«Der Kantonsrat beschloss im Dezember 2020, das Spital Wattwil in ein Gesundheits- und Notfallzentrum (GNZ) umzuwandeln, das über ein auf den regionalen Bedarf abgestimmtes Notfallversorgungsangebot verfügen soll. Der Spitalbetrieb soll per 31. März 2022 schliessen. Auf diesen Zeitpunkt hin beabsichtigt die politische Gemeinde Wattwil, die Spitalimmobilien zu übernehmen. Die Berit Klinik AG soll am Standort Wattwil ab dem 1. April 2022 ein chirurgisches Ambulatorium mit Tagesklinik, ein Notfallzentrum und die Alkoholkurzzeittherapie (Psychosomatische Abteilung (PSA)) betreiben», wie der Kanton St. Gallen am Mittwoch mitteilt.

Die Einzelheiten der Leistungserbringung und Abgeltung des von der Berit Klinik AG betriebenen Notfallzentrums am Standort Wattwil seien in einem Vertrag mit dem Kanton geregelt. Darin verpflichte sich die Berit Klinik AG, ergänzend zum Notfalldienst der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Toggenburg (NÄT), am Standort des GNZ Wattwil während 365 Tagen und 24 Stunden eine Notfallanlaufstelle mit angestellten Ärztinnen und Ärzten und pflegerischem Personal zu betreiben. Damit verbunden sei der Betrieb von fünf Notfallbetten für die stationäre Kurzzeitbehandlung von Notfallpatientinnen und -patienten. Die Berit Klinik AG betreibe im GNZ Wattwil zudem ein Röntgengerät während 365 Tagen und 24 Stunden und einen Computer-Tomographen werktags von 8 bis 18 Uhr und am Wochenende von 8 bis 16 Uhr. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte des Toggenburg hätten in einer Urabstimmung diesem Notfallangebot zugestimmt.

Das Notfallzentrum in Wattwil könne mit den ordentlichen Beiträgen der Versicherer nicht kostendeckend betrieben werden. Der Leistungsvertrag mit der Berit Klinik AG sähe eine Abgeltung für die Sicherstellung des Betriebs der Notfallangebote am Standort Wattwil von höchstens 1,6 Millionen Franken pro Jahr vor. Die Höhe des Kantonsbeitrags an das Notfallzentrum am Standort Wattwil werde regelmässig überprüft werden, teilt der Kanton weiter mit.

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So hat hallowil.ch bisher berichtet (24.11.21)

Berit Klinik AG erhält Leistungsauftrag für Alkoholkurzzeittherapie

Die Regierung erteilt der Berit Klinik AG einen Leistungsauftrag für den Betrieb der Alkoholkurzzeittherapie (Psychosomatische Abteilung, PSA) in Wattwil ab dem 1. April 2022. Damit ist der nahtlose Weiterbetrieb dieses Angebots sichergestellt. Die PSA bietet seit über 30 Jahren Menschen mit einem Alkoholproblem eine ganzheitliche Kurzzeittherapie an.

Für die Nachfolgelösung für das Spital Wattwil arbeitet die Gemeinde Wattwil mit der Berit Klinik AG zusammen. Diese hat sich bereit erklärt, per 1. April 2022 den Leistungsauftrag für die Alkoholkurzzeittherapie von der Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT) und das heutige Personal der PSA zu gleicher Entlöhnung zu übernehmen. Voraussetzungen dafür sind, dass die Spitalimmobilie von der Gemeinde Wattwil übernommen und von der Berit Klinik gemietet werden kann, der Leistungsauftrag für die PSA von der SRFT auf die Berit Klinik übertragen und der Berit Klinik ein Leistungsauftrag für den Betrieb einer Notfallanlaufstelle während 365 Tagen und 24 Stunden am Standort Wattwil erteilt werden.

Die Verkaufsverhandlungen zwischen dem Kanton, der SRFT und der Gemeinde Wattwil für die Übertragung der Spitalimmobilie an die Gemeinde Wattwil konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Derzeit wird der Kaufvertrag ausgearbeitet. Mit der Erteilung des Leistungsauftrags für den Betrieb der PSA an die Berit Klinik hat die Regierung eine weitere Voraussetzung für das Gesundheits- und Notfallzentrum Wattwil geschaffen. Die Arbeiten für den Leistungsauftrag für ein Notfallangebot durch die Berit Klinik AG und die damit verbundenen Kantonsbeiträge sind weit fortgeschritten.

In der PSA wird eine umfassende und ganzheitlich ausgerichtete vierwöchige Kurzzeittherapie für Menschen mit Alkoholproblemen angeboten. Bedingung für den Eintritt ist ein erfolgter körperlicher Entzug. Der Tagesablauf ist klar strukturiert, die Teilnahme an sämtlichen Aktivitäten ist für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer verbindlich. Die Wochenenden verbringen die Patientinnen und Patienten zu Hause. Jährlich nehmen rund 150 Personen aus der ganzen Ostschweiz dieses Leistungsangebot in Anspruch.

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So hat hallowil.ch bisher berichtet ( 12.11.21)

 Die SRFT unterstützt die Übernahme der PSA Wattwil durch die Berit-Klinik

Die Alkoholkurzzeittherapie PSA am Spital Wattwil bietet seit über 30 Jahren Menschen mit Alkoholproblemen eine in der Deutschschweiz einzigartige Therapiemöglichkeit. Mit dem Scheitern der geplanten GNP-Lösung am Standort Wattwil und der noch nicht klaren Ausgestaltung und zeitliche Umsetzung einer Nachfolgelösung an diesem Standort im Sommer 2021, war der Weiterbestand dieses erfolgreichen Angebots gefährdet. Daher hatte der Verwaltungsrat die SRFT damit beauftragt, Möglichkeiten zur Sicherung der Weiterführung der PSA zu prüfen mit dem Ziel, dieses für die Betroffenen wichtige Ange- bot unterbuchslos aufrecht zu erhalten und den Mitarbeitenden eine nahtlose Anschlusslösung zu bieten.

Die Prüfungen haben ergeben, dass eine Verschiebung der PSA ans Spital Linth kaum rechtzeitig umsetzbar, eine Verlagerung ans Spital Wil hingegen möglich wäre. In der Zwischenzeit jedoch hat die Berit-Klinik im Zuge der Konkretisierung der Nachfolgelösung der Gemeinde Wattwil, verbunden mit ihrer Absicht das entsprechende Notfallzent- rum zu betreiben, auch ihr Interesse an einer Übernahme der Alkoholkurzzeittherapie zur Weiterführung am Standort Wattwil bekannt gegeben und bei der Regierung einen entsprechenden Antrag auf Erteilen des Leistungsauftrages eingereicht.

Daher hat der Verwaltungsrat der SRFT nun entschieden, auf die Beantragung eines entsprechenden Leistungsauftrages für das Spital Wil zu verzichten und die PSA der Berit- Klinik per 1. April 2022 zu übergeben. «Zentral für uns ist, dass die PSA weitergeführt werden kann und damit für deren Patientinnen und Patienten aber auch für die Mitarbeitenden eine nahtlose Anschlusslösung sichergestellt wird», sagt Verwaltungsratspräsident Felix Sennhauser. In den kommenden Wochen werden nun die Modalitäten der Übergabe mit der Berit-Klinik geklärt.

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So hat hallowil.ch bisher berichtet ( 10.11.21)

Spital Wattwil: Übernahmepreis und Abstimmungstermin fixiert

Für die Ausarbeitung des Kaufvertrags seien verschiedene Themen wie beispielsweise der Bauzustand der Gebäude, die Auswirkungen des Baustopps, die Provisorien und der Umgang mit der Mehrwertsteuer sowie dem Inventar zu klären gewesen. Dies teilen die Gemeinde sowie der Kanton in einer gemeinsamen Medieninformation am Mittwochvormittag mit. Diese Aspekte sowie die rasche Abwicklung bis Anfang April 2022 seien für die Preisfindung relevante Faktoren und Eckwerte gewesen. Auf dieser Basis könne nun der Kaufvertrag ausgearbeitet werden. 

Kommunale Abstimmung: 19.12.21

Diese Basis diene dem Gemeinderat Wattwil auch dazu, den Prozess für die Gemeindeabstimmung einzuleiten. Mit dem Termin für die kommunale Abstimmung in Wattwil vom 19. Dezember 2021 werde der definitive Entscheid zur Rückübertragung der Liegenschaft vor Ende Jahr vorliegen. Sofern die Wattwiler Stimmberechtigten der vom Gemeinderat vorgesehenen Gründung und Finanzierung der gemeindeeigenen Immobiliengesellschaft als Trägerin der Liegenschaft zustimmen, sei «eine wesentliche Voraussetzung für die rasche Umsetzung der Nachfolgelösung für das Spital Wattwil erreicht», gibt man sich in der Mitteilung zuversichtlich.

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So hat hallowil.ch bisher berichtet (3.11.21)

Im Grundsatz über Rückübertragung des Spitals Wattwil geeinigt

Der Gemeinderat Wattwil und die Regierung des Kantons St. Gallen haben sich im Grundsatz über die Konditionen zur Rückübertragung der Liegenschaft geeinigt. Nun wird der Kaufvertrag mit dem Preis und den Details ausgearbeitet. Dieser wird den heute rechtsgültigen Abtretungsvertrag aus dem Jahr 2002 ersetzen.

In drei Verhandlungsrunden hätten sich der Gemeinderat Wattwil, die Regierung des Kantons St.Gallen und die Spitalanlagengesellschaft SRFT im Grundsatz über die Konditionen zur Rückübernahme der Spitalliegenschaft durch die Gemeinde Wattwil geeinigt, wie die Staatskanzlei des Kantons St. Gallen am Mittwochvormittag mitteilt. Nun würden die Übergabemodalitäten im Detail ausgearbeitet.

Damit sei eine wesentliche Voraussetzung für die Umsetzung der Nachfolgelösung für die Spitalliegenschaft erreicht. Gleichzeitig sei damit die Ablösung des bestehenden Abtretungsvertrages verbunden. Der Gemeinderat Wattwil sähe die Gründung und Finanzierung einer gemeindeeigenen Immobiliengesellschaft als künftige Trägerin der Liegenschaft vor. Für die definitive Zustimmung zur Übernahme der Immobilie durch die Gemeinde ist in Wattwil gemäss Gemeindeordnung eine Urnenabstimmung nötig. Der Gemeinderat werde nun möglichst rasch zuhanden der Stimmberechtigten den Termin und das Gutachten für die Abstimmung darüber vorlegen.

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So hat hallowil.ch bisher berichtet (22.10.21)

Nachfolge Spital Wattwil auf Kurs, sagt Toggenburger Ärzteverein

Die Berit-Klinik-Gruppe und die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte des Toggenburger Ärztevereins haben sich bezüglich der regionalen Notfallversorgung geeinigt. Zudem wird die Realisierung eines neuen Ärztezentrums in der Spitalliegenschaft konkreter.

Die nachhaltige Organisation und ein wirtschaftlicher Betrieb der Notfallversorgung im Toggenburg seien herausfordernd, hält der Toggenburger Ärzteverein in einer Mitteilung vom Freitag fest. Dies sei nicht nur auf die Schliessung des Spitals Wattwil zurückzuführen, sondern auch darauf, dass die Anzahl Ärzte in der Region tief sei. Unter «finanziell anspruchsvollen Rahmenbedingungen» müsse die Versorgung dennoch rund um die Uhr sichergestellt werden. Das gelänge mit einer Kooperation der Berit-Klinik-Gruppe (Berit) und den regionalen Haus- und Fachärzten.

Leistungsauftrag Notfallzentrum beantragt

Berit und die Ärzte im Toggenburg hätten nun eine gute Lösung gefunden und sich über ihre Zusammenarbeit geeinigt: So werden sie den Betrieb des Notfallzentrums in der Spitalliegenschaft Wattwil unter Führung der Berit sicherstellen. Damit entstünde «ein bedarfsgerechtes, effizient organisiertes und qualitativ hochstehendes Angebot», heisst es in der Meldung weiter. «Unsere Niedergelassenen haben der Vereinbarung in einer Urabstimmung rasch und sehr klar zugestimmt», erklärt Uwe Hauswirth, Präsident des Toggenburger Ärztevereins. «Berit hat nun beim Kanton einen entsprechenden Antrag auf den notwendigen Leistungsauftrag inklusive das ursprünglich geplante kurz-stationäre Bettenangebot gestellt.»

Dieses beschränkte Bettenangebot sei denn auch für die Weiterführung der Alkoholkurzzeittherapie (PSA) in Wattwil unerlässlich. «Damit und mit dem Notfallzentrum entspricht Berit dem ursprünglichen Anliegen und Vorhaben des Kantons», betont Uwe Hauswirth. Er gibt sich überzeugt: «Mit der neuen Lösung können wir eine umfassende medizinische Notfallversorgung sicherstellen. Vor allem gewährleistet Berit auch, dass auch chirurgische Notfälle kompetent behandelt werden können. Diese Fälle gingen in den bisherigen Diskussionen immer unter.» Zusätzlich werde bereits konkret geprüft, ob ein Ärztezentrum in der Spitalliegenschaft integriert werden könne.

Voraussetzungen erfüllt

Mit dem erreichten Arbeitsstand hätten die Berit und die Ärzteschaft die Voraussetzungen erfüllt. Die Regierung und der zuständige Departementsvorsteher Bruno Damann hätten mehrfach ihr Versprechen abgegeben, die Ärzteschaft in der Notfallversorgung zu unterstützen. Für den Präsidenten des Toggenburger Ärztevereins sei denn auch klar, dass es nun keine neuen Forderungen oder Hürden geben dürfe und die Entscheide rasch zu fällen seien: «Wir zählen darauf, dass die Regierung ihr Versprechen uns gegenüber einlöst und damit den Versorgungsauftrag der regionalen Bevölkerung gewährleistet.»

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So hat hallowil.ch bisher berichtet (18.8.21)

Spital Wattwil: Schliessung früher als geplant

Gemäss einer Medienmitteilung vom Spitalverbund Fürstenland Toggenburg soll das Spital Wattwil bereits per Ende März 2022 die Tore schliessen.

Der Spitalverbund Fürstenland Toggenburg wird das Spital Wattwil spätestens per Ende März 2022 schliessen. Die Regierung hat den Entscheid des Verwaltungsrates der Spitalverbunde des Kantons St.Gallen zur Kenntnis genommen. Das Gesundheitsdepartement bespricht bereits diese Woche mit den involvierten Institutionen, wie die Gesundheitsversorgung und insbesondere die Notfallversorgung im Toggenburg in Zukunft sichergestellt wird. Heute hat der Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St.Gallen kommuniziert, dass der Spitalverbund Fürstenland Toggenburg das Spital Wattwil spätestens Ende März 2022 schliessen wird. Regierungsrat Bruno Damann, Vorsteher des Gesundheitsdepartementes, trifft sich deshalb am kommenden Freitag zu einer Besprechung mit Vertreterinnen und Vertretern der niedergelassenen Ärzteschaft, des Spitalverbundes, des Gemeinderates, der Berit Klinik, der Psychiatrie St.Gallen Nord, der Spitex, des Alters- und Pflegeheimes Risi und Ergo Toggenburg. Im Gespräch soll in erster Linie diskutiert werden, wie die niedergelassene Ärzteschaft in Absprache mit dem Spitalverbund Fürstenland Toggenburg oder der Berit Klinik die Notfallversorgung in Zukunft gewährleisten kann, allenfalls mit Unterstützung des Kantons.

Gleichzeitig möchte die Regierung die Abtretung der Spitalliegenschaft an die Gemeinde Wattwil klären beziehungsweise das Nachfolgeprojekt für die Nutzung des Spitals erörtern. Die Regierung ist sich bewusst, dass sie trotz des Scheiterns des Projekts GNP Wattwil die Gesundheitsversorgung im Toggenburg sicherstellen muss. Sie wird den gesetzlichen Auftrag erfüllen. Weitergehende Nutzungskonzepte werden nun durch die Gemeinde Wattwil erarbeitet. Der Kanton steht mit ihr im Austausch.

Gesundheitsversorgung im Toggenburg sicherstellen

Zwei Parteien nehmen zu dieser Pressemitteilung Stellung:

Fraktionspräsident und Kantonsrat Christian Lippuner von der FDP nimmt zum Entscheid des Verwaltungsrates der Spitalverbunde betreffend die frühere Schliessung des Spitals Wattwil wie folgt Stellung:

«Für die FDP kommt dieser Schritt nicht überraschend. Nachdem die Bevölkerung am 13.06.2021 ein klares Zeichen gesetzt hat, verpasste es die Gemeinde Wattwil, für eine gute Nachfolgelösung Hand zu bieten. Dass das Personal in der Folge das Vertrauen in eine nachhaltige Entwicklung vor Ort verlor, ist nachvollziehbar. Genau davor hat die FDP auch gewarnt. Trotz der Schliessung des stationären Angebots muss die Notfallversorgung gewährleistet bleiben. Die FDP erwartet von der Regierung rasch entsprechende Vorschläge und fordert auch den Gemeinderat von Wattwil auf, konstruktiv an einer Lösung mitzuarbeiten.»

Die SP sieht die Regierung und auch den Spitalverbund klar in der Verantwortung, ein breites ambulantes Angebot zu gewährleisten. Rückzug des öffentlichen Spitals wäre nicht akzeptabel

Es darf zu keinem kompletten Rückzug der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg aus dem Toggenburg kommen. Aktuell bietet die Spitalregion in einem separaten Gebäude eine Alkoholkurzzeittherapie (Psychosomatische Abteilung PSA) an. Die Psychiatrieverbunde betreiben in Wattwil zudem ein ambulantes Zentrum für Menschen mit psychosozialen Problemen und akuten psychischen Krisen. In der Botschaft der Regierung war angedacht, diese Leistungen ebenfalls in die Liegenschaft im Spital Wattwil zu verlegen. Der Erhalt der bewährten PSA am Standort Wattwil sowie eine Zusammenarbeit mit den Psychiatrieverbunden muss auch nach dem Rückzug der Solviva weiterverfolgt werden.