Die Kunsthalle trägt in den nächsten Wochen ein neues Kleid und im innern stellt die Künstlerin Erna Hürzeler ihre Werke aus.
Die Kunsthalle-Hülle sonst ganz im dezenten graubraun zeigt sich für die nächsten Wochen etwas farbiger. Erna Hürzeler hat die Mitte der Gebäudehülle mit bunten Akzenten verflochten. Im Innern der Ausstellung herrschen weiss und zartere Farbtöne vor.

Verkehrte Welt in Weiss
Gabrielle Obrist Co-Kuratorin der Kunsthalle hält die Laudatio an dieser Vernissage, an der rund 40 Personen anwesend sind.
Die Natur fasziniert Erna Hürzeler. Sie sammelt seit einiger Zeit Äste, Blätter und Blüten die sie im Atelier trocknet. Verschiedenartig werden die Pflanzenteile weiterverarbeitet. Die feinen Verästelungen hat sie in Gips getaucht und präsentiert diese verkehrt herum als Deckeninstallation in der Kunsthalle. Die bizarren Äste wirken wie anmutigeTänzerinnen in der Schwebe, deshalb hat die Künstlerin der Installation den Namen „Gipsy“ gegeben.
Suzanne Waldvogel-Hürzeler-Erb ist eine bekannte Wiler Künstlerin und Kunstliebhaberin, sie besucht praktisch jede Ausstellung in der Kunsthalle. Über diese Ausstellung freut sie sich besonders, ist doch Erna Hürzeler ihre Schwiegertochter.

Blütenteile, Farbbohnen und Aquarell-Klaviatur
Auf der Galerie in der Kunsthalle präsentieren sich auf einem grossen Tisch eine Art Herbarium, eine Sammlung getrockneter und gepresster Blätter, Stängel und Blüten.
Die Natur hat einiges an Erstaunlichem zu bieten, wenn man denn Zeit und Augen dafür hat. So erstaunen vor allem die Auslage an grünen Blättern, die mit ihren symmetrischen Löchern, geradezu wie Scherenschnitte wirken.
Erna Hürzelers Kunstwerke sind nicht nur eine Auslegung von Blüten und Blättern, sie erforscht im wahrsten Sinn auch deren „Inneres“. Dafür kocht, filtert und lagert die Künstlerin die Pflanzen. Jede Phase dieser Vorgänge überträgt sie in Aquarell. So ist die Aquarell-Klaviatur entstanden, die sich fast als Kartei oder Farbmuster in vielen Schattierungen zeigt.
Etwas wuchtiger, aber dennoch schwebend zeigen sich die 88 Farbbohnen die in verschiedenen Farben von der Decke hängen. Erna Hürzeler wandelte die Installation „Grazien“ von 2014 einfach um und die 88 weiblichen Taillen aus Gips wurden auf den Boden gestellt und der Querschnitt wurde gemalt. Sozusagen eine „Bauchpinselung“. Diese Querschnitte hängen nun in vielen Farben und in der Form eben wie Bohnen im Raum. Der Betrachter erlebt die Ausstellung als vielfältig und sehr interessant. Nach der Laudatio von Gabrielle Obrist wird den Besucher ein Apéro mit Häppchen serviert und man hat die Möglichkeit mit der sympathischen Künstlerin zu plaudern.

Kunsthalle Wil

Im grünen Bereich 3.9. – 15.10.2017
Öffnungszeiten: Do – So 14 – 17 Uhr
Künstlergespräch mit Erna Hürzeler
Mittwoch, 13. Sept. um 19 Uhr