«Die Coronamassnahmen untergraben Jugendliche in ihren Entwicklungsaufgaben existenziell», halten die beiden Fachfrauen fest. Sie nehmen ihnen den wichtigen Austausch und die Kreativräume. Vor allem Jugendliche müssen sich, indem sie sich in Gruppen treffen, Musik, Kultur oder Sport machen, ausdrücken. «Diese zentralen Bedürfnisse wurden abrupt gekappt ohne ihnen Alternativmöglichkeiten anzubieten und sie anzuhören», erklären Lara Schmid und Jara Halef.

Jugendliche sind verunsichert

«Wir von der Jugendarbeit können einen Teil dieser Lebenswelt und der Mitsprache anbieten, denn wir spüren, dass die Jugendlichen viel Energie und wenig geeignete Räume haben, wo sie diese loswerden können», sagen die beiden Jugendarbeiterinnen. Die Jugendlichen haben wenig Begegnungsräume mit Gleichaltrigen zur Verfügung. «Ausserdem nehmen wir eine verstärkte Unsicherheit bei den Jugendlichen wahr, wie ihre Zukunft aussehen wird. Zum Beispiel zeigt sich dies, wenn sie eine Schnupper- oder Lehrstelle finden müssen.»

Mitreden können 

Wie kann die Jugendarbeit die jungen Menschen in der Coronazeit unterstützen? «Wir können einen Begegnungs-, und Entwicklungsraum bieten, indem die Jugendlichen eine Möglichkeit haben, sich mit Gleichaltrigen zu treffen, Themen auszutauschen und mit den Jugendarbeitenden ins Gespräch zu kommen», beschreiben Lara Schmid und Jara Halef ihre Möglichkeiten. «Wir können ihnen Angebote machen, wo sie sich beteiligen können, mitreden und mitentscheiden können.»

Spielraum vorhanden

Wie die beiden Fachfrauen betonen, halten sie sich an die Richtlinien des BAG und die Weisungen des Kantons. «Wir orientieren uns am Schutzkonzept des Dachverbands der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Schweiz DOJ. Der DOJ hat zu einigen Details in Sachen Umsetzung in der Praxis Abklärungen beim BAG gemacht. Die Regelungen ermöglichen das Wiedereröffnen und Betreiben aller OKJA-Angebote für Kinder und Jugendliche bis Jahrgang 2001 mit deutlich weniger Einschränkungen.» Für ältere Jugendliche sei ebenfalls mehr Spielraum vorhanden.