Frühere Informationen sahen vor, mit den Bauarbeiten dieses Jahr nach den Sommerferien zu starten und bis Ende 2023 zu bauen. Der notwendige Landerwerb konnte noch nicht vollständig abgeschlossen werden. Der Kanton musste seine Pläne daher anpassen. Dazu Balz Ruprecht vom kantonalen Tiefbauamt: «Wir wollen die Bauzeit und die damit verbundenen Einschränkungen so kurz wie möglich halten und planen sämtliche Arbeiten mit Ausnahme der Deckbelagsarbeiten im Jahr 2023 umzusetzen.» Damit das möglich wird, bauen gleichzeitig zwei Gruppen.

Herbstmarkt 2023 findet statt

Das angepasste Bauprogramm hat der Kanton der Gemeinde und dem Uzwiler Geschäftszentrum (GZU) vorgestellt. Jrène Chiavi, Präsidentin des GZU: «Diese Anpassungen sind ganz in unserem Sinne. Wir sind interessiert daran, die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten.» Sie ergänzt, das GZU sei beim Kanton auch in Sachen Herbstmarkt 2023 auf offene Ohren gestossen. Der Markt werde trotz des Umbaus der Strasse stattfinden können. Der Kanton nehme das so in seine Planung auf und werde auf den Herbstmarkt hin einen Zwischenstand umsetzen, der den Mark zulässt. Natürlich werde die Baustelle zu gewissen Einschränkungen und Anpassungen am Konzept führen. «Wichtig ist, dass der Markt stattfinden kann», resumiert Jrène Chiavi.

Einbahnregelung

Und wie organisiert der Kanton die Baustelle? Erneuert wird der Abschnitt der Bahnhofstrasse zwischen dem Beginn des Zentrumsgebietes beim Einlenker der Konsumstrasse bis zur Bahnunterführung. Um die Baustelle zu beschleunigen, wird von Beginn weg an der ganzen Strecke gearbeitet. Während der ganzen Bauzeit gilt auf der Bahnhofstrasse ein Einbahnverkehr. Sie kann von Niederuzwil Richtung Bahnhof befahren werden. Für die Gegenrichtung gibts Umleitungen via Friedbergstrasse – Sonnenhügelstrasse – Bahnhofstrasse und via Wiesentalstrasse – Gupfenstrasse. Von Frühling bis Sommer 2023 wird im oberen Abschnitt zwischen Lichtsignal und Bahnunterführung auf der Strassenhälfte Richtung Hotel Uzwil gearbeitet, im unteren Abschnitt zwischen Konsumstrasse und Lichtsignal auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Im Sommer 2023 wechselt dann die Baustelle auf die jeweils andere Strassenseite.

Postauto

Das Postauto befährt die Baustelle aufwärts Richtung Bahnhof. Abwärts wird das Postauto via Friedbergstrasse – Neudorfstrasse – Lindenstrasse (Buslinien 726 und 741) beziehungsweise via Friedbergstrasse – Sonnenhügelstrasse – Bahnhofstrasse (Linien 728 und 740) geführt. Die Haltestelle Mühlehof wird während der Bauzeit nicht bedient. In Richtung Bahnhof gibts für sie einen Ersatz beim Hotel Uzwil.

Attraktiver Raum 

Die heutige Bahnhofstrasse im Zentrum von Uzwil ist ein typisches Beispiel für eine verkehrsorientierte Strasse aus der Zeit vor rund 40 Jahren. Sie kann den motorisierten Verkehr gut abwickeln. Sie leistet aber mit ihrer kargen Erscheinung keine Akzente für ein lebenswertes Zentrum. Baut der Kanton heute Zentrumsstrassen neu, sehen sie anders aus. Zeitgeist und Normen entwickeln sich. Das wird sich auch im Uzwiler Zentrum zeigen. Stichworte sind mehr Flächen für Fussgängerinnen und Fussgänger, ein attraktiverer Raum durch Baumreihen und komplett neue Beleuchtung, Strassenränder mit einem Naturstein ausgeführt, um die Fahrbahn optisch einzuengen und damit das Tempo zu reduzieren. Ein Element, welches an der Lindenstrasse bereits umgesetzt ist. Generell sind die Zentren wichtiger Schlüssel für die Innenentwicklung. Damit in den Zentren hochwertig gewohnt werden kann, muss Wohnen dort unter verschiedenen Aspekten attraktiv sein. Die schicke Wohnung allein genügt nicht. Es braucht ein urbanes Dienstleistungsangebot. Und es braucht den öffentlichen Raum. Ist er freundlicher Ort, leistet er einen Beitrag zur Wohnattraktivität und stiftet Identifikation. Dazu soll auch die neue Bahnhofstrasse ihren Beitrag leisten und den laufenden Umbruch im Zentrum unterstützen.