Der FC Wil hat fast alles richtig gemacht, aber eben nur fast. Mit einer aufopfernden und souveränen Leistung hat man den FC Winterthur in Unterzahl an seine Grenzen gebracht. Doch das Heimteam scheitert an mangelnder Effizienz und verliert das Regionalderby am Schluss unverdient. Das Duell zwischen Wil und Winterthur ist immer wieder ein Garant für spannende und packende Spiele. Ungeachtet der Tabellenlage, reisten die Gäste als Favorit ins Wiler Südquartier. Doch einmal mehr präsentiert sich die junge Mannschaft von Trainer Konrad Fünfstück als unangenehmer Widersacher. Disziplin, Lauf- und Kampfbereitschaft waren erneut die Bausteine für eine starke Leistung.

Der FC Wil startete gut in die Partie und war von der ersten Minute an präsent. Bereits nach 5 Minuten tauchte Johan Vonlanthen ein erstes Mal vor dem Tor der Gäste auf. Keine 4 Zeigerumdrehungen später war es selbiger Akteur, der nur regelwidrig gestoppt werden konnte. Der fällige Pfiff blieb zum Entsetzen der Wiler Anhänger aus.

Viele Chancen, kein Ertrag

Auch in der Folge waren es die Äbtestädter welche die besseren Chancen hatten. Zwar verzeichneten die Gäste aus Winterthur mehr Ballbesitz, gute Torgelegenheiten resultierten daraus aber selten. Lediglich Kreso Ljubicic vermochte Noam Baumann zu testen, scheiterte aber am starken Torhüter des Heimteams. Deutlich häufiger und auch gefährlicher waren die Angriffsbemühungen des FC Wil.

Kurz vor dem Pausenpfiff zog Andelko Savic alleine auf das Tor der Eulachstädter los, liess sich aber zu weit abdrängen, so dass sein Schuss nur im Aussennetz landete. Insgesamt war die heimische Mannschaft in der ersten Halbzeit die gefährlichere Mannschaft, so dass eine Pausenführung durchaus seine Richtigkeit gehabt hätte.

Gefährlich trotz Unterzahl

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. Verteidiger Atila wurde nach einer Notbremse mit der fälligen Roten Karte bestraft. Wer nun dachte, dass der FC Winterthur das Zepter an sich reisst, sah sich getäuscht. Der heimische FCW erspielte sich in der Folge viele gute Torchancen, hatte aber immer wieder Pech im Abschluss.

Trotz weitestgehender Harmlosigkeit, gingen die Zürcher in der 82. Spielminute in Führung. Nach einer Hereingabe von Stettler verwartete ausgerechnet Silvio zum 0:1. Der Torjubel viel trotz des Zeitpunktes des Treffers eher verhalten aus. Die jungen Wilden aus Wil drängten auf den verdienten Ausgleich, mussten dann aber in der Nachspielzeit das 0:2 durch Duah hinnehmen.

«So ist Fussball», mit diesen Worten von Trainer Konrad Fünfstück lässt sich dieser Abend wohl passend zusammenfassen. Trotz einem ernüchternden Resultat, darf man die Leistung des FC Wil positiv hervorheben. Die Mannschaft ist auf einem guten Weg und wird mit solchen Auftritten zeitnah die nötigen Punkte einfahren.

FC Wil 1900 – FC Winterthur 0:2 (0:0)

IGP-Arena: 1280 Zuschauer. – Sr: Erlachner.

Tore: 82. Silvio 0:1. 93. Duah 0:2.

FC Wil 1900: Baumann; Lekaj, Muslin, Atila, Schällibaum (90. Rahimi); Gonçalves, Stillhart, Scholz (84. Pugliese); Cortelezzi, Savic (52. Keller), Vonlanthen.

FC Winterthur; Minder; Katz, Lopez, Markaj (64. Sliskovic); Ljubicic; Stettler, Huser (83. Gazzetta), Radice, Schättin; Silvio, Sutter (79. Duah).
Bemerkungen: Wil ohne Lombardi, Sacirovic, Huber (alle verletzt), Roesler, Audino, Gjoshi, Schiavano, Hamdiu, Kucani, Korkmaz, Ilazi (alle nicht im Aufgebot). Winterthur ohne Frontino, Di Gregorio, Krasniqi und Zimmerli (alle nicht im Aufgebot). – 49. Platzverweis gegen Atila (Notbremse an Silvio).

Verwarnungen: 26. Radice (Foul). 35. Lekaj (Reklamieren). 38. Stettler (Unsportlichkeit). 38. Stillhart (Unsportlichkeit). 90. Lopez (Ballwegschlagen).