Der 1. Mai ist nicht nur der Tag der Arbeit, sondern in der Region teilweise auch der Start in die Freibad-Saison. Das Parkbad in der Murg in Münchwilen zum Beispiel startet jeweils bereits am 1.5.! Doch dieses Jahr ist bekanntlich alles anders und man stellt sich die Frage, wann der Badespass erfolgen kann.

Im Sportpark Bergholz in Wil gibt es einen gestaffelten Start. Dieser ist bereits am vergangenen Montag erfolgt. Seither dürften wieder Massage- und Kosmetikbehandlungen angeboten werden. Ab dem 11. Mai hat dann zusätzlich der Badeshop im Innern des Hallenbad-Komplexes geöffnet. Am 8. Juni soll es dann soweit sein: Alle anderen Anlagen dürften den Betrieb wieder aufnehmen, also auch das Hallenbad und das Freibad im Bergholz sowie das Freibad Weierwise. Voraussetzung ist, dass der Bundesrat am 27. Mai grünes Licht dazu gibt. Dies wiederum ist abhängig von Entwicklung der Coronavirus-Pandemie.

Natürlich wird es im Hallen- und den Freibädern nicht ohne Einschränkungen gehen, um die Vorgaben des Bundes einhalten zu können. Details werden noch erarbeitet (siehe Artikel unten).

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Die Vorbereitungen auf die Badi-Eröffnungen laufen (24.4.)

Was für ein schöner Frühlingsabend an diesem Donnerstag. Noch rund 20 Grad um 18.30 Uhr, keine Wolke am Himmel. Die Vorfreude auf die Badi-Saison kommt bereits im April auf. Im Bergholz ist es aber gespenstisch ruhig. Die Bassins im Hallen- und Freibad sind nur teilweise gefüllt, kein Kindergeschrei, keine jubelnden Fussballer nebenan im Fussballstadion. Und das schon seit Wochen.

Doch Christian Tröhler, Verwaltungsratspräsident der Wiler Sportanlagen AG (Wispag), sagt: «Wir machen uns bereit und können nun schrittweise öffnen.» Klar ist, dass am kommenden Montag (27. April) im Bergholz die Massage- und Kosmetik-Kurse wieder angeboten werden. Am 11. Mai öffnet dann der Badi-Shop. Die Betreiber wären auch bereit, an jenem Datum das Hallenbad Bergholz und das Freibad Weierwise zu öffnen. Bei der Badi Bergholz würde es noch ein paar Tage länger dauern. Ein Aussenbecken bedarf einer neuen Folie. Bei der für diese Arbeiten zuständigen Firma gibt es Corona-Fälle unter den Mitarbeitern, was einige Tage Verzögerung nach sich zieht.

Pro 10 Quadratmeter Wasser ein Schwimmer

Wispag-Chef Christian Tröhler geht aber davon aus, dass es ohnehin 8. Juni wird, bis die Bergholz-Anlagen wieder vollständig öffnen dürfen. Er hofft, am kommenden Mittwoch bei der nächsten Information des Bundesrates Klarheit zu erhalten. Bereits jetzt scheint fix, dass es Einschränkungen geben wird. Der Verband Hallen- und Freibäder (VHF) hat ein Corona-Sicherheits-Konzept ausgearbeitet und in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport (Baspo) nun eingereicht. Demnach darf es in den Bassins pro 10 Quadratmeter Wasser nur einen Schwimmer haben. Normal sind es etwa deren drei. Nicht mehr als circa 100 Personen könnten demnach im Freibad Bergholz gleichzeitig im Wasser sein. Auch auf den Liegewiesen müsste der Sicherheitsabstand eingehalten werden.

Wie viele Leute effektiv gleichzeitig Zulass bekommen, steht noch nicht fest. Kontrolliert werden muss es aber. Tröhler kann sich zur Not auch vorstellen, eine Zeitbeschränkung einzuführen. Dass man also nur zwei oder drei Stunden in der Badi bleiben dürfte. Die Umsetzung könnte allerdings schwierig werden. Auch ein Führungssystem, dass man etwa nur noch in einer Richtung um das Becken laufen kann, ist denkbar. Eine Unbekannte ist der Schulsport. Findet der Schwimmunterricht in den Schulen ab dem 11. Mai sofort wieder statt?

Ansteckungsgefahr im Wasser gleich Null

Zu fragen ist auch: Haben die Leute überhaupt Lust auf Badi, wenn es diverse Einschränkungen gibt? «Wir haben eine hohe Anzahl treuer Stammkunden, die kommen werden. Zudem verbringen viele Leute den Sommer wohl in der Schweiz. Das hilft uns. Die Ansteckungsgefahr ist im Wasser praktisch nicht vorhanden, da sich das Coronavirus im Wasser nicht überträgt», sagt Christian Tröhler.

Wie gross der wirtschaftliche Schaden für die Wispag wegen des Lockdowns ist – für ein Defizit müsste aller Voraussicht nach die Stadt Wil und somit der Steuerzahler aufkommen –, lässt sich laut Tröhler noch nicht beziffern. Bei einem Jahresumsatz von knapp vier Millionen Franken wiegt aber jeder Monat ohne Einnahmen schwer. Für manche Mitarbeiter wurde Kurzarbeit beantragt. Allzu viel davon hat es bisher noch nicht gebraucht, da für Juli geplante Revisionen vorgezogen worden sind. «Wenn wir aber im Mai nicht öffnen können, dann spüren wir es», sagt Tröhler.