«Leider fehlt einigen Waldbesuchern der Respekt vor fremden Eigentum und der Natur», so verärgert zeigt sich Renaldo Vanzo, Leiter des Forstbetriebs der Ortsgemeinde Wil. Grund für seinen Ärger ist das jüngste Ereignis, das sich beim Grillplatz Silberseeli oberhalb der Klausenhütte zugetragen hatte. Eine unbekannte Täterschaft hat zwei Holzbänke, die als Sitzgelenheit dienen, grundlos angezündet. «Vieles deutet darauf hin, dass die beiden Bänke absichtlich über die Feuerstelle gelegt wurden und anschliessend ein Feuer gelegt wurde», sagt Vanzo auf Anfrage von hallowil.ch. Denn der Vorfall wurde dem Wiler Forstbetrieb nicht gemeldet. «Ein Mitarbeiter hat die Vandalen am Montag, 20. Juli, gleich nach dem Wochenende entdeckt», führt Vanzo weiter aus. Aktuell gebe es keine Hinweise, die zeigen, wer für die verkohlten Sitzbänke verantwortlich sei. Der leitende Förster wolle niemanden beschuldigen, aber er könne sich vorstellen, dass die beiden Sitzmöglichkeiten abends von Jugendlichen angezündet wurden. «Das ist eine stark frequentierte Stelle – ich kann mir nicht vorstellen, dass die Tat am helllichten Tag veranstaltet wurde», meint er. Vanzo sei sich bewusst, dass es schwer herauszufinden sei. Er verliere die Hoffnung aber nicht. «Denn bei anderen Vandalen konnten auch schon Täter ermittelt werden», sagt er. 

Auf die Frage, ob die ganze Aktion bedrohend für den Wald gewesen wäre, meint der Forstbetriebsleiter: «Wenn es extrem trocken ist, kann es schon gefährlich werden.» Schliesslich sei eine Grillstelle nicht dafür geeignet, um grosse Gegenstände anzuzünden. Vor Jahren habe der Forstbetrieb der Ortsgemeinde Wil einmal einen sogenannten Wald-Knigge in Form einer Broschüre zusammengestellt und verteilt, der den Leuten zeige wie man sich im Wald verhalten solle. «Die meisten Waldnutzer wissen schon, wie man sich in der Natur verhalten muss», ist Vanzo überzeugt, «sie halten sich einfach nicht daran.» Ihn störe es, dass die Wiler Bevölkerung den Wald als selbstverständliches Naherholungsgebiet und als Allgemeingut betrachte. «Man darf nicht vergessen, dass der Wald in erster Linie dazu da ist, um Rohstoffe zu produzieren», erklärt Vanzo. 

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Das ist die zweite Sitzbank am Wiler Grillplatz Silberseeli, das angezündet wurde. (Bild pd)


Es kommt immer öfter zu Vandalen

Der Forstbetrieb der Ortsgemeinde Wil ist nach Angaben von Vanzo eigentlich verhätnismässig nicht so oft von Vandalismus betroffen. «Dafür, dass unser Wald in der Nähe der Stadtgrenze liegt, haben wir eigentlich nicht so viele Probleme», erklärt er. Aber: «Seit einem Jahr häufen sich solche Ereignisse immer öfter.» Vor allem rund um die Klausenhütte komme es häufiger zu Vandalen. So wurde beispielsweise das vom Forstbetrieb installierte WC-Häuschen bereits mehrere Male beschädigt. Laut Vanzo nehmen die Waldnutzer und -besucher kaum mehr Rücksicht. Deshalb stellt er fest, dass sich die Mentalität im Umgang mit fremden Eigentum bedeutend verändert hat. Gerade als Waldbesitzer und Vertreter der Waldbesitzer könne er sagen, dass es immer wieder zu Problemen mit den unterschiedlichsten Waldnutzern komme. Mit Reitern, die mit ihren Pferden quer durch den Wald reiten. Mit Mountainbiker, die abseits des Waldweges fahren. Mit Erholungsuchenden, die nach einem Ausflugstag einfach ihren Abfall liegen lassen. «Ich habe das Gefühl, dass alle den Wald eben als Eigentum der Allgemeinheit betrachtet wird und deshalb jeder das macht, was er gerade will», sagt Vanzo. Dabei appelliert er an die Bevölkerung, den Wald wie den eigenen Garten oder die eigene Wohnung zu behandeln. 

Es gibt keinen Ersatz

Der durch die Vandalen entstandene Schaden beläuft sich laut Vanzo auf etwa 1000 Franken. «Weil die Ortsgemeinde Wil diese Bänke erst vergangenes Jahr der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und damit aus deren Kasse bezahlt wurden, werden die Bänke nun nicht ersetzt», betont Vanzo. Ausserdem erzählt er, dass die Erholungseinrichtungen der Ortsgemeinde Wil nun in Zukunft überwacht werden. Aber wie? «Darüber wollen wir die Öffentlichkeit nicht informieren», so Vanzo.