Gemessen am schon frühmorgendlichen Aufmarsch der Dörfler und deren Beteiligung am Fest darf von einem eigentlichen Dorffest gesprochen werden. Schon eine Stunde vor der ersten Auffuhr um 9 Uhr säumten interessierte Dörfler die Dorfstrasse. Obwohl immer mehr Landwirte aus weiterer Entfernung die Tiere mittels Viehwagen anfahren, gehört Bruno Fritsche aus Dietenwil noch immer zu denjenigen, welche mit ihrem Vieh auf Schusters Rappen zur Schau laufen. Auf die Frage, ob die Tiere die lange Strecke gut überstehen, wies Bruno Fritsche darauf hin, dass die Kühe zu Hause teils auch weitere Wege zu den Weiden gewohnt seien.

Höchstwerte bei Zucht und Haltung

Es sind nur um die fünf Landwirtsbetriebe, welche als Grossbauern gelten. Die 360 Stück Vieh an der Schau stammen aus 17 Landwirtschaftsbetrieben, allein aus dem Gemeindegebiet Niederhelfenschwil. Viehzucht ist in Niederhelfenschwil keineswegs nur Männersache. Gerda Klaus führt ihren Betrieb schon über Jahre in eigener Verantwortung und überaus erfolgreich, wie man in Schaukreisen erfahren konnte.

Bei der Viehschau gelten verschiedene erreichte Werte wie Milchleistung, Anzahl Laktationen. Körper- und Euterbau. Es ist das Geschick des Landwirts, die Tierhaltung bestmöglich so zu gestalten, um auch zu Bestwerten zu gelangen. Bruno Fritsche aus Dietenwil zeigte sich im Gespräch stolz über eine besondere Leistungskuh. Die 20-jährige Kuh habe 16 Kälber auf die Welt gebracht und total 133'000 Liter Milch geliefert. Obwohl er sie nun zur Schlachtung abgeben musste, sei er noch immer stolz auf das lieb gewordene Tier.

Spannende Wertungen mit bewährten Experten

Sechs Wertungen aus dem aufgefahrenen Vieh sorgten beim Schauplatz über Stunden für spannende Momente bei den ausgewählten Landwirten und beim interessierten Publikum. Nach dem Jungzüchterwettbewerb und den Abteilungsrangierungen und der ersten Ehrung für höchste Lebensleistungen ging es weiter beim Wettbewerb «Schönste Mutter-Tochter-Vorstellung». Zum Sieg reichte es den beiden Tieren von Felix Jung aus Niederhelfenschwil. Den Betriebs-Cup holte sich der Gemeinschaftsbetrieb Frischknecht-Indermaur aus Entetswil. Die Freude über den Sieg bestätigten die Betriebshalter vielmals mit einem gut hörbaren «Juchzer».

Schöneuter-Preise werden in drei Kategorien unterschieden. Mit einer Schleife geehrt wurde das Tier aus dem Stall von Florian Rutishauser aus Zuckenriet mit dem Tier Kategorie «mindestens vier Kälber». Der Betrieb Frischknecht-Indermaur siegte beim Schöneuterpreis mit 2 bis 3 geworfenen Kälbern. Bei den Erstmelkkühen ging der erste Preis an den Stall von Bruno Fritsche aus Dietenwil.


Misswahl aus 20 Kandidatinnen

Die Misswahl wurde aus dem Grund spannend, weil nochmals alle Sieger der bisherigen Kategorien für die Wahl antreten durften. Aus 20 Stück Vieh wählte der Schauexperte fünf Tiere für die engere Wahl.

Drei Betriebe durften sich über die erreichten ersten Ränge erfreuen. Als Miss Niederhelfenschwil darf sich «Lisa» aus dem Stall von Felix Jung, Niederhelfenschwil, nennen. Auf Rang 2 folgte «Daisy» aus dem Stall von Markus Senn im Loo. Rang 3 belegte das Tier «Jemie» ebenfalls aus dem Stall von Felix Jung in Niederhelfenschwil.

Das Schauprogramm war damit zu Ende und das Publikum verschob sich wieder ins Festzelt - auch dazu, die erreichten Rangierungen zu feiern. Für die Landwirte ging die Arbeit wieder los mit dem Rücktransport der Tiere. Das musste, zusammen mit der Tierfütterung, schnell vor sich gehen, weil bereits ein paar Stunden später im Festzelt der Schauabend angesagt war.