Der Gewerbeverein Oberbüren hat viel Information in seine 33. Hauptversammlung verpackt. Nach dem Besuch des Holderhofs in Henau hat er im Rössli in Niederwil unter der Leitung von Präsidentin Hildi Rutz den Vorstand für eine weitere Amtsdauer bestätigt. Im Anschluss an die statutarischen Traktanden und ans gemeinsame Abendessen kam Felix Keller, Geschäftsführer des kantonalen Gewerbeverbandes, zu Wort. Die Dienstleistungen des kantonalen Verbandes sind für örtliche Betriebe von grosser Bedeutung.Felix Keller nutzte die Gelegenheit, mit den Mitgliedern des Gewerbevereins Oberbüren bereits den Rundgang durch den Holderhof zu machen. Im Anschluss an die Hauptversammlung zeigte er ihnen die Organisation und den Nutzen des Kantonalverbandes auf. Der kantonale Gewerbeverband St. Gallen ist seinerseits Mitglied des Schweizerischen Gewerbeverbandes. Er umfasst in 63 örtlichen Sektionen 8'000 Mitglieder. Ausserdem unterhält er Kontakt zu 45 kantonalen Berufsverbänden.

Entscheidungen beeinflussen
Als Arbeitgeber-Dachverband für alle gewerblichen Berufe (Produktion, Handel, Dienstleistung und freie Berufe) im Kanton St. Gallen vertritt der kantonale Gewerbeverband die Interessen seiner Mitglieder und Mitgliederorganisationen und bemüht sich, die politische Entwicklung im Interesse des gesamten Gewerbes mitzugestalten. Die Geschäftsstelle versucht dieses Ziel durch persönliche Kontakte und Informationsveranstaltungen zu aktuellen Themen zu erreichen.

Einkaufen in der Schweiz
Die Bilanz der Anstrengungen des Verbandes weist Erfolge und Misserfolge auf. Eine ganz wichtige Aktion, deren Erfolg sich aber erst längerfristig messen lassen wird, sind die Anstrengungen, Kunden von ausländischen wieder in einheimische Geschäfte zurückzubringen. Ein starkes einheimisches Gewerbe ist vor allem auch für den Ausbildungssektor wichtig.

Felix Keller listete eine ganze Reihe von kantonalen und eidgenössischen Vorlagen auf, welche im Sinne des Gewerbes entschieden worden seien. Als jüngsten Misserfolg wertete er das Scheitern der No-Billag-Initiative.

Konkret unterstütz der Verband Sektionen und Mitglieder durch Informationsbeschaffung, durch Betreuung und Koordination von Arbeitsgruppen, durch Rechtsberatung, Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit. Ausserdem organisiert er die Lehrabschlussprüfungen im Auftrag des Kantons.

Gewerbeverein organisiert Weihnachtsmarkt
Zu Beginn der Hauptversammlung im Rössli in Niederwil gab Präsidentin Hildi Rutz bekannt, dass der Gewerbeverein Oberbüren im Nachgang zum Jubiläum «1200 Jahre Oberbüren» den vom Frauenverein aufgegebenen Weihnachtsmarkt neu gestalten wolle. Ende November finde er auf dem Areal des Oberstufenzentrums Thurzelg statt. Die Mitglieder rief sie zur Teilnahme und Mitarbeit auf. Der Männerchor habe sein Mitwirken bereits zugesagt. Lobend erwähnte die Präsidentin den Auftritt der 16 Mitglied-Betriebe anlässlich des Marktes am Jubiläums-Wochenende.

An der Riga 18, der regionalen Industrie- und Gewerbeausstellung Ende Mai/anfangs Juni in Niederuzwil, werden sich 22 Geschäfte aus Oberbüren präsentieren. In der allgemeinen Umfrage wurde bemängelt, dass nach dem Austritt des Gastronomiechefs der Gewerbeverein Oberbüren im Riga-OK nicht mehr vertreten sei.

Führungscrew macht weiter
Der Vorstand wurde für eine weitere Amtsdauer bestätigt. Unter dem Präsidium von Hildi Rutz wirken Bruno Dudli als Vizepräsident, Noldi Lemmenmeier als Kassier, Patrick Kalberer als Aktuar und Erwin Thalhammer als Beisitzer mit. Bestätigt wurden auch die Revisoren Guido Vettiger und Gabriel Imboden.

Augarten und A1-Anschlüsse
Dass bezüglich des Vorschlages, wie die Augarten-Kreuzung und die A1-Anschlüsse künftig gestaltet werden sollten, das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, zeigte sich in der allgemeinen Umfrage. Es wurden keine neuen Lösungsvorschläge gemacht, aber das Unbehagen gegenüber dem Konzept des Kantons zum Ausdruck gebracht.

Holderhof: Beispiel eines innovativen Betriebs
Gegründet hat Christof Schenk die Holderhof Produkte AG in Niederwil. Wie es der Firmenname zum Ausdruck bringt, ging es anfänglich um die Verarbeitung von Holunder zu Holunderprodukten. Holunderbäume waren auf dem Bauernhof schon 1998 angepflanzt worden. Das erste Produkt, den Honigblütenwein «Sambucco», machte Christof Schenk zum Thema seiner Diplomarbeit als Landwirt. Mit dem anschliessenden Besuch der Handelsschule schaffte er die Basis zum erfolgversprechenden Wagnis als Jungunternehmer. Die Nachfrage stieg. Heute werden auf einer Fläche von 15 Hektaren Holunder, Beeren, Cassis und Kräuter angebaut.

Kontinuierlicher Ausbau
Mit dem Aufbau eines regionalen Kundenkreises hat Christof Schenk 2004 erstmals einen Umsatz von über 1 Millionen Franken erreicht. Ab 2006 wurde die Produkteplatte nach und nach ausgebaut und der Markt intensiv bearbeitet. 2010 machte man erste Exportgeschäfte.

2012 konnte der Produktionsstandort Henau in Betrieb genommen werden. 2014 ist der Einstieg ins Discountergeschäft erfolgt, und 2016 hat man mit einer Marktneuheit begonnen, mit der Produktion von ultrafrischen Fruchtsäften. Diese werden nicht in Flaschen, sondern in Becher abgefüllt und verlangen mit einem Verfalldatum von zehn Tagen eine rasche Vermarktung.

Starke Position im Markt
Heute umfasst das Angebot des Holderhofs Limonaden, Schorlen, biologische Sirupe, konventionelle Sirupe, Smoothies, Eistees, Fruchtsäfte und Fruchtweine. Nach wie vor stammt ein Teil der Rohstoffe vom eigenen biozertifizierten Bauernhof. Manche Rohstoffe und auch einzelne Komponenten müssen zugekauft werden. Aber alle Produkte werden auf den eigenen Anlagen hergestellt und abgefüllt.

Das Segment der Kunden ist breit. Es gehören Grossverteiler, Discounter, Tankstellen, Bäckereien und Dorfläden, Getränkehändler und die Lebensmittelindustrie dazu. In Deutschland werden Grossverteiler und der Lebensmitteleinzelhandel beliefert.

Im letzten Jahr sind im Holderhof 20 Millionen Flaschen produziert worden. Im Sommer im Dreischicht- und im Winter im Zweischichtbetrieb waren das stündlich 6000 Flaschen. 25 Mitarbeiter mit 1800 Stellenprozenten stehen im Einsatz. Der Umsatz belief sich auf 18 Millionen Franken, was 1 Million Franken pro Mitarbeiter ausmachte. In einer angrenzenden Halle ist die Installation einer zweiten Abfüllanlage geplant.