniederlage der Uzwiler nicht mehr verhindern.

Dadurch muss Uzwil die Leaderposition in der NLA-Tabelle abgeben. Lausanne (17 Punkte) übernimmt wieder die Spitze und bleibt weiterhin das Überraschungsteam der Stunde. Dahinter folgen Tafers und Uzwil (beide 16 Punkte). Das grosse Verfolgerfeld (10 und 11 Punkte) folgt dann doch schon mit einem beträchtlichen Abstand. Die nächste NLA-Runde wird am 27. November gespielt. Uzwil wird zum Abschluss der ersten Saisonhälfte auswärts in Zürich antreten. Matthias Zindel