Heute sind die Schulen Kirchberg in sechs Schuleinheiten gegliedert. Diese werden von fünf Schulleitungspersonen geführt. Diese Struktur geht auf das Jahr 2004 zurück. Damals wurden die Schulvorsteher durch die Schulleitungen ersetzt, welche durch die gesetzliche Grundlage im Kanton St. Gallen mehr Kompetenzen erhielten. Seither hat sich die politische Ausgangslage verändert. 55 der 77 politischen Gemeinden im Kanton St. Gallen haben sich als Einheitsgemeinden organisiert, was auf die Organisationsstruktur der inkorporierten Schulgemeinden einen Einfluss hat – so auch in Kirchberg.

Es ist aber nicht nur die politische Ausgangslage, welche den Schulrat veranlasst hat, den Organisationsaufbau der Schulen Kirchberg an die zukünftigen Bedürfnisse auszurichten. Vielmehr sind es die pädagogischen Rahmenbedingungen, welche von der Schulführung veränderte Ansprüche verlangen. Die Vorgaben des Bildungsdepartementes verschieben Aufgaben und Verantwortungen auf die kommunale Ebene. Gleichzeitig hätten sich die Ansprüche unserer Gesellschaft gegenüber den Schulen in den vergangenen 15 Jahren verändert und die Zusammenarbeit mit den Eltern hat sich gewandelt. Es würden aber auch immer mehr ausserschulische Ansprüche gegenüber den Schulen gestellt, wie Tages- und Hausaufgabenbetreuung, Mittagstisch oder die ganze Förderung im Vorschulalter, schreibt die Gemeinde Kirchberg im aktuellen Mitteilungsblatt.

So sieht die Organisation aus

Weiter sind die Rahmenbedingungen, welche für die Mitarbeitenden der Schulen Kirchberg gelten, ein wichtiger Grund für die Restrukturierung. «Die Personalführung muss so ausgerichtet sein, dass wir auch in Zukunft attraktive Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen gewährleisten können. Mit zufriedenem und motiviertem Personal kann eine qualitativ hochstehende Ausbildung an unseren Schulen sichergestellt werden», ist weiter zu lesen.

Die neue Struktur sieht ein 3er-Gremium in der Geschäftsleitung vor. Unter der Leitung des Schulratspräsidenten wird ein Geschäftsführer den Bereich Kirchberg – also die Schuleinheiten in Kirchberg, Gähwil und Dietschwil – und ein Geschäftsführer den Bereich Bazenheid – also die Schuleinheiten in Bazenheid – führen. Zudem nimmt der Leiter der Schulverwaltung mit beratender Stimme an den Geschäftsleitungssitzungen teil, um die Effizienz der internen Abläufe sicherstellen zu können. Alle Schuleinheiten werden wie bisher vor Ort von einer Schulleitung geführt. Diese stellen den operativen Schulalltag sicher, die Geschäftsführenden die strategischen Aufgaben der ihnen zugewiesenen Schuleinheiten.

Stellenausbau bei der Führung

Der Schulrat verantwortet die Strategie der Schule auf politischer Ebene. Die Geschäftsleitung übernimmt die strategische Führung auf pädagogischer Ebene und die Schulleitungen und Lehrpersonen setzen diese Vorgaben operativ in den Schuleinheiten um. Die Aufgaben, Verantwortungen und Kompetenzen sollen dort liegen, wo Entscheidungen getroffen werden. Gleichzeitig soll auf die geografischen und sozialen Gegebenheiten in den Schulstandorten Rücksicht genommen werden.

Die Auslastung der Schulleitungen ist aktuell hoch. Während den Vorarbeiten zum Projekt wurde eine Erhöhung der aktuell 355 Stellenprozente auf die laut dem Verband St. Galler Volksschulträger empfohlenen 400 Stellenprozente für die rund 1200 Schüler in der Gemeinde zurückgestellt. Damit waren Mehrkosten von jährlich circa 75'000 Franken schon früher ausgewiesen, aber nicht umgesetzt worden. Mit der Einführung der neuen Führungsstruktur wird der Schulrat von neun auf fünf Mitglieder verkleinert. Im Gegenzug wird in der Führung eine Erhöhung von 400 auf 450 Stellenprozente vorgenommen. Dadurch entstehen zusätzlich projektbedingte Mehrkosten von jährlich rund 85'000 Franken. Im Vergleich zu heute entstehen mit der neuen Führungsstruktur Mehrkosten von total rund 160'000 Franken. Insgesamt wird mit den Anpassungen laut der Gemeinde Kirchberg eine effizientere und effektivere Aufgabenerfüllung in den Schulen Kirchberg sichergestellt.

Stellenausschreibungen im Herbst

Die Anpassungen sollen ab dem Schuljahr 20/21 vorgenommen werden, sofern die Stimmbevölkerung das Projekt gutheisst. Die angepasste Gemeindeordnung wird der Bürgerschaft an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung am 23. August vorgelegt. Anschliessend ist die neue Schulordnung zu erstellen und dem fakultativen Referendum zu unterstellen. Werden die Änderungen an der Gemeindeordnung sowie die neue Schulordnung angenommen, so werden die Stellen zwischen Herbst 2019 und Ende Februar 2020 neu besetzt. Die Umsetzung würde ab dem Schuljahr 2020/2021 erfolgen. (gk/red)

Am Mittwoch, 5. Juni, findet ein öffentlicher Infoanlass über die geplanten Änderungen statt.