Am letzten April-Wochenende war es wieder so weit: Der Frühlingsmarkt mit Chilbi, ergänzt durch den Kreativmarkt und den Setzlingsmarkt brachte Leben ins Niederuzwiler «Marktquartier», die Marktstrasse, den Marktplatz und den Begegnungsplatz. Am Samstag und am Sonntag begünstigte frühlingshaftes Wetter den Markt. Marktfahrer und Marktbesucher äusserten sich zufrieden.Der Niederuzwiler Jahrmarkt hat eine lange Tradition, verlor aber in den letzten Jahren etwas an Bedeutung. Vielleicht nicht zuletzt deshalb, weil ihm in den ebenfalls im Frühling neu durchgeführten Setzlingsmarkt, im Kreativmarkt und im Ostermarkt auf dem Raiffeisenplatz Konkurrenz entstanden ist. Das Zusammenführen und gleichzeitige Ansetzen der drei Märkte – Jahrmarkt, Setzlingsmarkt und Kreativmarkt – ist ein Gewinn für alle. Bereits der ersten Durchführung vor einem Jahr war ein guter Erfolg beschieden. In diesem Jahr waren Angebot und Nachfrage sogar noch etwas grösser.

Chilbi wie in früheren Jahren
An den Ständen entlang der Marktstrasse präsentierte sich der Jahrmarkt wie früher. Es wurde angeboten, was man an einer Chilbi erwartet: Gebrauchsgegenstände für den Alltag, Kleider, Hüte, Sonnenbrillen, Spielsachen, Kuscheltiere, Ballone, Esswaren und Getränke, Zuckerwatte und Popcorn, nützliche Dinge und auch Überflüssiges. Ein beachtlicher Teil des Angebots und der Anbieter waren schon an früheren Märkten präsent.

Kinder kamen auf die Rechnung
Mit einem Angebot, das nicht ausschliesslich, aber vor allem die Kinder ansprach, war der Lunapark ausgestattet. Nur beim Karussell war es klar: hier wählten nur kleine Kinder ein Fahrzeug oder ein Tier aus, um damit ein paarmal im Kreis herum zu fahren. Die Schifflischaukel erforderte schon das Geschick grösserer Kinder, damit das Schiff in Schwung und in die gewünschte Höhe kam.

Die dampfbetriebene Oberländer Modell-Bahn faszinierte Kinder und Erwachsene. Und manchmal mussten oder durften Vater oder Mutter ein Kind auf die Runden auf dem Marktplatz begleiten. Neu – auf dem Rasen des Begegnungsplatzes – war ein Bungee-Trampolin. Vier Benutzer konnten gleichzeitig, durch Seile gesichert, grosse Sprünge machen.

Die Ludothek Oberuzwil war mit einem Stand vertreten. Nebenan liessen sich Kinder ihr Gesicht bemalen. Fasziniert verfolgten andere, wie ein Mann mit grosser Fertigkeit aus einem oder mehreren Ballonen Tiere gemäss ihren Wünschen formte. Auch die Märlitante lud wieder zu ihren Darbietungen ein.

Wie schon letztes Jahr gab es wieder die Möglichkeit, auf einem Pony zu reiten, oder sich in einer Kutsche ein Stück weit durchs Dorf führen zu lassen.

Es grünt und blüht
Der Setzlingsmarkt war vor zwei Jahren erstmals auf dem Pausenplatz der Uzeschuel durchgeführt worden. Dank des guten Erfolges haben ihn die Organisatoren schon letztes Jahr im Rahmen des Frühlingsmarktes auf dem Begegnungsplatz wiederholt.

Das Angebot reichte auch dieses Jahr wieder von Samen über Setzlinge bis zu Pflanzen. Es gab Anleitung, wie man seine eigene mehr oder weniger grosse Grünfläche bepflanzen und pflegen soll.

Mit von der Partie waren auch in diesem Jahr der Natur- und Vogelschutzverein Uzwil und der Bienenzüchterverein Untertoggenburg. Beide Vereine informierten über ihren wertvollen Einsatz zugunsten von wichtigen und zum Teil bedrohten Pflanzen, Tieren und Lebensräumen.

Natur-Spielgruppe aus Oberbüren
Die Spielgruppe «Sunnetanz» aus Oberbüren weist einen grundlegenden Unterschied zu den herkömmlichen Spielgruppen auf. Ihr «Lokal» ist die Natur. Die Vorschulkinder werden am Montag und Mittwochvormittag bei jedem Wetter im Freien betreut. Dabei darf jedes Kind ein kleines Gärtchen anlegen und betreuen.

Ein neuer Aussteller war auch der Hof Baldenwil aus Herisau-Schachen. Er bietet acht Wohn- und 25 Arbeitsplätze für Menschen mit einer psychischen Belastung an und ist auf Kräuter-, Beeren- und Wildfruchtanbau ausgerichtet.

Neuzuzüger waren eingeladen
Die Gemeinde Uzwil nutzte den Frühlingsmarkt wie schon letztes Jahr als Neuzuzüger-Anlass. Weil die traditionelle Einladung zu einer speziellen Begrüssung der Neuzuzüger ein schwindendes Echo gefunden hat, ging Uzwil wiederum diesen neuen Weg. Mit der Einladung zum Frühlingsmarkt ist eine Begegnungsmöglichkeit geschaffen worden, die nicht nur Kontakt mit einigen Behördenmitgliedern ermöglicht, sondern fast einer Eingliederung in die Dorfgemeinschaft gleichkommt.

Der Stand der Gemeinde wurde wiederum von Mitgliedern der Behörde und der Verwaltung betreut. Sie freuten sich auch über Kontakt mit eingesessenen Uzwilern. Alle konnten an einem Glücksrad drehen und wurden je nach Ergebnis mit einem kleinen Geschenk belohnt.

Kontakte über Grenzen weg
Am Markt vertreten waren auch diesmal die Marktstube, die örtliche Caritas-Institution. Unter der Leitung von Katharina Piljic arbeiteten zahlreiche Asylsuchende. Sie stellten Empanadas, spanische Teigtaschen, und Friedensblumen aus farbigem Papier her. Die Empanadas wurden verkauft und konnten an den benachbarten Tischen genossen werden.

Das Verpflegungsangebot reichte im Übrigen von Empanadas über eine Raclette-Hütte bis hin zu den Ständen der Marktfahrer. Auch regionale und Bioprodukte wurden angeboten.