Von Beginn weg versuchten die Wiler Spieler die offensive Philosophie ihres Trainers umzusetzen. Bereits nach einer Minute hatte Lukembila den ersten Abschluss, er scheiterte aber an Torhüter Spiegel. In der ersten Viertelstunde verzeichneten beide Mannschaften einige Vorstösse, wobei die Offensivreihen das Visier noch nicht richtig eingestellt hatten. In der 14. Minute änderte sich dies dann. Manzambi legte auf der linken Seite den Ball zurück auf Ltaief. Im Rücken der Wiler Abwehr schloss der Winterthurer Offensivspieler vom Strafraumrand direkt ab und traf flach in die linke Ecke. Die Wiler ihrerseits waren nach dem Rückstand um keine Antwort verlegen. Dies beweisen sie nur drei Minuten später als Talabidi mit einem Langen Ball aus der eigenen Hälfte Lukembila auf die Reise schickte. Dieser entwischte im Laufduell seinem Gegenspieler mühelos und traf mit einem schönen Flachschuss in die rechte Ecke zum Wiler Ausgleich.

Nach dem Ausgleich gaben die Wiler unverständlicherweise das Heft aus der Hand. So waren es die zuletzt angeschlagenen Winterthurer die mehr Spielanteile hatten. In der 28. Minute kam es dann, dass die Wiler Verteidigung einen hohen Ball nicht klären konnte und Buess an den Ball kam. Dickenmann brachte den Stürmer der Gäste im Strafraum zu Fall und Schiedsrichter Huwiler zeigte ohne Zögern auf den Punkt. Die Proteste der Wiler hielten sich in Grenzen. Der Topscorer der Liga lief selbst an und verwertete der Strafstoss souverän mit einem hohen Schuss in die rechte Ecke. Es war dies das zehnte Saisontor für Buess, deren sechs erzielte er mittels Penalty. Nach diesem Tor wirkten die Wiler geschockt und die Winterthurer konnten weiterspielen wie sie wollten. Es dauerte bis zur 40. Minute, bis sich die Wiler wieder gefangen hatten. Dann aber zeigten sie, dass sie auch schönen Fussball spielen können. Fazliu lancierte mit einem Doppelpass mit Silvio den Wiler Angriff. Anschliessend spielte er den Ball flach zu Bahloul, der schön in die Tiefe gestartet war und den Ball mit einem sehenswerten Schlenzer in der linken Ecke versenkte. So gingen beide Mannschaften mit zwei erzielten Toren in die Pause

Zu viele individuelle Fehler

Den Wilern gelang es nach der Pause direkt das Spieldiktat an sich zu nehmen. Keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff gewann Lukembila auf der linken Seite das Laufduell gegen Isik und spielte den Ball flach zur Mitte. Dort schloss Fazliu aus gut zehn Metern ab, scheiterte aber an Torhüter Spiegel, der den Ball zur Seite abwehrte. Dort stand aber Zumberi vollkommen alleine und traf aus kurzer Distanz zur erstmaligen Wiler Führung im Spiel. In der Folge verpassten es die Wiler in Person von Fazliu und Bahloul den Vorsprung auszubauen, als beide Spieler jeweils aus sehr guter Position es nicht schafften den Ball im Tor unterzubringen. Nach gut einer Stunde kamen dann die Gäste wieder besser ins Spiel. In der 60. Minute flankte Diaby den Ball von der linken Seite in den Wiler Strafraum. Dort gewann am zweiten Pfosten Manzambi das Kopfballduell gegen Brahimi und traf zum Ausgleich für die Winterthurer.

Nach diesem Tor schienen die Wiler den Faden vollends verloren zu haben. Zu viele Fehlpässe spielten sie, zu passiv waren sie in den Zweikämpfen. Die Eulachstädter nutzten diese Wiler Schwächephase gnadenlos aus. Denn gerade einmal sieben Minuten nach dem Ausgleich spielte Alves einen Steilpass auf Isik. Dieser konnte aufgrund eines Stellungsfehlers in der Wiler Abwehr vollkommen alleine aufs Wiler Tor zu gehen. Er traf souverän flach in die linke Ecke und die Winterthurer waren wieder in Führung. Diesmal hatten die Wiler keine Antwort mehr auf den Rückstand. In der Folge schwächten sich die Wiler selber. Nur fünf Minuten nach seiner ersten gelben Karte sah Zumberi nach einem Foul an Alves auf der Höhe der Mittellinie die zweite Verwarnung und musste vorzeitig unter die Dusche. Es war dies bereits Zumberis zweiter Platzverweis in dieser Saison. Mit einem Mann weniger versuchten die Wiler nochmals den Ausgleich zu erzielen, waren aber viel zu ungefährlich. In der 81. Minute machten die Gäste dann den Sack zu. Schättin gewann auf der linken Aussenbahn das Laufduell gegen Frei und spielte den Ball wieder in den Rücken der Wiler Abwehr. Dort schloss Buess direkt ab, der Ball wurde von Talabidi noch ins eigene Tor abgefälscht. Danach verstanden sich die Winterthurer auf das halten des Resultats und die Wiler konnten keine Reaktion mehr zeigen.

So verloren die Wiler aufgrund der vielen individuellen Fehler verdient mit 3:5. Statt auf Rang zwei finden sich die Wiler auf Rang sechs in der Tabelle. Gleichzeitig endeten heute zwei Serien. Die Wiler verloren zum ersten Mal nach sechs ungeschlagenen Spielen wieder, die Winterthurer gewannen nach fünf sieglosen Partien wieder einen Ernstkampf. Für Cheftrainer Brunello Iacopetta war es ebenfalls die erste Niederlage als Trainer des FC Wil. Umso ärgerlicher dürfte sie sein, wäre sie doch durchaus vermeidbar gewesen, zumal Winterthur an diesem Abend nicht unschlagbar war.

FC Wil – FC Winterthur 3:5 (2:2)

Bergholz: 910 Zuschauer – Sr: Huwiler

Tore: 14. Ltaief 0:1, 17. Lukembila 1:1, 29. Buess (Foulpenalty) 1:2, 41. Bahloul 2:2, 48. Zumberi 3:2, 60. Manzambi 3:3, 67. Isik 3:4, 81. Talabidi (Eigentor) 3:5.

FC Wil: Keller; Dickenmann (62. Frei), Izmirlioglu, Talabidi, Brahimi (82. Heule); Fazliu (82. Reichmuth), Muntwiler, Zumberi; Bahloul, Silvio, Lukembila.

FC Winterthur: Spiegel; Goncalves, Isik, Lekaj, Diaby; Corbaz, Arnold (14. Kriz); Manzambi (72. Ballett), Alves (86. Dakaj), Ltaief (72. Schättin); Buess (86. Volkart).

Bemerkungen: Wil ohne Daniel, de Mol, Ismaili, Krunic, Malinowski Saho (alle verletzt), Abazi und Miranda (beide nicht im Aufgebot). Winterthur ohne: Cavar, Costinha, Pepsi, Tolino (alle verletzt), Gelmi (krank), Ramizi (gesperrt), di Nucci, Lovisa und Pauli (alle nicht im Aufgebot). 74. Platzverweis Zumberi.

Verwarnungen: 34. Dickenmann (Foul), 37. Muntwiler (Foul), 45. Diaby (Foul), 56. Corbaz (Foul), 66. Lukembila (Foul), 69. Isik (Unsportlichkeit), 69. Zumberi (Unsportlichkeit), 74. Zumberi (Foul), 92. Izmirlioglu (Foul).