Stadtpräsidentin Susanne Hartmann verglich die Tonhalle als Ort der Künste und Kultur mit den Preisträgern. Jede oder jeder der Preisempfänger habe irgend in einer Form mit Gebäuden zu tun. Sei es Sebastian Stadler, der Kunst am Bau schafft. Auch für Rose Ehemann und das Atelier Living Museum nimmt das Gebäude grosse Bedeutung an. Die Altstadtvereinigung verwirklicht ihre Ideen nicht nur im Hof zu Wil, sondern überall in der Altstadt. Jeannette Loosli Gassama bezieht als Gewinnerin des Atelierstipendiums das Bick-Haus im Tessin.

Altstadtvereinigung: Küsst die Altstadt aus dem Dornröschenschlaf

Der Reihe nach: Künstler Sebastian Stadler konnte den Förderpreis wegen Krankheit nicht persönlich in Empfang nehmen. Laudatorin Nadja Veronese, Kuratorin vom Kunstmuseum St.Gallen tat dies für ihn. Für den Sicherheitsverbund Region Wil durfte er 2016 im Treppenhaus des Neubaus ein «Kunst-am-Bau-Projekt» umsetzen.

Simon Lumpert und seine Kollegen von der Altstadtvereinigung erhielten ebenfalls den Förderpreis der Stadt Wil. Bigna Körner würdigte sie mit einer Geschichte vom idyllischen Städtchen Wil. Ein Städtchen dass scheinbar im Tiefschlaf liegt, ausser es sei Gümpelimittwoch oder Empfang einer Bundesrätin. Aber Dank vieler Ideen und initiativen Menschen gelinge es der Altstadtvereinigung mit Präsident Simon Lumpert die Schönheit wach zu küssen. Ob «Musig i de Beiz», die Ludothek in der alten Post, dem Adventssingen oder viele andere Anlässe lassen die Plätze und Gassen um den Hof zu Wil wiederaufleben.


Sie kam, sah und blieb: Magdalen Bless

Historikerin Magdalen Bless kam vor vielen Jahren nach Wil und ist sozusagen «hängen» geblieben. Als 5-jähriges Mädchen konnte sie schon lesen und schreiben. Sie hat an der Uni Zürich studiert, doktoriert und spricht sieben Sprachen. Ruedi Schär erzählte in liebenswürdigen Worten von Magdalen Bless. In der Stadt Wil kennt man sie vor allem wegen ihren regelmässigen Vorträgen an der Volkshochschule. Sie ist eine der beiden Trägerinnen des Anerkennungspreises 2019.

Marianne Rapp Ohmann hielt die Laudatio für Rose Ehemann, die zweite, die den Anerkennungspreis 2019 bekommt. Die promovierte Kunsttherapeutin ist eine international gefragte Expertin, die seit vielen Jahren mit psychisch erkrankten Menschen arbeitet. Das Living Museum Switzerland hat sie gegründet und entwickelt es ständig weiter. Rose Ehemann denkt grösser als andere und sei offen für neue Denkweisen, attestiert ihr die Laudatorin.

Die mit dem Stift tanzt

Der letztjährige Atelierstipendiat Werner Widmer erzählte, wie es ihm im Hause Bick im Tessin ergangen ist. Mit der diesjährigen Preisträgerin Jeannette Loosli Gassama hat er sich erst vor einigen Tagen bekannt gemacht. Bei einem Treffen lernten sie sich kennen und schätzen. Loosli Gassama ist oder war Tänzerin und Musikerin. Das Schreiben kam später hinzu, aber Tanz und Musik haben sie nie losgelassen und darum ist sie nun eben «die mit dem Stift tanzt». Sie wird den Monat im Hause Bick in Sant’Abbondio nutzen und Worte und Textfetzen choreografisch zusammensetzen.