Der amtierende Präsident der Behördenkonferenz, Markus Stäheli, nannte die Zusammenkunft in der Laurentius Kirche Flawil einen denkwürdigen Anlass. Die vergangenen Beschlüsse über die Bildung einer Kirchgemeinde über alle vier Pfarreien erfolgten immer im Rahmen der eigenen Organisation. Zur Abnahme der Gemeindeordnung der neuen Kirchgemeinde waren erstmals die Kirchbürger aller vier Pfarreien zusammen gefordert. 

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Die Behördenkonferenz: v.l.: Markus Baechler, Regula Zingg (KG Niederglatt) ; Regula Senn, KG Degersheim; Pascal Bosshart, KG Flawil; Markus Stäheli, KG Degersheim; Markus Burtscher, Doris Züllig, KG Wolfertswil-Magdenau.

Wie kann es gelingen?
Zum denkwürdigen Anlass des offiziellen Zusammenschlusses der vier Kirchgemeinden trug Pastoralassistent Hans Brändle tiefer gehende Gedanken vor. Brändle gestand eingangs ein, dass es für einige noch eine ungewohnte Situation darstelle. Fragen stehen im Raum, ob die bisherigen Pfarreien auch in der neuen Organisation genügend Berücksichtigung finden und ob es mit dem neuen Verwaltungsrat zur Zufriedenheit aller gelingen werde.

Mit der Geschichte des Suppensteins eines Fremdlings, wo letztlich eine ganze Dorfgemeinschaft an der schmackhaften Suppe teilhaben konnte, wies Brändle auf das notwendige Zusammenwirken aller hin. Der Fremde sei sinnbildlich Jesus, dessen Botschaft bis nach Flawil-Degersheim gekommen sei. Das Gelingen der Vereinigung erhalte im Gebet Unterstützung, um auch als neue Kirchgemeinde lebendig zu erscheinen. 

Gemeindeordnung ohne Diskussion genehmigt
Nach den einhelligen Beschlüssen in den bisherigen Kirchgemeinden zur Bildung einer Kirchgemeinde über alle vier Pfarreien, war die Behandlung der Gemeindeordnung sozusagen Formsache. Eine einzige Verständnisfrage kam aus der Versammlung. Die Zustimmung zur neuen Gemeindeordnung erfolgte mit nur einer Gegenstimme. Die allgemeine Umfrage blieb unbenutzt.

Mit der Zustimmung zur Gemeindeordnung ist auch die Bestellung der neuen Behörden geregelt. Die Behördenkonferenz wird auf die Wahlen am 8. September 2019 Vorschläge vorbereiten. Die neu gewählte Behörde wird am 1. Januar 2020 die Leitung der «Kirchgemeinde Region Flawil-Degersheim» übernehmen.

Im Anschluss an die Versammlung waren die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger zum Apéro in das Pfarreizentrum geladen, guter Grund auf die neue Organisation anzustossen. 

Der Werdegang
Mit der Bildung der Seelsorgeeinheit Magdenau im Jahr 2005 wurde auch die Bildung eines Kreisrates notwendig. Im Jahr 2015 löste sich der Kreisrat zu Gunsten eines Vereins der Kirchgemeinden auf. Diesem Verein wurden zahlreiche Aufgaben übertragen, von finanziellen Entscheiden bis zur Anstellung von Mitarbeitenden.

Zum Schritt mit dem Zusammenschluss der vier Kirchgemeinden führte die immer schwieriger gewordene Personalsuche für die Räte der einzelnen Kirchgemeinden. Mit der neuen Gemeindeordnung werden neu sieben Mitglieder im Rat die Leitung über alle vier Pfarreien übernehmen, was deutlich weniger personelle Ressourcen in Anspruch nimmt. Auch im Zusammenschluss ist man darauf bedacht, aus jeder Pfarrei ein Mitglied in den Rat zu gewinnen. Gemäss geltendem Gemeindegesetz kann dies nicht abgesichert werden.

Pfarreileben stärken
Im Gespräch wies Präsident Markus Stäheli darauf hin, dass sie gerade im Zusammenschluss der Kirchgemeinden darauf bedacht seien, die Pfarreien zu stärken. Aktuell sind nur in den beiden Pfarreien Flawil und Degersheim Pfarreiräte aktiv. Die Behördenkonferenz strebe an, die Aktivitäten in den anderen Pfarreien, Wolfertswil und Niederglatt in diese Richtung anzustossen. Dies werde an der Tagung der Seelsorgeinheit im September sicher Thema sein. 

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Im nahen Pfarreiheim konnte zum Start der neuen Kirchgemeinde angestossen werden.