Die geplante Beiz am Wiler Stadtweier wird immer mehr zu einem heiss diskutierten Zankapfel. Die Emotionen gehen hoch. Nachdem vergangene Woche ein Hallowil-Artikel zu diesem Thema neuerlich lebhafte Diskussionen in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Wil wenn …» ausgelöst hatte, ist nun ein nächstes Kapitel geschrieben. Die Visiere, welche den Bau des Restaurants namens «Altstadtgarten» anzeigen, stehen nach wenigen Tagen bereits nicht mehr. Wer sie abgebrochen hat, bleibt unklar. Fakt ist, dass es die Stadt Wil nicht war, wie eine Hallowil-Nachfrage ergeben hat. Das hätte auch erstaunt und Fragen zu den städtischen Entsorgungsmethoden aufgeworfen. Denn ein Visier trieb am Montagabend im Weier, ein anderes wurde im Schilf nahe des geplanten «Altstadtgarten»-Standorts «zwischengelagert». Die meisten Holzlatten lagen aber fein säuberlich aufgereiht auf der Weierwise nahe der geplanten Beiz. Entweder waren es also Vandalen oder Gegner des Projekts. «Wir wissen auch nicht, gehen aber von Vandalen aus», sagt Raphael Zängerle, Mit-Initiant des Projekts.

Diese Visiere haben mittlerweile eine bewegte Vergangenheit. Bereits vor dem Sommer zeigten sie das geplante Bauvorhaben an. Nach der ersten Planauflage wurden sie entfernt – auch wegen diverser Anlässe auf dem Areal des Weiers in der Sommerzeit. Kurz vor den Herbstferien gaben sie ihr Comeback.

Neues Gesuch eingegeben
An der Ist-Situation ändert sich wegen dieses Störmanövers allerdings nichts. Nachdem es gegen das ursprüngliche Projekt drei Einsprachen gegeben hat, gaben die Initianten des «Altstadtgartens» diesen Sommer ein Korrekturgesuch ein. An Grösse und Umfang des Projekts ändert sich zwar nichts, dafür wurde ein um rund acht Meter verschobener Standort gewählt. Dieser liegt weiterhin auf der Wiese neben dem Weier.

Als nächstes kommt es laut Angaben der Stadt Wil neuerlich zu einem Auflage- und Anzeigeverfahren, wobei Einsprachen nur noch möglich sind, wenn sie die Änderungen zum Ursprungsgesuch betreffen. Erst danach wird die Baukommission der Stadt Wil das Baugesuch und die Einsprachen behandeln.

Lange Verzögerung möglich
Die Initianten des Projekts lassen sich durch die neuesten Vorfälle nicht unterkriegen und sie möchten den Altstadtgarten weiterhin errichten. Über den Winter soll die rechtliche Situation geklärt werden, um im Frühjahr die Beiz eröffnen zu können. Da allerdings ein Weiterzug der Einsprache möglich ist, könnte sich das Projekt womöglich noch um Jahre verzögern – und für viele weitere Diskussionen sorgen. Eines ist klar: Fortsetzung folgt.