Wasser geht uns alle etwas an. Stimmt etwas nicht, stirbt Fauna und Flora, so wie es im vergangenen Jahr in der Lützelmurg der Fall war. Der Abwasserzweckverband Lützelmurgtal, an dem vier Vertragsgemeinden angegliedert sind, tagte am Dienstagabend in Hagenbuch. 24 Delegierte aus besagten Gemeinden nahmen daran teil und erhielten von Verbandspräsident Bruno Lüscher einen grossen Korb voll Informationen. Haupttraktandum – nebst den üblichen traktandierten Geschäften und den Neuigkeiten zu den Projekten „Sonderbauwerke“ und „Generelle Entwässerungsplanung“ GEP – war das Projekt „Erweiterung Biologie und Elimination der Mikroverunreinigung“ EMV. Insbesondere die Mikroverunreinigung, dazu zählen unter anderem Medikamente, Giftstoffe aller Art, oder etwa verschiedenste Körpercremes, die in das Abwasser gelangen, beschäftigt nun den Abwasserzweckverband seit Längerem. Mit Hochdruck hat sich die Betriebskommission hinter dieses Grossprojekt gestellt und nun kann diesbezüglich die Öffentlichkeit informiert werden.

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Von links: Bruno Lüscher (Präsident), Roger Disch (Finanzchef) und Ueli Oswald (Berater) überzeugten 24 Delegierte vom Abwasserzweckverband Lützelmurgtal von ihren Vorhaben.

Volksabstimmung am 25. November
Bruno Lüscher freut sich, dass das Projekt einen weiteren wichtigen Schritt genommen hat. «Jetzt liegt es an uns, die Stimmberechtigten unserer vier Vertragsgemeinden mit ins Boot zu holen. Ende August werden wir die Botschaft versenden, um dann später den Abstimmungsunterlagen noch einmal das Wichtigste in Kurzform beizulegen.» Dass es soweit kommen konnte, verdankt man den anwesenden Delegierten, sie stimmten dem Vorhaben einstimmig, mit einer Enthaltung, zu. Bruno Lüscher erklärt: "Das Projekt enthält die Erweiterung der Biologie und des EMV und das ist umso wichtiger, wenn wir uns vor Augen halten, was im letztjährigen Lützelmurg-Fall passiert ist."

Wasser ist ein Menschenrecht
"Wir erhalten eine Verbesserung des Gewässers die einer hohen Belastung ausgesetzt ist. Notwendig wird es aber auch infolge des schnellen Wachstums unserer Vertragsgemeinden", sagte Lüscher. Die Erweiterung kostet laut Botschaft 15,9 Millionen Franken und wird mit einem Kostenteiler auf die Gemeinden übertragen. Rund 6,5 Millionen Franken davon werden subventioniert, will heissen, dass der Rest durch die Gebühren der Gemeinden erhoben wird. Dass es teurer wird ist klar, Lüscher sagt jedoch, dass man nach zehn Jahren wieder auf dem Preisniveau von heute sein will. Die Öffentlichkeitsarbeit wird sich in den kommenden Monaten bemerkbar machen. Laut Bruno Lüscher werden Parteien, Vereine und andere Institutionen besucht. Auch an der Eschliker Gewerbeausstellung vom 9. bis 11. November wird informiert.

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Bruno Lüscher - Präsident Abwasserzweckverband Lützelmurgtal

Projekt Biologie und EMV – um was geht es?
Seit 1973 reinigt die Abwasserreinigungsanlage ARA in Aadorf die häuslichen und betrieblichen Abwasser der Politischen Gemeinden Aadorf, Bichelsee-Balterswil, Eschlikon und Hagenbuch, sowie ein Teilgebiet der Gemeinde Elgg. Die umfassende Sanierung 2002, auf 18'000 Einwohnerwerte (Einwohner und gewichtete gewerbliche Schmutzfracht), hätte für zwei Jahrzehnte genügen müssen. Infolge des erheblichen Wachstums ab 2011 von 16'000 auf rund 20'000 Einwohnerwerte ist die Kapazitätsgrenze überschritten.

Die bestehende mechanische Reinigung wird von einer einstrassigen Rechenanlage auf eine symmetrische, zweistrassige Anlage ausgebaut. Auch die Biologische Reinigung wird auf drei Biologiestrassen erweitert. Die gesamte Erweiterung kann auf dem verbandseigenen Areal realisiert werden.