Uzwil und Oberuzwil fühlen sich dem Toggenburg zugehörig. Sie waren früher ja auch Teil des Bezirks Untertoggenburg. Der Toggenbuger Einfluss ist beispielsweise in der Landwirtschaft noch spürbar. An der Viehschau kommt sennisches Brauchtum noch zur Geltung: Bauern und Bäuerinnen in der Tracht und sauber herausgeputzte Kühe mit Blumenkränzen und kostbaren Glocken und Treicheln.


Über Gemeindegrenzen hinweg

Die Jubiläumsschau war dem OK unter der Leitung von Manfred Loser spezielle Anstrengungen wert. Seit 125 Jahren gibt es die Braunviehzuchtgenossenschaft Henau. Später wurde Oberuzwil dem Namen beigefügt. Die Genossenschaft umfasst die beiden Gemeinden Uzwil und Oberuzwil. Im Namen kommt noch zum Ausdruck, dass Uzwil vor 125 Jahren noch Henau hiess. Die Industrie steckte damals noch in den Kinderschuhen. Heute aber muss die Viehschau am Rande der Industrie durchgeführt werden. Der Schauplatz liegt auf dem Gutshof der Unternehmerfamilie Bühler. 


Viehzucht im Wandel

Vor 125 Jahren wurde die Genossenschaft mit Bauern gegründet, welche Braunvieh hielten und züchteten. Als Nummer 4 war der Bühler-Gutshof dabei. Peter Wirth als heutiger Landwirt auf dem Hof ist noch Mitglied der Genossenschaft. Der Braunviehzucht ist die Genossenschaft treu geblieben. Aber seit Mitte der sechziger Jahre ist der einheimische Bestand durch Einkreuzung von in Amerika gezüchteten Brown-Swiss-Tieren zum jetzigen Braunvieh umgewandelt worden. Die Leistungsfähigkeit der Tiere ist gesteigert worden. Die heutigen Züchter sind deshalb nicht bloss auf den schönen Körperbau ihrer Tiere, sondern auch auf die gesteigerte Milchleistung stolz.

Im Gegensatz zu früheren Jahren fehlten an der Schau die Stiere vollständig. Im Zeitalter der künstlichen Besamung gibt es sie kaum mehr auf den einzelnen Höfen.

Post inside
Den begehrten Titel «Miss Henau» errang die Kuh Fabienne aus dem Stall der Familie Loser im Buschel Henau, was die Besitzerfamilie mit Freude und Stolz erfüllte.


Wettbewerb in vielen Kategorien

Die Viehzuchtgenossenschaft Henau-Oberuzwil zählt 23 Mitglieder. 17 Betriebe haben den Aufwand nicht gescheut und waren an der Viehschau mit insgesamt 330 Tieren präsent. Das Jungvieh und die Kühe wurden – in viele Kategorien aufgeteilt – bewertet und rangiert. Übergreifende Siegerpreise gab es in den Kategorien Fitness, Genetik, Schöneuter jüngere, Schöneuter ältere und im Betriebs-Cup. Wie jedes Jahr wurde schliesslich eine «Miss Henau» erkoren. Diesmal war es «Fabienne» aus dem Stall von OK-Präsident Manfred Loser.


Jungzüchter im Wettbewerb

Aus Anlass des Jubiläums wurde erstmals ein Jungzüchter-Wettbewerb durchgeführt. Der bäuerliche Nachwuchs, meist noch im Schulalter, zeigte und kommentierte im Ring stolz die Vorzüge der eigenen Jungtiere.

Auch die Vorzeigetiere der einzelnen Kategorien wurden im Ring vorgeführt. Als Hauptspeaker amtete Christian Manser, bekannt als versierter Kommentator der Säulirennen an der Olma.