Roger Eberhard, Initiant und Administrator der Homepage «Du bisch vo Jonschwil» zur aktuellen Situation: «Die Fasnachtsveranstaltungen sind leider auch bei uns alle abgesagt. Aber glücklicherweise zaubern unerwartete Engagements und originelle Publikationen im Internet ein bisschen Unbeschwertheit in die Köpfe und Gemüter.»

Die Familie Thoma hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Kurt Thoma war langjähriger Umzugschef der Jonschwiler Fasnacht. Als leidenschaftlicher Fasnächtler hat er nach einer Überbrückung des momentanen Vakuums gesucht. Die ganze Familie hat mitgemacht. So sind fasnächtlich eingekleidete Figuren entstanden. Und das Spezielle: Die Mitglieder der Familie Thoma haben sich selber aus der Distanz betrachtet und augenzwinkernd dargestellt. Vater Kurt beispielsweise hat für seine Figur seine erste Feuerwehr-Uniform aus dem Jahre 1983 «geopfert». Mutter Sandra, Mitglied der Wildberg-Hexen, hat ihre Figur hexengerecht mit einem Besen ausgestattet. In Anlehnung an den Kultball vom Freitagabend, der nur im Internet stattfinden konnte, war auch der Kultman mit von der Partie.

Rechtzeitig zum ursprünglich geplanten Fasnachtsumzug mit Beginn am Samstag um 14.14 Uhr sind die Figuren am Strassenrand platziert worden. Sie wohnten sozusagen ihrem eigenen Umzug bei, der nicht stattfinden konnte. Ein Ziel haben sie trotzdem erreicht: Einwohnern und Passanten haben sie Freude bereitet. Virtuelle Beiträge zur Jonschwiler Fasnacht haben die Thuurvögel und die Kultmänner geleistet. Die Guggenmusiker liessen sich nicht verdriessen und haben ihre Auftritte «diggiposcht» an der Schneebar und den «Schutzmasken-Ball» anstelle des Maskenballs im Internet aufgeschaltet. Die Kultmänner haben anstelle des traditionellen Kultballs einen virtuellen Fasnachtsball mit Aufnahmen aus den letzten Jahre erstellt. Die Wildberg-Hexen ihrerseits werden an Häusern von Mitgliedern fasnächtliche Dekorationen anbringen.